Trotzkismus

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Dr Leo Trotzki (um 1929)

Dr Trotzkismus isch e Richdig im Marxismus, wo vom Leo Trotzki usgange isch und im Geegesatz zum orthodoxe Marxismus-Leninismus stoot. Er isch au as e politische Kampfbegriff verwändet worde, wo dr Josef Stalin und sini Noochfolger brucht häi, zum politischi Gegner z diffamiere und z verfolge.

D Ideologii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Trotzkismus wiicht vo dr Linie vom orthodoxe Marxismus-Leninismus vor allem im Bezuug uf d Revoluzioonstheorii und d Bardeileer ab. E wääsentlige Bestanddäil isch d Theorii vo dr „Permanänte Revoluzioon“, das häisst: die sozialistischi Revoluzioon uf dr ganze Wält as e ständige Brozäss under dr Füerig vo Arbäiterrööt.

Dr Trotzki sälber het dänggt, ass är die ursprüngligeLeere vom Lenin vo dr russische Oktoberrevoluzioon, wo , internazional usgrichdet gsi si, im Geegesatz zum Stalinismus mit sim Sozialismus in äim Land, wo spööter die orthodoxi Leer verdrüllt het. Er het dr Begriff in de 1920er Joor definiert as „die richdigi Aawändig vom Marxismus in dr nöije Etappe in dr Entwigglig vo dr Oktoberrevoluzioon und vo unserer Bardei.“[1]

Im Geegesatz zur These vom mööglige „Sozialismus in äim Land“, wo dr Stalin verdräte het, isch dr Trotzki für e konsekwänte Internazionalismus gstande. Lut sinere Theorii vo dr permanänte Revoluzioon cha dr Sozialismus as Übergangsgsellschaft zum Kommunismus nume uf ere internazionaale Eebeni funkzioniere, und dorum müess die ganzi Wält dur e Revoluzioon vom Kapitalismus befreit wärde. Dr Usgangspunkt für e Trotzkismus isch im Trotzki si Studie Verrooteni Revoluzioon. Was isch d Sowjetunion und wo aane dribt si? us em Joor 1936. Din analüsiert er d Bürokratisierig in de Länder, wo e proletarischi Revoluzioon stattgfunde het und wo denn hüfig as degenerierti Aarbäiterstaate bezäichnet worde si. D Trotzkiste gseen sich als Verdräter vom Leninismus, wie e hufe anderi marxistischi Ströömige au.

E Methode zum an d Macht cho, wo under anderem vo trotzkistische Beweegige verwändet worde isch und immer no verwändet wird, isch dr „Entrismus“, wo Trotzkiste offe oder im versteckte in Bardeije und Organisazioone mitschaffe mit em Ziil, die äigeni Ideologii z verbräite, Mitgliider z gwünne, dr Kurs vo dr Organisazioon z verändere, zum in Zite vo dr Marginalisierig beziejigswiis vom e Verbot vo revoluzionäre Organisazioone nit vollständig vo dr Politik usgschlosse z si oder zum politisch legal chönne schaffe.

Dr „Trotzkismus“ isch as politische Begriff vor 1917 in erster Linie innerhalb vo dr Sozialdemokratische Aarbäiterbardei vo Russland verwändet worde, zum im Trotzki sini Uffassige z beschriibe. Bim Stalin isch dr Begriff noch 1923 as „Modällfall für alli Forme vo dr Linggsopposizioon in dr kommunistische Beweegig bzw. in dr Sowjetunion“ verwändet worde,[2] und denn vo dr Middi vo de 1930er-Joor isch er hauptsächlig in dr politische Usenandersetzig mit dr Lingge Opposizioon innerhalb vo dr Dritte Internazionaale as Kampf- und Bropagandabegriff brucht worde. Abwiichler vo dr Bardeilinie vo dr KPdSU si vilmol as Trotzkiste bezäichnet worde, so zum Bischbil in de Moskauer Brozäss 1936 bis 1938, wo under anderem ehemooligi Mitgliider vom Zentralkomitee verurdäilt worde si.

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Robert J. Alexander: International Trotskyism, 1929-1985. A Documented Analysis of the Movement. Duke University Press, Durham NC 1991, ISBN 0-8223-0975-0 (englisch).
  • Günter Bartsch: Trotzkismus als eigentlicher Sowjetkommunismus? Die IV. Internationale und ihre Konkurrenzverbände. Dietz, Berlin / Bonn 1977, ISBN 3-8012-1098-7.
  • Daniel Bensaïd: Was ist Trotzkismus? Ein Essay (übersetzt von Harald Etzbach, Paul B. Kleiser und Patrick Ramponi), ISP, Köln 2004, ISBN 978-3-89900-108-2 (als PDF-Datei, 136 Seiten 257 KB).
  • Alex Callinicos: Trotskyism, Open University Press, 1990 (englisch).
  • Manuel Kellner: Trotzkismus, Schmetterling, Stuttgart 2004, ISBN 3-89657-584-8.
  • David King: Roter Stern über Russland: Eine visuelle Geschichte der Sowjetunion von 1917 bis zum Tode Stalins Mehring, Essen 2010, ISBN 978-3-8863-4091-0.
  • Wolfgang Lubitz, Petra Lubitz: Trotsky Bibliography. An international classified list of publications about Leon Trotsky and Trotskyism, 1905–1997. 3., totally revised and essentially enlarged edition. 2 Bände, Saur, München 1999, ISBN 3-598-11391-9 (englisch).
  • Ernest Mandel: Trotzki als Alternative, Dietz, Berlin 1992, ISBN 3-320-01730-6.
  • Herbert Meißner: Trotzki und der Trotzkismus gestern und heute, Wiljo Heinen, Berlin 2011, ISBN 978-3-95514-002-1.
  • Wadim S. Rogowin: Trotzkismus, Mehring, Essen 2010, ISBN 978-3-88634-080-4

Zitschrifte für Trotzkismusforschig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Cahiers Léon Trotsky, Herausgegeben vom Institut Léon Trotsky (ILT), Grenoble, 80 Ausgaben zwischen 1979 und 2003
  • Revolutionary History (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive), 32 Ausgaben seit 1988,

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Trotzkismus – Sammlig vo Multimediadateie

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Trotzki: Die Fälschung der Geschichte der russischen Revolution, Buchverlag und -vertrieb Wolfgang Dröge, Dortmund 1977, ISBN 3-88191-002-6, S. 68.
  2. Pierre Séverac: „Trotzkismus“, in: Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Bd. 7, Argument-Verlag, 1997, ISBN 3-88619-067-6
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