Ursula oder das unwerte Leben

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Filmdate
Dütsche TitelUrsula oder das unwerte Leben
OriginaltitelUrsula oder das unwerte Leben
ProduktionslandSchweiz
OriginalsproochDeitsch
Erschiinigsjoor1966
Lengi80 Minute
AltersfreigoobFSK 12
Stab
RegieReni Mertens
KameraRolf Lyssy, Hans-Peter Roth

Dialäkt: Schwäbisch

Ursula oder das unwerte Leben ischt a Schweizer Dokumentarfilm en Schwarzweiß us-em Jôhr 1966 vom Reni Mertens ond vom Walter Marti. Der Stroifa behandlet d Entwicklongsmeglichkeida vo jonge Menscha, wo a ganz schwere Behenderong oder sogar meh dô drvo hend. Da Kommendar en deam Film schbricht dui graußa Schauschbiilere Helene Weigel, d Witwe vom Bertolt Brecht. En seim Hoimetland isch der Film 1966 en d Kinos komma; z Deitschland isch‘r zom erschda Môl am 11. Novembr 1969 em Programm vom Zwoida Deitscha Fernseha (ZDF) ausgschdrahlt wôrra. A Filmvrleih-Firma, wo des Werk ens Kino hedd brenge kenna, hôt sich bei deam schwiiriga Thema (vrstendlicherweis) et fenda lau.

Om was gôht’s en deam Film?[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De erschde acht Jôhr en ihrem Leaba hôt dui kloina Ursula en-ra dodala Isolazioo vorbrôcht, en-ra Welt, wo se nix drvoo begriffa hôt ond wo vo sellem Kend au nix hôt wissa wella. Em Grond gnomma isch d Ursula meh vôr sich nôvegediirt, ohne eigentlich zo leaba: blend, daub, geischdesschwach ond epilebdisch. Nôch dr herkemmlicha Ôsicht isch d Ursula a hoffnongsloser Fall gwäa: En ihrem bisheriga Leaba ischt-se bloß en vrschiidene Heim gwäa, hôt weder sitza geschweige denn laufa kenna, ischt et en dr Lage gwäa, ebbes zo be-greifa oder sich mitzodoila. So demmret des geischdich ond kerperlich behendrede Kendle en-ra velliga Apadii vôr sich nô, bis sich a-ma scheena Dag a Pflegemuader fendet, wo sich aufopfrongsvoll om dui Kloina kemmret ond zom erschda Môl schbiira lôôt, dass-se jemand gern hôt. Zwar geit’s emmr môl wiidr a baar Rickschläg, abr d Anna Utzinger, so hoißt dui Pflegemuader, scheint a unendlicha Geduld zo han, ond ganz langsam, aber stedich, fangt dui Kloina ôô, sich vo ihrer Starrheit zo leesa ond vorsichdich Kondakt mit ihrer Omwelt uffzonemma. Des gôht so lang, bis d Ursula en dr Lage ischt, a baar ganz oifache Vorrichdonga ohne a fremda Hilf durchzofihra.

Des älles ischt ohne Zweifl et grad viil. Abr wenn mr da Zuastand vo dr Ursula mit sellem vrgleicht, wo se zo ihrer Pflegemuader komma ischt, nô kommt mr zo dera Moinong, dass es wahrscheinlich koine Menscha geit, wo vollkomma entwicklongs- ond bildongsofähich send. [1]

Hendrgrond[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Mit-ma graußa Eifihlongsvrmeega beschreibet dia zwoi Schweizer Dokumentarischda Reni Mertens ond Walter Marti an ganz extrem glagerda Fall, weil des Kend em Film et bloß hochgradich gschädicht ischt, sondern au a Mords-Dusl ghet hôt, oinrseits a selbschtlosa Pflegemuader zo fenda ond andrerseits vo dr bekannda Schweizer Professorin fir Heilpädagogik Mimi Scheiblauer ondrrichdet zo werra. Dr Titl vo deam Film schbiilt auf NS-Ideologii vom oowerda Leaba ôô, wo et ferderongswirdich ischt.

Auszoichnonga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • D Filmbewerdongsstell Wiesbada hôt deam Film s Prädikat «Besonders Wertvoll» erteilt.[2]
  • De Kadolisch Film- ond Fernsehliga vo Deitschland hôt Ursula oder das unwerte Leben zom «Beschda Film vom Jôhr 1970» erklärt.
  • D Evangelischa Filmgilde hôt dean Stroifa zom beschda Film vom Monat Dezembr 1966 erklärt.[3]
  • 1970 hôt Ursula oder das unwerte Leben da Filmpreis vo dr Stadt Zirich kriagt.

Kridik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • S Lexikon des internationalen Films schreibt, der Film wär a sehenswerts Dokument vo dr Humanideet. Bsonders rausghoba wuud der kiahle, sachliche ond vorstendnisvolle Kommendar, wo vo dr Helene Weigel gschbrocha wuud.[4]
  • Dr Evangelische Film-Beobachter moint, Ursula oder das unwerte Leben wär a muadiger ond aufrichdiger Dokumendarfilm, wo vo-ma graußa Eifihlongsvrmeega ond Takt zeiga dät. Weaga seim Thema ond seim Ôliaga dät-mr-em a weida Vorbroidong wenscha. [5]

Fortsetzong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Jôhr 2011 hôt dr Rolf Lyssy (oiner vo de boide Kameramenner vom erschda Doil) a Fortsetzong ondrem Titl Ursula – Leben in Anderswo dreht. Seller Film ischt am 12. Januar 2012 en dr Schweiz zom erschda Môl ens Kino komma.[6]

Fuaßnoda ond oinzlne Nôchweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. D Quell fir d Handlong isch d Langkridik em Evangelischa Film-Beobachter, rausgäa vom Evangelischa Presseverband Mincha, Nr. 507/1969, S. 503
  2. Lexikon des internationalen Films, a. a. O.
  3. Evangelischer Film-Beobachter, Jôhrgang 1967, S. 46
  4. Lexikon des internationalen Films, Ufflag vom Okdobr 1988, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, S. 4018, ISBN 3-499-16322-5
  5. Evangelischer Film-Beobachter, a. a. O.
  6. S Presseheftle zo deam Film

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]