Königin Ester

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D Ester uf em Bild vom belgische Maler Jean-François Portaels (1869

D Königin Ester (hebräisch: אֶסְתֵּר, ’Ester, i de dütsche Schrybwys au Esther) isch nach em alttestamentliche Buech Ester e jüdischi Waise mit em hebräische Name Hadassa (hebr. „Myrte, Myrthenstrauch“). Si isch d Adoptivtochter vo irem Cousin Mordechai, wo im 5. Jahrhundert v. Chr. i de persische Diaspora söll gläbt ha. Spöter isch si d Frau vom persische Chüng Ahasveros (oder Xerxes I.) worde.

Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di biblischi Erzählung im Buech Ester beschrybt d Umchehrig vomene plante Völkermord a de Jude im persische Rych: De Chüng und sy Hofstaat fühled sich dur s unghorsame Verhalte vo de Königin Waschti beleidigt. Der Chüng het nämlich ds Fescht gfyret und bi dem Fescht het er d Waschti welle gseh. Die het sich aber gweigeret zum Chüng z cho. Drum wird d Waschti vom Hof gwise. Es wärded Jumpfere usgwählt, us dene e nüüi Königin usgsuecht wärde söll. S Waisechind Ester wird äbefalls als möglichi Königin i Palast bracht. Si wird dank irere Aamuet zur nüüe Frau vom persische Chüng Ahasveros, verheimlicht aber iri jüdischi Abstammig, wie s ere de Mordechai befole het.

De Mordechai het e Poste am Tor zum chünigliche Palast. Debyy beluuscht er zuefällig d Lybwächter vom Chüng, wo planed, desäb z ermorde. Er warnt mit de Hilf vo de Ester de Chüng und chund so i syni Gunst.

De Mordechai isch aber em höchste Regierigsbeamte, em Haman, e Dorn im Auge, wil er sich weigeret, sich vor ihm zu verbüüge. De Haman wird en „Agagiter“ gnännt und isch demit wohl als Nachkomme vo de Amalekiter bezeichnet. Die sind es Volch, wo Israel gägenüber scho syt em Exodus findlich gsinnt sind. Us Wuet übere Mordechai nutzt de Haman s Vertruue vom Chüng us und überzüügt ne, s jüdischi Volch im persische Riich z vernichte, wil s aagäblich mit syne Rite und Gsetz nid zu den andere Völcher passi. Mit chünglichem Sigel wird im ganze Riich verchünt, dass am 13. Tag vom 12. Monet (Adar) di jüdischi Bevölcherig, samt irne Chind, vogelfryy sig und vernichtet wärde dörfi.

D Ester erfahrt, dass de Mordechai i Truurchleider zmittst z Susa, einere vo de drü Residänzstädt vo Persie, über di drohendi Katastrophe wehchlage tääg. Si schickt Bote zuenim, um de Grund z erfahre. De Mordechai forderet si uuf, sich für ires Volch bim Chüng yyzsetze. Si zögeret zerst no, wil s Hofprotokoll s unerlaubte Erschiine vor em Chüng mit de Todesstraf bestraft, denn nimmt si aber s Risiko uf sich.

De Chüng isch gnädig mit ere, lost sich de Ester iri Geschicht aa und merkt debyy, dass de Haman sys Vertruue missbrucht het. Er will nid zuelah, dass s Volch vom Maa, wo ne sälber mal vor em Tod bewahrt het, i sym Name vernichtet wärde söll. Ufsmal wird de Haman a Galgen ufghänkt, won er füre Mordechai het la ufstelle.

S jüdische Mausoleum vo de Esther, de Frau vom Xerxes I., und em Mordechai, Hamadan, Iran

S erste chünigliche Dekret cha aber nid zrugggnuu wärde, au nid vom Chüng sälber. D Ester und de Mordechai, mittlerwyl mit chüniglichem Sigel bevollmächtiget, erlönd drum es zweits Dekret, wo de Jude gstattet, a dem 13. Adar sälber für ires Läbe z kämpfe und so irersyts iri Finde z vernichte. Die Nachricht sorgt, im Gägesatz zum voraagangnige Dekret vom Haman, z Susa für Freud und Jubel. Uf Aawysig vom Mordechais versammeled sich d Jude in allne Städt und töted iri Finde mit em Schwärt. Dur das zweite Dekret yygschüchteret, wagt niemert meh, s Dekret vom Haman z befolge und sich gäge d Jude z stelle. Us Furcht bekänned sich sogar vili Nidjude zum Judetum (Est 8,17 EU) – oder „gänd sich als Jude uus“ (das entspricht em hebräische Teggscht besser).

Am 13. Adar wärded z Susa 500 Manne, di zäh Söhn vom Haman und i allne 127 Provinze 75.000 anderi Manne umbrunge. D Ester bittet de Chüng Ahasveros, s Edikt z Susa um ei Tag z verlängere, so dass z Susa am 14. Adar wyteri 300 Manne ums Läbe chömed. So wird us em plante Genozid an de Juden e Massemord a de Finde vo de Jude. Der Teggscht hebt füre, dass d Jude sich nid am Vermöge vo de tötete Finde berycheret heiged. Es isch au nid d Red von de Tötig vo Fraue und Chind. Beides wäri aber im erste Dekret gäge d Jude vorgseh gsi. Aagsichts vo de damalige Gsamtbevölcherig schynt das aber doch e sehr grossi Zahl a Todesopfer.

Zur Erinnerig an iri Rettig dur d Ester fyred d Jude s Purimfäscht. Purim (Plural von hebr. pur) bedüüted „Los“. De Haman heig nämli es Losorakel konsultiert, um de Zytpunkt vo de Judevernichtig zu bestimme. S Orakel het sich denn i gägeteiliger Form erfüllt.

D Gstalt vo de Ester erschynt au in bildliche Darstellige vo de Nüün Guete Heldinne. Si isch demit en ikonografisch wichtige Verträtteri vom Judetum.

Historischi Yyornig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E jüdischi Frau vom Perserchüng Xerxes I. isch historisch so wenig nachwysbar wie d Waschti und iri Verstossig us em Palast. Au wyteri Motiv vo dr Erzählig passed nicht is historischi Umfäld oder wirked ehnder märlihaft.

E Verwandtschaft mit em Name vo de babylonisch/assyrische Ischtar (und demit em Name vo de syrische oder kanaanäische Göttin Astarte) isch nid aaznäh, wil d Geschicht vom Buchs nid im hütige Irak, sondern z Persie und gnauer i de persische Hauptstadt Susa spilt.

Gedänktag[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De römisch-katholischi Gedänktag isch de 24. Mai; das isch au de Gedänktag im Kaländer vo de Lutheranische Chile vo de Missouri-Synode. Di orthodoxi Chile erinneret am vorletschte Sunntig im Advänt a d Ester.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Verfilmige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Das Schwert von Persien (Esther and the King, Kinofilm, 1960)
  • The Thirteenth Day: The Story of Esther (Färnsehfilm, 1979)
  • Die Bibel – Esther (Färnsehfilm, 1999)
  • One Night with the King (Kinofilm, 2006)
  • A História de Ester (Färnsehserii, 1998 / 2010)
  • The Book of Esther (Färnsehfilm, 2013)

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Ester – Sammlig vo Multimediadateie
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