Das Lied von der Erde

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Dr Gustav Mahler em Jôhr 1892
Dialäkt: Schwäbisch

Das Lied von der Erde ischt a Sinfonii en sechs Sätz vom Gustav Mahler. A Uffihrong dauret rond 65 Menudda.

Erleitronga zor Gaddong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Lied von der Erde ischt koi Lied em iblicha Senn (was zom Beischbiil au uffs Lied von der Glocke zuatrifft), sondern a ausgwachsena Sinfonii fir a grauß Orkeschtr – au wenn des manchmôl ganz kammermusikalisch wirkt – ond zwoi Senger (Alt bzw. Bariton ond Tenor). Worom dr Mahler dui Sinfonii et – wia-nr des bei seine andre gmacht hôt – mit-ra fortlaufenda Nommer vorseha hôt, wird em nächschda Absatz erklärt.

Wia des Werk entstanda ischt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Jôhr 1907 hôt dr Mahler erfahra, dass’r an dobblseidiga Herzklabbafehler hôt ond wahrscheinlich nemma lang leaba kôô. En dera Zeit hôt-em oiner vo seine Freind, dr Hofrat Dr. Theobald Pollak, a Sammlong vo-ra altchinesischa Lyrik en-ra zemlich freia deitscha Ibrsetzong bzw. Nôchdichdong vom Hans Bethge ibrgeba en dr Hoffnong, dass-em dia Vers a bissle Troscht schbendet. Wia dr Mahler nô dia Vers gleasa hôt, ischt en seira Seel a Fuier fir dui Dichtong uffglodret, ond bald hôt’r ôôgfanga, siiba Gedicht uss dera Sammlong e-ma sechsdoiliga sinfonischa Liederzyklus zo vortona. Wo-nr’s fir ôôbrôcht ghalda hôt, hôt’r a baar kloinere Enderonga vorgnomma ond fir da ledschda Satz zwoi Gedicht zo oim zammagfasst. Em Jôhr druff ischt’r mit seira Arbet ferdich gwäa ond hôt sei Werk als Symphonie für eine Tenor- und eine Altstimme und Orchester bezeichnet. Weil’r vôrher scho acht Sinfonia gschriiba ghet hôt, hedd Das Lied von der Erde en dr Zehlong sei neunda werra miaßa, abr vor dera Zahl hôt’r sich arg gscheid, weil’r gwisst hôt, dass etliche vo seine grauße Kombonischda-Kollega ibr dui Zahl et nauskomma send, sondern nôch dr Neunda Sinfonii s Zeitliche hend segna miaßa, zom Beischbiil dr Ludwig van Beethoven, dr Franz Schubert ond dr Anton Bruckner. So hôt sich dr Mahler halt vorgnomma, erscht dui Sinfonii nôch-em Lied von der Erde als Neunda eizostuafa.

Zom erschda Môl uffgfiirt wôrra isch dui Sinfonii am 20. November 1911 z Mincha em Konzerthaus Tonhalle ondr dr Leidong vom Bruno Walter mit dr Altischdin Sarah Cahier ond-em Tenor William Miller.

Firs Orkeschtr braucht-ma[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Drei Fleeda, a Piccolo-Fleed, zwoi Oboa, a Englischhorn, viir Klarinedda, oi Bassklarinedd, drei Fagodd mit Kontra-Fagodd, viir Herner, drei Drombeeda, drei Posauna, a Basstuba, zwoi Harfa, oi Pauk, drei Persona zor Bediinong vom graußa Schlagwerk (= Glockaschbiil, Triangel, Becka, a graußa Trommel, a Tamburin, a Tamtam, a Tscheleschda, a Mandoline ond a graußa Streicher-Grubbe (= erschde ond zwoide Violina, Bratscha, Tschellos ond Kontrabäss.

De oinzlne Doil bzw. Sätz vo deam Werk send[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Das Trinklied vom Jammer der Erde (Li-Tai-Po)
  2. Der Einsame im Herbst (Tschang-Tsi)
  3. Von der Jugend (Li-Tai-Po)
  4. Von der Schönheit (Li-Tai-Po)
  5. Der Trunkene im Frühling (Li-Tai-Po)
  6. Der Abschied (Mong-Kao-Jen und Wang-Wei)

Ond dô drom gôht’s en deane Sätz[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Satz: Vom Jammer der Erde[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Als Vortragsbezeichnong schreibt dr Kombonischt Allegro Pesante vor. Dr Tenor sengt a Loblied uff da Wei, wo älle Sorga vorgessa lôôt, au dui Donklheit em Leaba ond sogar da Tod. Dementschbrechend pendelt d Musik zwischa Ekschtase ond Schwermuet hin ond her.

2. Satz: Der Einsame im Herbst[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ganz melancholisch isch dui Altstemm zo heera, wia-se vo de blailich wallende Neabl ond vo-ma einsama Menscha vorzehlt, wo au en sellam sei Herz dr Herbscht eizoga ischt. Fir d Streicher schreibt dr Mahler als Tempo etwas schleichend, ermüdet vor.

3. Satz: Von der Jugend[ändere | Quälltäxt bearbeite]

En de Sätz 3 bis 5 isch d Traurichkeit vorschwonda. Behaglich heiter empfihlt dr Mahler zom Vortraga. Voller Wehmuet blickt s Alter uff sei Jugend zruck: A baar Freind vom alter Ego sitzet e-ma Pavilljoo us Porzlôô, wo en dr Midde a Teich uffbaut ischt. Se trenket, schwätzet mitnander ond machet Gedicht.

4. Satz: Von der Schönheit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Comodo ond Dolcissimo geit dr Kombonischt vor. Em Traum ziagt d Jugendzeit vorbei. Am Ufer vo-ma Bächle pflicket jonge Mädla Bliamla, ond d Buaba geniiset da Ridd uff-ma Gaul. Oiner vo deane Kerle reidet ibr a baar scheene Bliamla driiber. Dô druff wuud’r vom schenschda vo selle Mädla mit-ma sehnsuchtsvolla Blick vorfolgt.

5. Satz: Der Trunkene im Frühling[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bei deam Satz hôt dr Mahler Allegro als Tempobezeichnong gwehlt, ergenzt mit dr Bemerkong Keck, aber nicht zu schnell, was uff-na ironischa Schilderong nôdeidet: Dr Tenor sengt vo-ma Menscha, wo d Freid an ällem vorlora hôt. Drom vorsuacht’r, sein Schwermuet em Alkohol zo ertrenka. Dô druff schlôft’r zemlich schnell ei. Des ibermiadige Strofalied wuud ergenzt durch a luschdigs Vogelstemmakonzert, wo da Frialeng preist. S folgt a Geigasolo, wo da Zauber vo dera Jôhreszeit besengt. Dr Zecher wacht auf ond schenkt sich nui ei.

6. Satz: Der Abschied[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Vortragsbezeichnong laudet kurz ond bindich Schwer. Mit-ra Schbiildauer vo rond ara halba Stond isch der ledschde Satz fascht so lang, wia älle andre zamma. Fir da Mahler muaß der Satz dr Heheponkt vo seira Sinfonii gwäa sei, wo-nr – em Hinblick uff dui kurza Lebenszeit, wo-nem noh vorbleibt – Abschiid nemmt vo dr irdischa Welt. D Altstemm sengt vo de Menscha, wo miad wôrra send ond hoimganget, om em Schlôf Glick ond Jugend nui zo lerna. Au d Freind ganget usnandr. Abr em nächschda Frialeng wuud d Erde wiider nui ôôfanga zom bliha ond s Firmament wiider blau werra. Emmer leiser sengt dr Alt Ewig, ond ganz arg leis vorklengt dr ledschde Too.

Litradur ond Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Gerth-Wolfgang Baruch: 99 Orchesterwerke von Beethoven bis Richard Strauss, Fischer Bücherei Frankfurt am Main, Oktober 1960
  • Wolfgang Schreiber: Gustav Mahler in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, Oktober 1971, ISBN 3-499-50181-3

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Das Lied von der Erde: Note im International Music Score Library Project.
  • Jürgen Weber: Chinesische Gedichte ohne Chinesisches in Gustav Mahlers „Lied von der Erde“. Eine wörtliche Übersetzung der Originale verglichen mit der Nachdichtung. (PDF)
  • Das Lied von der Erde: the Literary Changes A Zammastellong vo de vollstendige Tekscht en dr Originalfassong ond en Fassonga vom Marquis D'Hervey de Saint-Denys ond vom Hans Bethge sowia vom Mahler seine Änderonga (uff englisch!)
  • Das Lied von der Erde: Texte auf recmusic.org
  • Diskographie