Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen
d Titelsyte vom Buech

Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes heisst es Buech mit Verzelligen und Gschichte vom baadische Schriftsteller Johann Peter Hebel.

d Gschicht vom Buech[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Es sind Stück und Kaländergschichte, wo dr Hebel sid ane 1803 i de beide Landkaländer, won er Mitautor gsi isch, het lo abtruke. Das sin z’erscht, vo 1803 bis 1806, dr Badische Landkalender und derno, vo 1807 bis ane 1811, der Rheinländisch Hausfreund gsi. D Regierig vo dr Markgrafschaft Baade het nämli dr Hebel gfrogt gha, ob er bim Verbessere vom tradizionelle markgräfliche Landeskaländer chönt hälfe; do drfür het er Pricht und Briefe verfasst und s bescht wonner het chönne mache isch es gsi, sälber inträssanti Artikel z schrybe.

Mit dere Sery vo de uf Hoochdüütsch gschribene Gschichte isch es em erfahrene Schriftsteller glunge, nid nume der baadisch Kaländer z rette, sondern grad au no d Kaländergschicht as Publikazionsform zun ere bedüütende literarische Gattig z mache, wonn er se unabhängig vom Kaländer spöter nöi het lo truke. Die churze, immer lehrryche Verzelligen, zytgschichtleche Churzpricht, Anekdote und Lieder us dene Kaländer sin bim Publikum so guet acho, ass sech dr Hebel drzue entschlosse het, en Uuswahl vo 127 Nummere drvo zäme nöi usezgää. S Buech isch ane 1811 bim Verleeger Johann Friedrich Cotta (1764-1832) z Tüübinge usechoo. Dr Cotta hätt em Buech welle dr Titel Schatzkästlein des deutschen Hausfreundes gää, was aber em Hebel nid rächt gsi, und so isch der Name vom «Rheinische Hausfreund» drus worde zum sääge, ass es Gschichte us em Baadische sind. Und bi dr Redakzioon vom Buech het dr Autor no vil z tue gha; er het nämli i de Kaländergschichte für die nöi Publikazioonsform no s eint und ander umgschribe.[1] Scho glyy sin wyteri Uusgabe erschiine, wil d Nochfroog so gross gsi isch. S Schatzkästlein isch es beliebts Huusbuech bi de Düütsche worde. Und bis hüt sin immer wider nöji Liferige bi verschidene Verlääg usecho.

Dr Hebel sälber isch mit em Übername Hausfreund bekant gsi, und er het denn sogar teil vo sine Brief mit dere Bezeichnig underschribe.

Teil Stück het dr Hebel schynts vorhär für d Schuel z Karlsrue wonn er gschaffet het, gschribe, und se erscht spöter im Kaländer eme grössere Publikum zeigt. Und wil me s Schatzkästlein au i de Schuele z Düütschland gärn glääse het, sin em Hebel sini Lehrstück so wider im Underricht zum Zuug cho .[2]

S Schatzkästlein zelt me sid langem zu de grosse und berüemptischte Wärch vo dr düütsche Literaturgschicht. Und zum eis Stück usezgryffe: S Kannitverstan isch eini vo de bekantischte Churzgschichte vo dr düütsche Literatur.[3]

S Titelwort Schatzkästlein het im 20. Joorhundert der Hebelbund vo Löörech au zum Name für sini regelmässigi Zämekümpft am Hebelsuntig im Maie gnoo.[4]

Es bar Bischpiil vo de Stück us em Buech[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Betrachtungen über das Weltgebäude
  • Die Erde und die Sonne
  • Denkwürdigkeiten aus dem Morgenlande.
  • Von den Prozessionsraupen
  • Zwei Gehilfen des Hausfreunds
  • Von den Schlangen
  • Nützliche Lehren
  • Guter Rat
  • Der schlaue Husar
  • Das wohlbezahlte Gespenst
  • Fliegende Fische
  • Der grosse Sanhedrin zu Paris
  • Jakob Humbel (über en Buur im Aargau)
  • Der Wegweiser (wie schwirig s Französischen isch)
  • Der Kommandant und die badischen Jäger in Hersfeld
  • Kannitverstan (über d Erfahrig mit ere frömde Sprooch)
  • Unverhofftes Wiedersehen

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Wilhelm Zentner: Johann Peter Hebels Werke. Bd. II: Erzählungen und Aufsätze des Rheinländischen Hausfreunds. Karlsruhe 1922/1923.
  • Friedrich Voit: Vom 'Landkalender' zum 'Rheinländischen Hausfreund' Johann Peter Hebels. Zum südwestdeutschen Kalenderwesen im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Frankfurt 1994
  • Günter Oesterle: Beobachten und Erinnern. Johann Peter Hebels “Rheinländischer Hausfreund”. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, 76, 2002, S. 229–249.

nöie Uusgab[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hannelore Schlaffer (Rusgäber): Johann Peter Hebel. Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes. Ein Werk in seiner Zeit, mit Bilddokumenten, Quellen, historischem Kommentar und Interpretation. Tübingen 1980.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wikisource Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes im dütschsprochige Wikisource

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Ludwig Fertig: Buchmarkt und Pädagogik 1750–1850. Eine Dokumentation. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Band 57. Frankfurt am Main 2003, S. 1-146, S. 107.
  2. Ludwig Fertig: Johann Peter Hebel der Schulfreund. Darmstadt 1991.
  3. Maret Hosemann:: Johann Peter Hebels Erzählung “Kannitverstan” im Kontext der Deutschen Klassik. München 2006.
  4. Schatzkästlein uf hebelbund.de