Sezessionskrieg

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech

De Sezessionskrieg (au: Amerikanische Bürgerkrieg) isch ä militärische Konflikt in de Vereinigte Staate vo Amerika gsi, wo zwische 1861 und 1865 d Nordstaate (Union) gege d Südstaate (Konföderation), wo us der USA ustrete gsi sin, kämpft hän. Er isch dr bisher bluetigschte Krieg gsi, wo d’ USA je drin verwickelt gsi sin und hätt ganzi Bundesstaate und sogar Familie entzweit.

Vorgschicht un Ursache[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D’ USA während em Sezessionskrieg: Südstaate (rot), Nordstaate (dunkelblau) un Grenzstaate (Staate mit Sklaverei, wu überwiegend zu de Union ghalte hän, hellblau); wiß iizeichnet sind d’ Territorie

Die Ursache für de Sezessionskrieg isch e tiefi Spaltig zwische Nord- und Südstaate gsi, wo sich uf kultureller, sozialer, politischer und vor allem wirtschaftlicher Ebeni erstreckt hät.

De Süde isch sit jeher ehnder landwirtschaftlich orientiert gsi. Uf große Plantage hän farbigi Sklave Baumwulle, Riis, Tabak u.ä. abaut, wo dann in anderi Länder exportiert worde isch. Im Norde degege isch e Industrii am Wachse gsi. D Nordstaate, wo d’ Sklaverei abgschafft gsi isch, hän die no jungi Industrie mit Zöll schütze welle und hän ußerdem welle, dass de Bund groß aglegti Infrakstrukturmaßnahme (z.B. Kanäl) finanziert. De Süde hätt beides ehnder abglehnt und isch vor allem gege d Schutzzöll gsi, wel er jo uf Handel mit andere Länder, vor allem England, agwiise gsi isch. Dä Konflikt isch praktisch scho sit der Unabhängigkeit in de USA vorhande gsi. Wo aber im Verlauf vom 19. Jahrhundert die Vereinigte Staate gwachse sin, hätt si des vor immer meh Problem gstellt. Denn jede neue Staat hätt s Gliichgwicht zwische Nord un Süd gstört: Wenn en Sklavestaat ufgnoh worde isch, hätt des im Süde meh Gwicht im Kongress un bi de Wahle gäh, und wenn e freie Staat ufgnoh worde isch, hätt des umgchehrt im Norde meh Macht verliihe. Wege dem hätt mehr oft komplizierti Kompromiss finde muesse, wenn e neue Staat hätt welle in d USA ufgnoh werde.
D Sklaverei isch so immer meh en wichtiges Thema worde, denn im Norde sin au immer meh Stimme lut worde, dass mer si eigentlich ganz abschaffe, oder uf jedefall ihre Usbreitig verhindere sött. Des isch im Süde natürlich uf wenig Gegelieb gstoße, denn d Südstaaten hän befürchtet, dass dodurch de Norde d Macht in de USA übernäh würd.
In de 1850er-Johr hätt sich dann im Norde die Republikanischi Partei bildet. Sie isch für hochi Schutzzöll und gege d Sklaverei gsi un hätt vo doher im Süde praktisch keini Stimme kriegt. Trotzdem isch 1860 de Kandidat vo de Republikaner, de Abraham Lincoln, zum Präsident gwählt worde, praktisch nur mit Stimme us em Norde (in viile Südstaate isch de Lincoln gar nit erscht atrete, well klar gsi isch, dass n keiner wählt).

Abraham Lincoln, US-Präsident während em Sezessionskrieg
Jefferson Davis, de Präsident vo de Südstaate

Für viili Südstaatler isch des en sichtbares Zeiche gsi, dass dr Norde jetz endgültig d Übermacht in de Vereinigte Staate hätt. Agfange mit South Carolina am 20. Dezember 1860 hän deswege siibe Staate ihre Ustritt us de USA erklärt und stattdesse die CSA, die „Konföderierte Staate vo Amerika“, gründet. Zu ihrem neue Präsident hän si Jefferson Finis Davis, ä Senator vo Mississippi, gwählt.

De Lincoln hät aber klar gmacht, dass kei Staat s Recht hätt, s Bündnis mit de andere eisitig z löse. Wo de Süde deswege verlangt hätt, dass d Bundestruppe s Fort Sumter im Hafe von Charleston, South Carolina, räume, hätt er abglehnt. Uf des hii hän die Konföderierte des Fort am 12. April 1861 bschosse un iignoh - domit sin die erschte Schüss gfalle gsi, und de Krieg isch losgange. De Lincoln hätt sofort 75.000 Freiwilligi zu de Waffe gruefe, während vier wiiteri Südstaate us de Union uustrette sin, dorunter au Virginia. D Hauptstadt vu däm Staat, Richmond, isch zue de Hauptstadt vo de Konföderierte gmacht worde.

Verlauf[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Beidi Sitte hän in de Folgezit agfange, ihri Armee ufzstelle, und uf beide Sitte isch mer devo überzügt gsi, dass de Krieg in einere große Schlacht entschiede wird. Im Juli 1861 isch deno e nordstaatlichi Armee unter General Irwin McDowell in Virginia iimarschiert un gege Richmond vorgange. Bi Manassas isch si aber uf konföderierti Truppe unter de Generäl Pierre G.T. Beauregard und Joseph E. Johnston troffe, isch gschlage worde und hätt sich zruckzieh muesse. Die Niederlag, zsämme mit däre bi Wilson’s Creek, Missouri, ei Monat spöter, hätt im Norde klar gmacht, dass es nit so eifach si wird, de Süde wieder zruck in d Union z hole. 1862 hän d Nordstaate deswege d Südstaate an mehrere Punkt agriffe: In Tennessee, entlang vom Mississippi, an de Küste (d Südstaate hän fascht alli ihri Waffe us Europa importiere muesse un sin deswege uf ihri Häfe agwiise gsi) und natürlich in Virginia. De General George McClellan isch mit sinere „Potomac-Armee“ in Südvirginia glandet und uf Richmond vorgruckt, wo sich de konföderierte General Johnston mit sinere „Nord-Virginia-Armee“ langsam uf d Befeschtigunge vo Richmond zruckzoge hät. Im Juni isch de Johnston aber verwundet worde, und de General Robert Edward Lee hätt d Nord-Virginia-Armee übernoh. De Lee hätt deno im Juli 1862 en Gegeagriff gege de McClellan gstartet un ihn vo de Halbinsel vertriibe. Noch me wittere Siig in de 2. Schlacht vo Manassas sin die Konföderierte dann sogar im Norde, in Maryland iimarschiert.

Robert Edward Lee, Kommandeur vo de konföderierte Truppe

Glichzitig hätt au im Weste der General Bragg mit de konföderierte Tennessee-Armee e Offensive in Kentucky gstartet. De Lee hät ghofft, dass de Süde mit sonige Invasione Europa dezue bringe chönnt, im Süde z helfe. Noch hohe Verluscht für beidi Sitte in de Schlacht vo Antietam (bis hüt de „bluetigschte Dag in de Gschicht vo de Vereinigte Staate“) hätt er sich aber im September wiider zruck uf Virginia zieh muesse, un au im General Bragg isch es ähnlich gange. Mittlerwiil sin d Nordstaate entlang vom Mississippi immer wiiter vorgruckt und hän im Juli 1863 die konföderierte Feschtig Vicksburg erobert. Dodemit isch de Süde praktisch in zwei Hälfte gspalte gsi: Eini westlich un eini östlich vom Mississippi. Ußerdem sin d Nordstaatler au in Tennessee wiiter vorgruckt.

Ulysses S. Grant, US-General un spötere Präsident

Im Oschte, in Virginia, hän sie aber meh Schwiirigkeite gha und hän gege de Lee im Dezember 1862 bi Fredericksburg und im Mai 1863 bi Chancellorsville zwei verluschtriichi Niederlage erlitte. De Lee isch dorufhin mit sinere Armee nomol in de Norde iimarschiert. Er isch aber bi Gettysburg gschlage worde un hätt sich wider zruckzieh müesse.

Gfalleni noch de Schlacht vo Gettysburg, 1.-3.7.1863

Witteri schweri Niederlage für die Konföderierte hätt’s im November 1863 bi Chatanooga geh: D Südstaatler hän ganz Tennessee räume und sich noch Georgia zruckzieh müesse. 1864 isch de Ulysses Simpson Grant, de Eroberer vo Vicksburg, zum Oberkommandeur vo de Nordstaate-Truppe ernennt worde. De Grant isch noch Virginia gange und hätt im General William Tecumseh Sherman de Befehl über d Truppe in Georgia übergäh.

Im Mai 1864 hän dann beidi, de Grant un de Lee, ihri Offensive zitglich gstartet. De Grant hätt de Lee in mehreri bluetigi Schlachte verwickelt und schließlich nach Richmond und Petersburg abdrängt und dört belagert, und de Sherman isch in Georgia immer wiiter vorgruckt, hätt Atlanta und Savannah erobert und isch wiiter nach Norde marschiert un in South Carolina iimarschiert. Mittlerwiil isch im Lee sini Armee in de Gräbe vo Petersburg immer schwächer worde, und im April 1865 hätt si kapituliere muesse. Dorufhin hän dann au die reschtliche Armee vo de Südstaate kapituliert. Ei Opfer hätt de Krieg aber no gfordert: Kurz noch de Kapitulation vom Lee hätt de Südstaatler John W. Booth de US-Präsident Abraham Lincoln im Theater in Washington verschosse. De Lincoln isch dodemit eins vo insgesamt rund 600.000 Opfer gsi, wo der Krieg koschtet hätt.

De Krieg un d Sklaverei[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In de erschte Johr isch es bim Sezessionskrieg no nit um d Abschaffig vo de Sklaverei, sondern nur um d Erhaltig vo de Vereinigte Staate vo Amerika als Ganzes gange. Mit de Zit hätt sich aber deno im Norde s Bewusstsi durchgsetzt, dass die farbige Sklave im Süde e grossi Hilf bi sine Kriegsanstrengige sin. Deswege hätt der US-Präsident Abraham Lincoln in sinere Emanzipationsproklamation alli Sklave im Süde zum 1.1. 1863 für frei erklärt. Zwei Johr spöter, am 31. Januar 1865, isch es deno sogar so wit gsi, dass d Sklaverei in de ganze Vereinigte Staate vo Amerika per Verfassigszuesatz abgschafft worde isch.

De „erschte moderni Krieg“[ändere | Quälltäxt bearbeite]

CSS Virginia, s' erschte konföderierte Panzerschiff

Der Sezessionskrieg gilt oft au als de "erschte moderni Krieg". Des hätt mehreri Gründ. Zum eine sin im Sezessionskrieg e Huufe Waffe neu entwickelt und iigsetzt worde. So hätt’s zum Beispiel zum erschte Mol panzerti Kriegsschiff gäh, Landmine, und sogar die erschte Feindfahrt vo me U-Boot (d’ CSS Hunley). Ußerdem isch de Krieg, vor allem in de letschte beide Johr in Virginia, so gfüehrt worde wie spöter im 1. Weltkrieg, mit Stelligskämpf und bluetige Abnutzigsschlachte.

Die Dütsche im Sezessionskrieg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Sezessionskrieg hän au e ganze Huufe Dütschi bzw. Dütschamerikaner kämpft, meischtens uf de Site vom Norde. Viili vo ihne sin ehemaligi (badischi) 48er-Revolutionär gsi und hän's teilwiis zu hohe Räng brocht, wie zuem Beispiel de Friedrich Hecker (Oberscht), de Franz Sigel (Generalmajor) un de Carl Schurz (au Generalmajor). Teilwiis hät's ganzi Regimenter gäh, wo fascht nur us dütsche Uswanderer bstande hän, un sogar ei Korps vo de Nordstaate, s'ölfte (wo zitwiis emol vom Sigel kommandiert worde isch) isch zueme große Teil us dütschsprochige Soldate zsämmegsetzt gsi.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zum Sezessionskrieg git’s e ganze Huufe vo Literatur, vor allem uf Englisch. Hier solle nur e paar gnannt werde; über ihri Quelle- un Literaturangabe wird mer liicht anderi Biächer finde.

  • James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, List Verlag Berlin, ISBN 3-471-78178-1, au Weltbild Verlag, Augsburg 2000
  • Bernd G. Längin: Der Amerikanische Bürgerkrieg. Eine Chronik in Bildern - Tag für Tag. Bechtermünz Verlag, 275 S., ISBN 3-86047-900-8, au Weltbild Verlag, Augsburg 1998
  • Shelby Foote, The Civil War. A Narrative, 3 Bde., New York 1958-1974, ISBN 0-7126-9812-4
  • William C. Davis: Der amerikanische Bürgerkrieg - Soldaten, Generäle, Schlachten. Weltbild Verlag, Augsburg 2004 ISBN 3-8289-0384-3

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]