Mann im Mond

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De Maa im Moo isch e verbraititi Bezaichnig vode Flecke womer ufem Moo gsiet.

d Ursach[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Well die verschidnige Arte vom Gstai ufem Moo s Suneliecht unterschidlich starch reflektieret, gsiet de Moo gflegget uus, wa scho immer d Fantasii vode Mensche agregt het. Die ainte gsient e Gsicht, anderi e Manndli oder au e Tier, wien en Haas oder e Chrokedil.

Vorde Ruumfaart isch natürli vill spekuliert worde, so het mer globt, as die dunkle Stele Meer siget. Da isch au de Grund wiso mer dene Mare sait.

s Gsicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Gsicht vom Moo erschint ser oft i Signetli vo Kalender, wo d Faase vom Moo aagend. Und wenn chlini Chind lernet Schribe, mönds hunderttuusig mol immer s gliiche Fersli alose: Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. So hett den d Chinderbuechautorin Gerda Maria Seidl e Buech gschribe mitem Titel Das Mondgesicht, wo den uf Japanisch (Marion-no-otsukisama), Sloweenisch (Luncek), Holändisch (Het maanportret), Finisch (Paperikuu) und Dänisch (Måneansigtet) übersetzt worden isch. Der Chinderliedermacher Roland Zoss het es Yschlaflied gschriebe: Lila-Lula, der Maa im Mond.

de Holzfrefler[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De englischi Dichter Chaucer (14. Jh.) verzellt, as uf de Bruscht vode Lady Cynthia (de Moo) e Maa gmolet sai, wonen gstolne Dornbusch ufem Rugge trägi. Au z Holland trait het manntjen in de maan en gstolne Dornbusch ofem Rugge.

Die ganzi Gschicht vo dem Holzfrefler het de Appizeller Titus Tobler ufgschribe: "An arma Ma het alawil am Sonnti Holz ufglesa. Do hed-em der lieb Gott d'Wahl gloh, öb er lieber wött i der Sonn verbrenna oder im Mo verfrüra (inn kalta Mo ihi, oder i d'Höll abi). Do will-er lieber inn Mo ihi. Dromm sied-ma no ietz an Ma im Mo inna, wenns Wedel ist. Er hed a Püscheli uffem Rogga."

De alemanischi Dichter Johann Peter Hebel het us dem Thema Versli gschmidet.

Z Ägypte aber isches e Frau, nämli d Tochter vom Holzsammler (bint el-ḥaṭṭāb).

Wasserwese[ändere | Quälltäxt bearbeite]

I de Edda, e Buech wo die nordischi Mythologii behandlet, werd vom Moo gsait, as zwai Chind, de Bil und d Hjúki, e Bueb und e Maitli im Moo ine sind, wo de Moogott Mani uufgnoo het. Si träget de Wasserchübel Sägr und d Stange Simul. D Schwede gsiend no hüt zwai Lüt miteme Chübel und ere Stange im Moo.

Uf de Nordseeinsle Sylt isch es e Riis, wo im Moo ine isch, un de bückt sich bi Fluet, aber bi Ebbe goter ufrecht.

Anderi Bilder[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Verbraitet isch s Bild vomene Haas, so z Indie, z China und i de Mongolei.

En Beduinestamm i de Wüesti vo Syrie maint dagege, ass de Moo und d Sune en forchtbare Ehekrach gha heget und si sich gegesittig en Aug uskratzt hebit. Und jedesmol wenn de Moo zu sinere Frau haichunt, werd er vo Angst ganz dünn, got er wider eweg, ninnt er wider zue.

D Afrikaner vo Gambia gsiend e Chrokediil im Moo. Wa bide Asiate Hasenoore sind, sind do d Chifel vo dem Uutier.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

J.P. Hebel: Mann im Mond

Büecher[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Titus Tobler, Appenzellischer Sprachschatz, 1837
  • Jacob Grimm: Deutsche Mythologie; 1835. (Lizenzusgoob 1992: ISBN 3-922383-68-8).
  • Alois Musil: The Manners and Customs of the Rwala Bedouins, 1928
  • Jürgen Blunck (Hrsg.): Wie die Teufel den Mond schwärzten. Der Mond in Mythen und Sagen. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg-Berlin 2003. ISBN 3-8274-1409-1