Text:Otto Gittinger/So semmer Leut/D'Hearsupp

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D'Hearsupp

Der Pfarrer kommt zom Jergles-Hans
Ond wia-n-ern sieht, verschrickt er ganz.
"Ei, was ischt des? Der Hans em Bett?"
"Was ischt's?" sait's Weib sein Lisabeth,
"Net fressa will der Kaib, der schleckat.
Heut ischt's am z'fett ond morga z'dreckat,
No ischt's am z'kalt, no wieder z'heiß,
Was werd i ob dem Man so bais!
Ond breng i Mutschla, sait er: Jetzet
Heut möcht i liaber Laugabretzet,
Ond breng i Bretzet, heißt's: Gang weg,
I möcht jetzt liaber a Mikele Speck,
Ond breng' em Speck, no möcht er Nudla,
Ond breng i Nudla, möcht er Kuttla,
Ond i, Herr Pfarr, bein übel dran
Mit so 'ma Schleckhaf vom a Man."
"So", sait der Pfarr, "des kann ja sein,
Der Honger ischt bei Kranke klein,
Des kommt vom Liega-n-en der Stub,
's bescht wär am End a gute Supp.
A Hühnersüpple schmeckt am g'wiß."
"Mer kan's probiera", sait do d'Lies.
Jetz no en Troscht aus Gottes Wort:
B'hüat Gott! Der Pfarr goht wieder fort!
Des Deng stoht an en Tager zwei,
Kommt wieder der Pfarr zom Hansa nein.
Do stoht a Schüssel vor am Bett,
Die g'fallt em Pfarr von weitam net.
Ond wie-n-er au voll neinguckt, währle
No wird's am übel om a Härle.
Der Hans, der macht a G'sicht em Bett,
Wia wann er Spenna g'fressa hätt!
Jetz sait der Pfarr: "Ihr liebe Leut,
So saget doch, was des bedeut't!"
"Was des bedeut't", sait d'Lies alert,
"Des ischt a Hearsupp, wia se's g'hört.
Krombira, Spülbrüah, Feinfermehl
Ond's übrich Essa; meiner Seel,
Ischt des net recht, a sotter Schlag?
Meine Hear hent's so net alle Tag!
Was do? Net ang'regt hot's der Kaib
Ond tuat no schandlich mit sei'm Weib!"
Jetz wird's em Pfarrer übel z'Muat,
Er nemmt sein Stock ond langt sein Huat
Ond sait: "Des en der Schüssel drenna,
Des brenget no glei eure Henna,
Mein Frau wird no durch onser Rika
Em Hans a Hühnersüpple schicka."