Text:Johann Peter Hebel/J. P. Hebels sämmtliche Werke: Band 1/Hans und Verene

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[133] Hans und Verene.

Es gfallt mer nummen eini,
und selli gfallt mer gwis!
O wenni doch das Meidli hätt,
es isch so flink und dundersnett,
so dundersnett,
i wär im Paradies!

’s isch wohr, das Meidli gfallt mer,
und ’s Meidli hätti gern!
’s het alliwil e frohe Mueth,
e Gsichtli hets, wie Milch und Bluet,
wie Milch und Bluet,
und Auge wie ne Stern.

[134] Und wenni ’s sieh vo witem,
se stigt mer’s Bluet ins Gsicht; *)[1]
es wird mer übers Herz so chnapp,
und ’s Wasser lauft mer d’Backen ab,
wohl d’Backen ab;
i weiß nit, wie mer gschicht.

Am Zistig früeih bim Brunne
se redt ’s mi frei no a:
„Chumm, lüpf mer, Hans! Was fehlt der echt?
„Es isch der näume gar nit recht,
nei gar nit recht!“
I denk mi Lebtig dra.

I ha ’s em solle sage,
und hätti ’s numme gseit!
Und wenni numme richer wär,
und wär mer nit mi Herz so schwer,
mi Herz so schwer,
’s gäb wieder Glegeheit.

Und uf und furt, iez gangi,
’s wird iäten im Salat,
[135] und sag em’s, wenni näume cha,
und luegt es mi nit fründli a,
nit fründli a,
se bini morn Soldat.

.En arme Kerli bini,
arm bini, sell isch wohr.
Doch hani no nüt Unrechts tho,
und sufer gwachse wäri io,
das wäri io,
mit sellem hätts ke G’fohr.

Was wisplet in de Hürste,
was rüehrt si echterst dört?
Es visperlet, es ruuscht im Laub.
O bhüetis Gott der Her, i glaub,
i glaub, i glaub,
es het mi Näumer ghört.

„Do bini io, do hesch mi,
„und wenn de mi denn witt!
„I ha’s scho siederm Spöthlig gmerkt;
„am Zistig hesch mi völlig bstärkt,
io, völlig bstärkt.
„Und worum seischs denn nit?

[136] „Und bisch nit rich an Gülte,
„und bisch nit rich an Gold,
„en ehrli G’müeth isch über Geld,
„und schaffe chasch in Hus und Feld,
in Hus und Feld,
„und lueg, i bi der hold!“

O Vreneli, was seisch mer,
o Vreneli, ischs so?
De hesch mi usem Fegfüür g’holt,
und länger hätti ’s nümme tolt,
nei, nümme tolt.
Jo, frili willi, io!


  1. *) [133] Ausgabe I.
    se schießt mer’s Bluet in’s G’sicht;