Kitsch

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Imbegriff vom dütsche Kitsch: dr Gardezwärg
Japanische Kitsch (Maneki Neko)

Für dr Begriff Kitsch git s käi gueti Definition. Es wird brucht, für Sache, wo in de Auge vom Bedrachder e minderwärtige Gfüülsusdruck uslööse, wo, im Geegesatz zur Kunst, wo brobiert s Woore oder s Schööne uszdrugge, sentimental, klischeehaft und driviaal, ebe kitschig, isch. Kitsch wird hüfig as Massewaar härgstellt und verchauft, oder gseet eso us.

In dr Postmodärne het mä dr Begriff Kitsch zum Däil dur s änglische Wort Trash ersetzt, wo gwüssi Arte vo Kitsch zum Kult erkläärt und eso die negatiivi Konnotazioon umcheert.

Etümologii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Mä wäiss nid genau, vo das Wort chunnt, aber es isch in de 1870er Joor im Münchner Kunsthandel bekannt worde. Dr eltisti Beleeg, wo bis jetz bekannt isch, stammt us em Joor 1878. Es handlet sich um e satirischs Epigramm vom Max Bernstein uf s Gmäld „Bosnische berittene Insurgenten“ vom Franz Adam, wo denn z Münche usgstellt worden isch:

„Bosnisch Getümmel! Bosnische Schimmel!

Bosnische Männer auf ‚itsch‘ und ‚ritsch‘!
Bosnische Berge! Bosnischer Himmel!

alles echt bosnischer ‚Kitsch‘![1]

Es isch mööglig, ass dr Begriff vom mundartlige kitsche (Stroossedräck oder Schlamm zämmewüsche, klatsche und klitsche) stammt. Mä het au vorgschlaage, ass es vom änglische sketch für „Skizze“ oder „flüchdigi Moolerei“ abstammi, wie si änglischi oder amerikanischi Turiste in sällere Zit für wenig Gäld as Suveniir am Kunstmärt häi welle chaufe. Dr Abraham Moles (Psychologie des Kitsches, Carl Hanser Verlag 1971) läitet dr Begriff vom jiddische verkitsche ab, was so vil bedütet wie „öbberem öbbis aadräije, won er nit brucht“.

Liddratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ufsetz
  • [Anonym]: Kitsch. In: Wolfgang Henckhart u.a. (Hrsg.): Lexikon der Ästhetik. 2. Aufl. Beck, München 2004, ISBN 3-406-52138-X.
  • Hermann Broch: Das Böse im Wertsystem der Kunst. In: Christoph Schwerin: Der goldene Schnitt. Grosse Essayisten der „Neue Rundschau“, 1890-1960. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1960.
  • Hermann Broch: Zum Problem des Kitsches. In: Ders.: Die Idee ist ewig. Essays und Briefe. Dtv, München 1968.
  • Hermann Broch: Der Kitsch. In: Ders.: Dichten und Erkennen (Essays; Bd. 1). Rhein-Verlag, Zürich 1955, S. 342 ff.
  • Clement Greenberg: Kitsch and Avant-Garde. In: Partisan Review. 6:5. New York 1939. (E-Text)
  • Till R. Kuhnle: Utopie, Kitsch und Katastrophe. Perspektiven einer daseinsanalytischen Literaturwissenschaft. In: Hans Vilmar Geppert, Hubert Zapf (Hrsg.): Theorien der Literatur. Grundlagen und Perspektiven I. Francke, Tübingen 2003, ISBN 3-7720-8012-X, S. 105–140.
  • Abraham Moles: Kitsch als ästhetisches Schicksal der Konsumgesellschaft. In: Harry Pross (Hrsg.): Kitsch. Soziale und politische Aspekte einer Geschmacksfrage. List, München 1985, ISBN 3-471-78423-3 (List-Forum).
Sachbüecher
  • Wolfgang Braungart: Kitsch. Faszination und Herausforderung des Banalen und Trivialen. Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-32112-1.
  • Karlheinz Deschner: Kitsch. Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift. Neuaufl. Ullstein, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-548-34825-4.
  • Ute Dettmar, Thomas Küpper (Hrsg.): Kitsch. Texte und Theorien. Stuttgart, Reclam 2007. ISBN 3-15-018476-2.
  • Gillo Dorfles: Der Kitsch („Il kitsch“) Prisma-Verlag, Gütersloh 1977 (Nachdr. d. Ausg. Tübingen 1969).
  • Umberto Eco: Apokalyptiker und Integrierte. Zur krit. Kritik der Massenkultur („Appocalittici e integrati“). Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-596-27367-6.
  • Norbert Elias: Kitschstil und Kitschzeitalter. Lit-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-6854-0.
  • Saul Friedländer: Kitsch und Tod. Der Widerschein des Nazismus („Reflets du nazisme“). Fischer, Frankfurt/M. 2007, ISBN 3-596-17968-8 (Nachdr. d. Ausg. München 1984).
  • Hans-Dieter Gelfert: Was ist Kitsch? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-34024-9.
  • Gregory Fuller: Kitsch-Art. Wie Kitsch zur Kunst wird. DuMont 1992
  • Ludwig Giesz: Phänomenologie des Kitsches.Fischer, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-596-12034-9 (Nachdr. d. Ausg. München 1971).
  • Jürgen Hasse: Heimat und Landschaft. Über Gartenzwerge, Center Parcs und andere Ästhetisierungen. Passagen-Verlag, Wien 1993, ISBN 3-85165-044-1.
  • Christian Kellerer: Weltmacht Kitsch. Ist Kitsch lebensnotwendig? Europa-Verlag, Stuttgart 1957.
  • Walther Killy: Deutscher Kitsch. Ein Versuch mit Beispielen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1978, ISBN 3-525-33181-9 (Nachdr. d. Ausg. Göttingen 1964).
  • Ruth Klüger: Von hoher und niedriger Literatur. 2. Auflage. Wallstein, Göttingen 1996, ISBN 3-89244-212-6.
  • Konrad Paul Liessmann: Kitsch! Oder warum dieser schlechte Geschmack der eigentlich gute ist. Brandstätter Verlag, Wien 2002, ISBN 3-85498-170-8.
  • Abraham Moles: Psychologie des Kitsches („Le kitsch. l'art du bonheur“). Hanser, München 1972, ISBN 3-446-11639-7
  • Werner Plum: Weltausstellungen im 19. Jahrhundert. Schauspiele des sozio-kulturellen Wandels. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1975.
  • Gabriele Thuller: Wie erkenne ich? Kunst und Kitsch. Belser, Stuttgart 2006, ISBN 3-7630-2463-8.
  • Liebgunde Willkomm: Ästhetisch erleben. Eine psychologische Untersuchung des Übergangs von Kunsterleben und Kitscherleben. Olms, Hildesheim 1981, ISBN 3-487-07155-X (zugl. Dissertation, Universität Köln 1978).
  • Severin Zebhauser: Der Kitschbegriff in der Kunstpädagogik. Entstehung, Funktion und Wandel. Verlag Utz, München 2006, ISBN 3-8316-0623-4 (zugl Dissertation, Universität München 2006).

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Zit. nach Jürgen Joachimsthaler: Max Bernstein. Frankfurt/M. 1995, S. 38.

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Kitsch – Sammlig vo witere Multimediadateie