Friedrich II. (HRR)

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Friedrich II.
Heilige Römische Kaiser, König vo Jerusalem und Sizilie
Frederick II and eagle.jpg
Regierigsziit 1220 - 1250
Uf d Wält cho 26. Dezember 1194
Geburtsort Jesi, Marke, Italie
Gstorbe 13. Dezember 1250
Dodesort Castel Fiorentino, Apulie, Italie
Begrabe Kathedrale vo Palermo
Vorgänger Otto IV
Nochfolger Heinrich VII.
Verhürotet mit Konstanze vo Aragon
Jolanda vo Jerusalem
Isabella vo Ängland
Bianca Lancia (?)
Nochkomme Heinrich VII.
Konrad IV.
Margareta vo Sizilie
Konstanze vo Hohestaufe
Manfred vo Sizilie
Vater Heinrich VI. (HRR)
Mueter Konstanze vo Sizilie

Dr Friedrich II. (uf d Wält cho am 26. Dezember 1194 z Jesi bi Ancona; gstorbe am 13. Dezember 1250 z Castel Fiorentino bi Lucera) us em Huus vo de Staufer isch vo 1220 bis zu siim Dod dr römisch-dütsch Kaiser gsi. Er isch dr Sohn vom Kaiser Heinrich VI. und dr Konstanze vo Sizilie.

Zum erste Mol isch er 1196 uf Wunsch vo siim Vater, em Heinrich VI., zum Rex Romanorum gwehlt worde. Noch em Dod vom Heinrich het sich im Riich aber schliesslig dr Otto IV. us em Huuse vo de Welfe duregsetzt. Die ungwöhnligi Widerwahl zum König im Johr 1211 het em Friedrich dr Wäg zu de Königschrönige vo 1212 und 1215 gebnet. Sit em Dod vom Otto IV. im Johr 1218 isch er unagfochte, sit 1219 au vo de Welfe mit dr Übergab vo de Reichsinsignie offiziell as König anerkennt worde. 1220 isch er zum Kaiser krönt worde.

Dr Friedrich II., me het em au stupor mundis Erstuune vo der Wält gsait, isch hochgebildet gsi und het mehreri Sproche beherrscht, under anderem agäblig Italiänisch, Französisch, Latiinisch, Griechisch, Mittelhochdütsch und Arabisch.[1] Er gültet allgemein as e Wunderwäse under de dütsche Herrscher vom Mittelalter und dr Jacob Burckhardt het en sogar as dr erst modärni Mensch uf em Dron bezeichnet. Der Grund für die Iischetzig isch vor allem gsi, ass er mit Mittel, wo deilwiis modärn amuete, brobiert het, s universale Kaisertum z behaupte. Mit siim Dod foot in dr modärne Gschichtsschriibig s so genannte Interregnum vo 1250 bis 1273 aa.

Chillebann und Chrüzfahrt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Friedrich (l.) drifft dr Al-Kamil (r.)
Augustaler vom Friedrich II. (prägt z Messina noch 1231)

Im Norde vo Europa het 1224 dr Friedrich si Iifluss über s Baltikum usdehnt und isch so mit em Papst Honorius III. in Konflikt cho, wo sich as Schutzherr vo de Balte gseh het. Dr Friedrich het noch de päpstlige Protest em Dütschen Orde erlaubt im Baltikum sich iizmische und d Pruzze, wo dört iigfalle si, z bekämpfe. Dr polnisch Herzog Konrad vo Masowie het en drbii understützt. Dr Papst isch nit glücklig gsi mit däm und no weniger drmit, dass sich dr Friedrich in d Chilleaglägeheite vo Sizilie iigmischt, päpstligi Territorie zu Riichslehe erklärt und sizilianischi Druppe noch Oberitalie gschiggt het, und wo dr Friedrich d Chrüzfahrt, won er sich drzue verpflichtet gha het, 1227 wägen ere Süüchi verschobe het, isch dr Bann uf en gfalle.

1228 isch dr Friedrich drotzdäm zum Fümfte Chrüzzug ufbroche, was er as Bannte gar nit hät dörfe.[2] Dr Papst het druf dr Bann verscherft und im Friedrich siini sizilianische Vasalle vo ihrem Dreueid glöst. Dä isch underdesse z Zypere acho und het s wider zum ene Riichslehe gmacht. Im Heilige Land het er mit em Sultan Al-Kamil dr Friidensverdrag vo Jaffa usghandlet, wo de Christe fast ganz Jerusalem, Betlehem und Nazareth ge het. D Christe und au d Moslem si nit zfriide gsi mit däm Verdrag und dr latiinisch Patriarch het im ene Interdikt em Friedrich verbote, in Jerusalem iizzieh. Er isch aber einewäg gange und het sich am 18. März 1229 in dr Grabchille sälber zum König vo Jerusalem krönt, was aber allgemein nit anerkennt worden isch, au wenn dr Friedrich erst 1245 vom Papst as abgsetzt erklärt worden isch. Won er ghört het, ass dr Papst in die oberitaliänische Riichsgebiet well iifalle, isch er über Akkon zrugg noch Brindisi gfahre, aber nit bevor d Chrüzfahrer si Sohn Konrad as König anerkennt hai.

D Ufhebig vom Bann[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Z Sizilie het dr Friedrich in churzer Ziit die päpstlige Druppe besiigt, het mit em Papst afo Verhandle und im zweite Verdrag vo San Germano vom Juli 1230 dr Chille vili Zuegständnis müesse mache, sich nüm bi Chillewahle iizmische, d Kleriker wider iizsetze won er bannt gha het und se nüm em wältlige Rächt z underwärfe, d Chille nid z bestüüre und uf alli Asprüch an dr Chillestaat z verzichte. Drfür het dr Gregor IX. im Früehlig dr Bann ufghobe. Dr Friedrich het sich aber kuum um siini Verspräche kümmeret, was siini Beziehige zum Papst schwierig gmacht het.

Familie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vorfahre[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Friedrich II. dr Eiäugig
(1090–1147)
Herzog vo Schwabe
Judith vo Bayre
(um 1100–noch 1130)
Rainald III.
(† 1148), Graf vo Burgund (Freigrafschaft)
Agnes vo Lothringe
(um 1110–noch 1140), Erbin vo der Freigrafschaft Burgund
Roger I.
(1031–1101), Graf vo Sizilie
Adelheid vo Savona
(† 1118),
Withier de Vitri
(† noch 1158), Graf vo Rethel
Beatrix vo Namur
(† 1160)
Friedrich I. Barbarossa
(1122–1190), Römisch Kaiser
Beatrix vo Burgund
(1143/4–1184)
Roger II.
(1095–1154), König vo Sizilie
Beatrix vo Rethel
(1130/5–1185)
Heinrich VI.
(1165–1197), Römischer Kaiser
Konstanze
(1154–1198), Erbin vo Sizilie
Friedrich II.
(1194–1250),
Römisch Kaiser und König vo Sizilie

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • David Abulafia: Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen. Berlin 1991.
  • Maria Paola Arena (Hrsg.): Enciclopedia Fridericiana. 2 Bde., Rom 2005.
  • Klaus van Eickels: Friedrich II. In: Bernd Schneidmüller]]/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I. München 2003, S. 293–314, 585
  • Alexander Knaak: Prolegomena zu einem Corpuswerk der Architektur Friedrichs II. von Hohenstaufen im Königreich Sizilien 1220–1250, Marburg 2001.
  • Odilo Engels: Die Staufer, 8. Auflage, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-017997-7. (Standardwerk über die Geschichte der Staufer)
  • Arnold Esch, Norbert Kamp (Hrsg.): Friedrich II. Tagung des Deutschen Historischen Instituts in Rom im Gedenkjahr 1994. Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd 85. Tübingen 1996.
  • Mamoun Fansa, Karen Ermete (Hrsg.): Kaiser Friedrich II. (1194–1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2008. ISBN 978-3-8053-3886-8.
  • Josef Fleckenstein (Hrsg.): Probleme um Friedrich II. (Vorträge und Forschungen 16). Sigmaringen 1974, ISBN 3-7995-6616-3.
  • Bruno Gloger: Kaiser, Gott und Teufel. Friedrich II. von Hohenstaufen in Geschichte und Sage. 8. Aufl., Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1982.
  • Benoît Grévin: Vivit et non vivit, Blocages structurels et avancées ponctuelles de la recherche sur Frédéric II Hohenstaufen. À propos de quelques ouvrages récents. In: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte 30/1, 2004, S. 207–216.
  • Knut Görich: Die Staufer, 2. Auflage, München 2008, ISBN 978-3-406-53593-2.
  • Knut Görich / Jan Keupp / Theo Broekmann (Hgg.): Herrschaftsräume, Herrschaftspraxis und Kommunikation zur Zeit Friedrichs II. (= Münchner Beiträge zur Geschichtswissenschaft; Bd. 2), Herbert Utz Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8316-0756-3.
  • Bodo Hechelhammer: Kreuzzug und Herrschaft unter Friedrich II. Handlungsspielräume von Kreuzzugspolitik (1215–1230). Ostfildern 2004.
  • Eberhard Horst: Friedrich der Staufer. Eine Biographie. Düsseldorf 1979 (2. Aufl.).
  • Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194–1250). Herrscher, Mensch, Mythos. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2008. ISBN 978-3-17-018683-5
  • Ernst Kantorowicz: Kaiser Friedrich II. 2 Bde. Stuttgart 1985-86 (Nachdruck der Ausgabe aus den 20er Jahren).
  • Michael Meinecke (Hrsg.): Das Staunen der Welt. Das Morgenland und Friedrich II. (1194-1250). (Bilderheft der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz 77/78). Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, ISSN 0941-8040.
  • Hannes Möhring: König der Könige. Königstein 2004, ISBN 3-7845-2141-X.
  • Hannes Obermair: Der Staufer Friedrich II. und die Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts. In: Concilium medii aevi 11, Göttingen 2008, S. 79-100. PDF 1 MB
  • Hans Martin Schaller: Stauferzeit. Ausgewählte Aufsätze. Hannover 1993 (Schriften der Monumenta Germaniae Historica, 38), ISBN 3-7752-5438-2.
  • Hans Martin Schaller: Friedrich II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, S. 478–484.
  • Wolfgang Stürner: Friedrich II. Gestalten des Mittelalters und der Renaissance. Bd I. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194–1220; Bd II. Der Kaiser 1220–1250. Darmstadt 1992–2000 [Sonderausg. der Wiss. Buchges., Darmstadt 2003, Primus Verl., Darmstadt 2003, ISBN 3-534-17414-3, ISBN 3-89678-483-8].
  • Marcus Thomsen: „Ein feuriger Herr des Anfangs ...“. Kaiser Friedrich II. in der Auffassung der Nachwelt. Kieler Historische Studien. Bd 42. Stuttgart 2005, ISBN 3-7995-5942-6.
  • Peter Thorau: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich (VII.). Teil 1 König Heinrich (VII.), das Reich und die Territorien. Untersuchungen zur Phase der Minderjährigkeit und der "Regentschaften" Erzbischof Engelberts I. von Köln und Herzog Ludwigs I. von Bayern (1211) 1220 - 1228. Duncker & Humblot, Berlin 1998.
  • Carl A. Willemsen: Bibliographie zur Geschichte Kaiser Friedrichs II. und der letzten Staufer. MGH-Hilfsmittel. Bd 8. München 1986.
  • Euard Winkelmann: Kaiser Friedrich II. Jahrbücher der Deutschen Geschichte. Bd 1. Leipzig 1889; Bd. 2. Leipzig 1897, Nachdruck Darmstadt 1967.
  • Gunther Wolf (Hrsg.): Stupor mundi. Zur Geschichte Friedrichs II. von Hohenstaufen. Wege der Forschung. Bd 101. Darmstadt 1982 (2. Aufl.).

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Friedrich II. – Album mit witere Multimediadateie

Nowiis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Dass dr Friedrich wirklig Arabisch gschwätzt het, haltet dr Houben, Friedrich II., S. 112, für ehnder zwiifelhaft.
  2. Zum Kreuzzug vgl. u. a. Thomas C. van Cleve, The Crusade of Frederick II, in: R. L. Wolff/H. W. Hazard (Hrsg.), The later Crusades, 1189–1311. (= A History of the Crusades, Bd. 2), Madison u.a. 1969, S. 429ff., hier online.
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Friedrich_II._(HRR)“ vu de dütsche Wikipedia.

E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.