Karl May als Musiker

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Dialäkt: Schwäbisch
Karl May

Vom Karl Friedrich May (* 25. Februar 1842 en Ernstthal, + 30. März 1912 en Radebeul) wisset fascht älle Leit, dass’r a deitscher Schriftsteller gwäa isch, wo hauptsächlich durch seine Abenteierbiacher ond d Figura wia dr Winnetou, dr Old Shatterhand, dr Kara ben Nemsi ond dr Hadschi Halef Omar bekannt worda isch. Dass abr der Kerle au hochmusikalisch gwä isch ond etliche Kombositiona henterlau hot, wisset de wenigschde. Sei Vorbild beim Komboniera isch dr Schwob Friedrich Silcher gwäa. Deshalb wuud dr Karl May gelegentlich au als dr „sächsische Silcher“ bezeichnet. Dr folgend Artikl befasst sich schwerponktmäßig mit-em Musiker Karl May.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Kendheit, Jugend ond Ausbildong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

s Geburtshaus vom Karl May

Dr Karl May wuud am 25. Februar 1842 im sächsischa Ort Ernschtthal ganz en dr Nähe vom Erzgebirge gebora. Er isch s fuffde Kend vom Weaber Heinrich August May ond dr Hebamm Christiane Wilhelmine geborene Weise. Bald noch dr Geburt wuud der Bua blend. Damit sei Fandasie o‘gregt wuud, liest em sei Oma viel Gschichda aus ma alda orientalischa Märlesbuach vor. Erscht en seim fuffda Lebensjohr hot em Karle sei Muadr so viel Geld o’gschbart, dass se ihrn Soh en Dresden oberiera lau ko, ond was et viel fir meglich haldet: Dui Obratio glengt. Dr Karle ko wieder gugga.

Wia dr Karle sechs Johr alt ischt, schickt en sei Vaddr uf d Rekdoratsschual en Ernschtthal. Er isch en ganz ufgwecktr Schialer, so dass’r koine Problem beim Lerna hot. Scho bald ko-nr Leasa ond Schreiba. Sei Vaddr ischt ehrgeizig ond will, dass es em Karle emol besser goht wia ehm. Dr alde May schleppt en Haufa Biachr hoim: Vrschiedene Sprochlehra, erdkondliche ond filosofische Wälzer, abr au Biacher vo ra suschbekda Leihbiacherei, ond der Bua verschlengt älle ganz gierig.

Sonndichs goht dr Karle oft en d Kirch. Dr Kantor vo dera Kirchagmoid, dr Samuel Friedrich Strauch, merkt bald, was fir a grauß musikalischs Talent en dam Bua schlommret. Deshalb geit’r em Onderricht em Orglspiela, em Dirigiera ond en dr Musiktheorie.

Noch seira Konfirmatio (16. März 1856) dät dr Karle am liabschda uf a Gimnasium ganga, abr der Wonsch wuud et erfillt; seine Eltra hend et gnuag Geld. Stattdessa bsuecht’r s Lehrerseminar en Waldaburg. Om seira Familie zo Weihnachda 1859 a Freid z machet, nemmt’r vo dr Schual sechs Kerza mit. Des kommt bei dr Leidong raus ond dr Karle fliagt vo dr Schuel. Zo seim Glick ko-nr nochher sei Ausbildong en Plauen em Vogtland weidrmacha. 1861 wuud’r fertig ond ischt jetzt Schualamtskandidat.

Dui Zeit als Lehrer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em gleicha Johr kragt’r a O’stellong an ra Fabrikschual en Altchemnitz. Wia-nr en de Weihnachtsferia zo seira Familie aufbricht, loht’r vo seim Zemmergenossa a Dascha-uhr mitganga. Des wuud em abr als Diebstahl ausglegt ond’r muaß sechs Wocha ens Gfengnis. Dass’r deshalb nadirlich sei Stell als Lehrer nemme bhalda ko, isch koi Frog. D Folge fir en send schwere Debressiona.

Wia dr Karl wieder en Freiheit isch, geit’r privade Onderrichtsstonda, haubtsächlich en Musik. Er grindet a kleina Instrumentalkabell, schreibt fir dui oigene Kombositiona ond fihrt se bei „musikalisch-deklamadorische Obadonderhaldonga“ auf.

Beim Gsangverei „Lyra“[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1863 wuud dr Karl May Dirigent vom Gsangverei „Lyra“ en Ernschtthal. Deet entstandet seine erschte Kombositiona fir Männerchor. Nochdem dia bei de Leit guad o’kommet, verfolgt’r 1864 a graißers Ziel: er will a Posse mit Gsang ond Danz en acht Bildr schreiba ond komboniera. „Die Pantoffelmühle“ soll des Stick hoißa. En deam Stick ghot’s do drom, dass dr Miller Simson ondrem Pantoffl vo seim Weib Adeline ond seira Schwägere Hermine stoht. De erschd wuud vom Miller „Lärmine“ ond de zwoit „Krakehline“ ghoißa. S gheit Tekscht fir Cheer ond Couplets, a baar musikalische Entwirf ond a baar Kombositiona, wo ganz fertig send. A gschlossena Konzeptioo ka mr abr et erkenna. Dui Posse bleibt a Fragment.

Musik em Arbeitshaus Schloss Oschterstein[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1864/1865 tritt dr Karl May en verschiedene Gmoida als Hochstabler auf. Dobei geit’r sich als Augaarzt, als Seminarlehrer ond als Notastecher aus, om sich sein Lebensondrhalt zo erschwendla. Am 8. Juni 1865 verurteilt en s Bezirksgricht Leipzig zo vier Johr ond oin Monat Arbeithaus. Ableischda muaß’r dui Strof em Schloss Oschtrstein. Dobei wuud dr Karl May em Aufseher Göhler onderstellt. Deam isch s Musik- ond Bläserkorps vo älle Gfangene o’vertraut. Wenn d Sträfleng em sonntichs da Gottesdenscht bsuechet, mueß’r mit seine Bläser deane ihr’n Gsang begleida ond mit em Chor vo de Gfangene da Gottesdenscht musikalisch auflockra. Bald fendet dr Karl May Ufnahm bei dr Kabell ond em Chor, ond s zeigt sich, dass der meh vo dr Musik vorstoht als dr Göhler. Der neidet’s em abr et, sondern ondrstützt en kräftig bei seine Fähigkeita. So kommt’s, dass dr Karl May neie Musika fir d Kabell arrangiert ond fir da Chor Kombositiona beisteiret. Mr vormudet, dass en deara Haftzeit ondr anderem sei dobblcheeriga Weihnachtsmotett „Siehe, ich verkündige euch große Freude“ entstanda ischt.

Noch drei Johr wuud dr Karl May begnadigt ond goht wieder hoim noch Ernschtthal. Abr scho zwischa März ond Juni 1869 wuud’r erneit stroffällig. Er geit sich mehrmols als an hoher Bolezeibeamter aus, wo dr Auftrag hot, noch Falschgeld zo suacha. Uf dui Weis erleichtret’r a baar Mol leichtglaibige Ondertana om ihre Erschbarnis. Er stiehlt au an Haufa Zuig, wo fir ehn eigentlich ganz o’nitz isch, zom Beischbiel an Kendrwaga, a Schirmlamp, Billardkugla ond oimol au an Gaul. Wia-nr vorhafdet wuud, zerbricht’r seine Fessla ond haut ab ens Behmische. Noch a baar Monat wuud’r deet aufgriffa ond noch Sachsa ausgliefret. S Bezirksgricht Mittweida verurteilt-en zo vier Johr Zuuchthaus.

Musik em Zuuchthaus Waldheim[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Des Zuuchthaus hot a Kirch mit zwoi Gmoida: a evangelischa ond a kadolischa. Dr kadolisch O’staltslehrer muaß am Sonndich während dr Mess emmr au d Orgl schbiela. Weil em abr en letschder Zeit emmer meh Arbet ufglada worra ischt, hot’r eigentlich gar koi Zeit meh, om au noh jeda Sonndich an dr Orgl zo sitza. Desweaga isch’r scho lang uf dr Suach noch ma Stellvertretr. Wia sich romschbricht, dass dr Häftleng Karl May a musikalischa Vorbildong hot, wuud’r a-ma scheena Dag en d Kirch glada, an d Orgl gsetzt ond kriagt Noda vorglegt. Dr Karl May fangt o zo schbiela ond dui strenga Kommissioo, wo-nem zuaheert, ischt hin ond hergrissa, was der Kerle so ällas ko. Er wuud zom Direktr vo dr Ostalt gfiert ond ganz offiziell zom Organischda bschdellt.

Wieder uf freiem Fuaß[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wia dr Karl May aus em Zuuchthaus entlassa wuud, isch er 32 Johr alt. So ganz langsam goht’s aufwärts mit ehm. Er konzentriert jetzt sei ganza Kraft ufs Schreiba vo Abenteierbiachr. Zom Doil hot’r domit au scho em Gfängnis o’gfanga ghet. S Komboniera schbielt jetzt koi so graußa Roll meh, abr d Musik goht em nadiirlich trotzdem et aus em Senn. Des merkt mr au seine Biachr o, wo emmer mol wieder vo dr Musik dui Red ischt.

Abr ganz ko-nrs doch et lau! Em Johr 1897 greift’r nomol zor Feadr, om zu komboniera. Dobei entstandet zwoi Liadr, dia bald zo seine bekanndeschde werda sollet: Sei „Ave Maria“ ond dr Choral „Vergiss mich nicht! Ich steh im dunklen Land.“ Des send au de oizige musikalische Werk, wo zo seine Leabzeita vereffentlicht werdet. Ondr-em Titl „Ernste Klänge“ ganget dia Liadr en Druck.

Am 30. März 1912 stirbt dr Karl May. Sei Grab fendet’r uf em Friedhof vo Radebeul.

s Grab vom Karl May

A Auswahl vo seine Kombositiona[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Geischtliche Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ave Maria der Gondolieri am Traghetto della Salute fir zwoi 4-stemmige Männercheer noch ma Tekscht vo dr Ida von Düringsfeld
  • Weihnachtskantate (Siehe, ich verkündige euch große Freude ...) fir zwoi 4-stemmige Männercheer (durchkomboniert!). Dr Tekscht isch aus em Lukas-Evangelium. Wenn a Kirchachor a baar guade Teneer ond Bäss hot, no eignet sich dr Chor hervorragend drzua, en dr Chrischtmette am Hoiliga Obad als gsongener Doil en d Leasong vo dr Weihnachtsgschiicht eibaut zo werda.
  • Osterkantate (Auf Golgatha am Kreuz geschlagen ...) fir zwoi 4-stemmige Männercheer
  • Ave Maria – Do drvo geit’s zwoi Fassonga: fir an vierstemmiga gmischda Chor en B-Dur ond fir an vierstemmiga Männerchor en Es-Dur. Des ischt mit Abstand de bekanndeschd Kombositio vom Karl May, wo noh heitzodag vo viele Kirchacheer gsonga wuud ond oft en Wonschmusiksendonga verlang wuud, hauptsächlich en dr Aufnahm vo dr Gächenger Kandorei ondr dr Leidong vom spädera Grammy-Preisträger Helmuth Rilling.
  • Vergiss mich nicht! – Vo deam Choral geit’s wia beim Ave Maria sowohl a Fassong fir en gmischda Chor als au a Fassong fir en Männerchor. Dui Kombositio mit ihre viele Halbtee-Schritt stellt fir Laiacheer a Herausforderong dar, an dera schau manche gscheidret send. Wahrscheinlich isch des de reifschd Kombositio vom Karl May.

Weltliche Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Wanderlied - fir en 4-stemmiga Männerchor noch ma Tekscht vom Uffo Daniel Horn
  • An die Sterne - O’fanga duet’s als 4-stemmiga Männerchor, abr ab em 17-da Takt wuuds zom-ma Dopplchor mit zwoimol vier Stemma.
  • Nottourne (Ich will dich auf den Händen tragen ...) - komboniert fir a Soloquardett fir vier Männerstemma, abr nadirlich ko des Quardett au vom ma Chor gsonga werda
  • Serenade (Zieht im Herbst die Lerche fort ...) - Des isch de oinzig iberlieferde Kombositio vom Karl May, wo d Melodie et vo ehm isch, sondern vom Wilhelm Heiser (1816-1897). Dr Karl May hot aus dera Melodie an Satz fir en 4-stemmiga Männerchor gschrieba ond dia vier Stropha mit ma Zwischaspiel uf em Klavier verbonda.
  • Ständchen - fir en 4-stemmiga Männerchor mit Begleidong vo ma Streichquardett

Aus dr „Pantoffelmühle“ send erhalda (zom Doil mit Orkeschtrbegleidong):

  • Eingangschor (Am Bache, da klippert und klappert es laut)
  • Aennchens Lied: O sag, liebst du vielleicht?
  • Der Jesuit (Es schleicht ein Fuchs aus seinem Bau)

Schallbladda ond CDs[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ave Maria + Vergiß mich nicht – gsonga vo dr Gächenger Kantorei Stuegert ondr dr Leidong vom Helmuth Rilling, Single: CBS 1979
  • Dresdner Kreuzchor interpretiert Karl May, Leitung: Gothart Stier, CD: Karl-May-Museum 1992
  • Eine Matinée an der Silbermann-Orgel der Kathedrale zu Dresden über Karl Mays „Ave Maria“ und „Vergiss mich nicht“, Organist: Johannes Ricken. CD: Motette 1992
  • Karl Mays Kompositionen, Collegium Canticum Dresden, Leitung: Klaus Holzweissig, Motette CD 50741

Litradur (ond Quella)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hartmut Kühne und Christoph F. Lorenz: Karl May und die Musik, Karl-May-Verlag Bamberg Radebeul, ISBN 3-7802-0154-2 (Zo deam Buach ghairt au a CD. Dui ischt abr et empfehlenswert, weil do em Karl May seine Liadr bloß vo Laiakeer vordraga werdet, wo mr o‘merkt, dass se mit manche Kombositiona hoffnongslos ibrfordret send, ond d Chorsätz aus dr „Pantoffelmühle“ werdet et gsonga, sondern bloß uf ma Keyboard gschbielt!)
  • Hermann Wohlgschaft: Karl May – Leben und Werk. 3 Bänd.. Bücherhaus, Bargfeld 2005. ISBN 1921019190
  • Christian Heermann: Winnetous Blutsbruder, Karl-May-Biografie, Karl-May-Verlag Bamberg Radebeul, ISBN 3-7802-0161-5

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Noda vo a baar Chorsätz:

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