Joachim von Watt, Joachim Vadian, Vadianus

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en Kupferstich mit em Vadian druff

De Joachim Vadian oder Vadianus, hüt bekannt als Vadian, wo eigentlich Joachim von Watt gheisse het (* 29. November 1484 z Sanggalle; † 6. April 1551 z Sanggalle), isch en Schwizer Humanist, Mediziner, Glehrte, Bürgermeister und Reformator i de Stadt Sanggalle gsi.

Biografii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Vadian isch als Sohn vom Kaufma und Rotsherr Lienhard von Watt i de damalige Rychsstadt Sanggalle ufgwachse. Er hät d Latinschuel bsuecht und isch 1502 uf Wien a d Universität go Literatur, Geografii, Naturwüsseschafte und alti Sproche studiere. Scho als Student hät men em Vadianus gseit; das isch di latinisierti Form vo sim Familiename Watt, wie’s dozmol bi de humanistische Glehrte üblech gsi isch. 1517 hät er s Medizinstudium als Dokder abgschlosse. Er hät sälber Vorläsige geh und isch zwei Johr Rektor vo de Universität z Wien gsi.

1518 hät er Wien wider verloh und isch zrugg uf Sanggalle, woner 1521 Mitglied vom chline Rot worde isch. Er isch ab 1526 bis zu sim Tod im Drüjohresrütmus Bürgermeister vo de Gallusstadt gsi. E paar mol hät er au als Gsandte a de Tagsatzig teilgno.

s Vadian-Dänkmol i de Stadt Sanggalle, gschaffe 1904 vom Bildhauer Richard Kissling

Als Humanischt hät er natürli Kontakt gha mit em Zürcher Reformator Huldrych Zwingli. De Vadian hät dem sis Gedankeguet i sis Schaffe z Sanggalle iiprocht und isch bald uf Chriegsfuess mit em Chloster Sanggalle gstande. Es isch em Vadian zwor glunge, s Chloster ufzlöse, aber nu för a paar Johr. D Stadt hät de neu (reformiert) Globe dor de Vadian aagnoh, d Gebiet wo zum Chloster ghört händ sind katholisch blibe oder händ vom neue Abt d Freiheit öbercho, zum wähle, bi welem Globe si wend mitmache.

Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Vadian hät vil Büecher gschribe, e paar sind veröffentlicht worde, anderi sind als Manuskript erhalte blibe. Sini Privatbibliothek vo 450 Bänd isch 1551 gemäss sim Testamänt a d Stadt Sanggalle öberi gange. Hüt werd si zämme mit em schriftliche Nochlass vom Vadian i de Kantonsbibliothek ufbewahrt, wo zum Adänke an ihm au Vadiana heisst.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Christian Sieber: Vadian, Joachim. In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.
  • Conradin Bonorand: Aus Vadians Freundes- und Schülerkreis in Wien / Guido Kisch: Vadians Valla-Ausgaben. St. Gallen 1965.
  • Rudolf Gamper: Vadians Arbeit an der Beschreibung des „Oberbodensees“. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 117. Jg. 1999, S. 157–165.
  • Rudolf Gamper (Hrsg.): Vadian als Geschichtsschreiber. (= Vadian-Studien; 17). St. Gallen 2006, ISBN 3-907928-59-8.
  • Ernst Götzinger: Vadian, Joachim. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 239–244.
  • Armin Kohnle: Vadian, Joachim. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 34, de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017388-3, S. 489–492.
  • Werner Näf: Vadian und seine Stadt St. Gallen. 2 Bände, St. Gallen 1944 und 1957.
  • Johannes Ninck: Arzt und Reformator (Vadian) – Ein Charakterbild aus grosser Zeit. St. Gallen 1936.
  • Ernst Gerhard Rüsch: Vadians Schriften über die Stadt St. Gallen und über den obern Bodensee. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 117. Jg. 1999, S. 99–155
  • Erich Wenneker: Vadian (von Watt), Joachim. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 12, Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9, Sp. 1003–1013.
  • Bernhard Stettler: Überleben in schwieriger Zeit. Die 1530er und 1540er Jahre im Spiegel von Vadians Korrespondenz. Zürich 2014, ISBN 978-3-0340-1250-8

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]