Text:Froschauer Bibel (1531)/Exodus. Das ander Buoch Mose.

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Exodus / Das ander Buoch Mose.

Das erst Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Die kinder Jsraels werdend vil in Egypten/ unnd meerend sich hefftig. Der künig heyßt sy töden und ertrencken.

Disz sind die namen der kinder Jsraels die mit Jaacob in Egypten kamend/ ein yetlicher kam mit seynem huß hineyn/ Ruben/ Simeon/ Levi/ Juda/ Jsaschar/ Sebulon/ BenJamin/ Dan/ Nephthali/ Gad/ Asser. Und aller seelen die auß den lendinen Jacobs kommen warend/ deren warend sibentzig. Joseph aber was vorhin in Egypten. Do nun Joseph gestorben was/ unnd alle seyne brüeder/ und alle die zuo der zeit geläbt hattend/ wuochsend die kinder Jsraels/ und wimßletend/ und meeretend sich/ und wurdend seer mächtig/ das jr das land voll ward.

Do kam ein neüwer künig über Egypten/ der wußt nichts von Joseph/ und sprach zuo seinem volck: Sihe/ des volcks der kinder Jsraels ist vil/ und mächtiger dann wir: Wolauf/ lassend uns weyßlich mit jnen umbgon/ das jren nit vil werdind. Dann wo sich ein krieg under uns erhüebe/ möchtend sy sich auch zuo unseren feynden schlahen/ und uns überwinden/ und zuo dem land auß ziehen.

Und sy satztend Fronvögt über sy/ die sy mit lästen peynigetind. Dann man bauwet dem Pharao die stett Pithon und Raemses zuo schatzhäuseren. Aber ye mer sy das volck peynigetend/ ye mer es sich meeret und außspreytet. Darumb warend sy den kindern Jsraels gramm/ und die Egypter zwungend die kinder Jsraels zedienen mit unbarmhertzigkeit/ und machtend jnen jr läben saur mit schwärer arbeyt an lätt und zieglen/ und mit allerley fronen auff dem väld/ und mit allerley arbeyt/ in deren sy dienetend mit strengem dienst.

Und der künig in Egypten sprach zuo den hebammen der Ebreischen weyberen/ deren eine hieß Siphra/ und die ander Pua: Wenn jr den Ebreischen weybern helffend/ und auff dem stuol sehend das es ein sun ist/ so tödend jn: ist es aber ein tochter/ so lassend sy läben. Aber die hebammen forchtend Gott/ und thetend nit wie der künig in Egypten jnen gesagt hat/ sonder liessend die kinder läben.

Do ruofft der künig von Egypten den hebammen/ und sprach zuo jnen: Warumb thuond jr das/ dz jr die kinder läben lassend? Die hebammen antwurtetend Pharao: Die Ebreischen weyber sind nit wie die Egyptischen/ dann sy sind harte weyber: ee die hebammen zuo jnen kommend/ habend sy geboren. Darumb thet Gott den hebammen guots. Und das volck meeret sich/ und ward seer mächtig. Und dieweyl die hebammen Gott forchtend/ machet er jnen heüser. Do gebot Pharao allem seinem volck/ und sprach: Alle sün die geboren werdend/ werffend ins wasser: unnd alle töchter lassend läben.

Das ij. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Als Moses geboren/ ward er auffs wasser gelegt/ Die tochter Pharaons zoch jn herauß/ und erzoch jnn. Nach dem als er den Egypter erschluog/ weycht er in Midian/ da nimpt er Ziporam des priesters tochter. Darzwüschend schreyend die kinder Jsraels zuo dem Herren.

Und es gieng hin ein mann vonn dem hauß Levi/ unnd nam ein tochter Levi. Unnd das weyb ward schwanger/ und gebar einen sun. Und do sy sach das es ein schön kind was/ verbarg sy jn drey monat. Und do sy jn nit länger verbergen kondt/ nam sy einen kasten von rhor/ und verkleybet jnn mit lätt und päch/ und leget das kind dareyn/ und legt jn in das rhor am gstad des wassers. Aber sein schwester stalt sich von verrnuß/ dz sy erfaren wolt wie es jm gon wurde.

Und die tochter Pharaons kam herab/ dz sy badete im wasser. Und jre jungkfrauwen giengend an dem gstad des wassers: und do sy den kasten im rhor sach/ sandt sy jre mägt hin/ und ließ jn holen. Und do sy jn aufthet/ sahe sy das kind. Und sihe/ das knäblin weynet. Do erbarmet es sy/ und sprach: Es ist der Ebreischen kindlinen eins.

Do sprach seyn schwester zuo der tochter Pharaons: Sol ich hin gon/ und der Ebreischen weyber einer rüeffen/ die da söuge/ das sy dir das kindlin söuge? Die tochter Pharaons sprach zuo jr: Gang hin. Die jungkfrauw gieng hin/ unnd ruofft des kinds muoter. Do sprach Pharaons tochter zuo jr: Nimm hin das kindlin/ und söug mirs/ ich wil dir deynen lon geben. Das weib nam das kind und söugt es.

Und do das kind groß was worden/ bracht sy es der tochter Pharaons/ und es ward jr sun/ und hieß jn Mose. Dann sy sprach: Jch hab jn auß dem wasser gezogen.

Auff ein zeyt/ do Moses was groß worden/ gieng er auß zuo seinen brüederen/ und sahe jren last/ und sahe das ein Egypter schluog seiner brüeder der Hebreischen einen. Unnd er wandt sich hin und här: und do er sahe das kein mensch da was/ erschluog er den Egypter/ und begruob jn in das sand. Des andern tags gieng er auch auß/ und sahe zwen Hebreische männer mit einandern zancken/ und sprach zuo dem gottlosen: Warumb schlahest du deinen nächsten? Er aber sprach: Wär hat dich zum obersten oder richter über unns gesetzt? Wiltu mich auch erwürgen/ wie du den Egypter erwürgt hast? Do förchtet sich Mose/ und sprach: Wie ist das offenbar worden? Unnd es kam für Pharao/ der trachtet nach Mose/ dz er jn erwürgete. Aber Mose floch von Pharao/ und hielt sich im land Midian/ und setztet sich zuo einem brunnen.

Der priester aber in Midian hat siben töchter/ die kamend wasser zeschöpffen/ und fülletend die trencke/ die schaaff jres vatters zetrencken. Do kamend die hirten/ und stiessend sy darvon. Aber Mose macht sich auf/ unnd halff jnen/ und trencket jre schaaff. Unnd do sy zuo jrem vatter Reguel kamend/ sprach er: Wie sind jr heütt so bald kommen? Sy sprachend: Ein Egyptischer mann errettet unns vonn den hirten/ unnd schöpffet uns/ unnd trenckt die schaaff. Er sprach zuo seynen töchteren: Wo ist er? Warumb habend jr den mann lassen gon/ das jr jn nit luodend/ das er mit uns ässe?

Und Mose bewilliget bey dem mann zebleyben. Und er gab Mose sein tochter Zipora/ die gebar einen sun/ und hieß jn Gerson/ dann er sprach: Jch bin ein frömbdling worden im frömbden land. Unnd sy gebar noch einen sun/ den hieß er Elieser/ unnd sprach: Der Gott meynes vatters ist meyn helffer/ und hat mich von der hand Pharaons erretet.

Etliche zeyt aber darnach starb der künig in Egypten. Und die kinder Jsraels seüfftzetend über jre arbeyt/ und schreüwend. Und jr schreyen über jre arbeyt kam für Gott. Und Gott erhort jre weeklagen/ unnd gedacht an seinen pundt mit Abraham/ Jsaac/ und Jacob: Unnd Gott sahe an die kinder Jsraels/ und Gott erkant es.

Das iij. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Gott erscheyn Mosi im brünnenden pusch/ gibt sich jm zeerkennen/ gibt jm befelch an den künig und ans volck.

Mose aber hüetet der schaf Jethro seynes schwagers des priesters in Midian/ und treib die schaaff hindersich in die wüeste/ und kam an den berg Gottes Horeb. Und der engel des HERRN erscheyn jm in einer fheürigen flammen auß dem pusch. Unnd er sahe das der pusch mit fheür bran/ und ward doch nit verzeert/ und sprach: Jch wil da hin/ und besehen diß groß gesicht/ warumb der pusch nit verbrünne.

Do aber der HERr sahe/ das er hinweg gieng zuo sehen/ ruofft jm Gott auß dem pusch/ und sprach: Mose/ Mose. Er antwurtet: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nit hiehär/ zeüch deine schuoch auß von deinen füessen/ dann das ort da du auff staast/ ist ein heilig land. Und sprach weyter: Jch bin der Gott deines vatters/ der Gott Abrahams/ der Gott Jsaacs/ und der Gott Jacobs. Und Mose verdackt sein angsicht: dann er forcht sich Gott anzesehen.

Und der HERR sprach: Jch hab gesehen das ellend meines volcks in Egypten/ unnd hab jr gschrey gehört über die so sy treybend. Jch hab jr leyd erfaren/ und bin härab gestigen dz ich sy errette von der Egypter gwalt/ und sy außfüere auß disem land in ein guot und weyt land/ in ein land da milch und honig inn fleüßt/ namlich an das ort der Cananiter/ Hethiter/ Amoriter/ Pheresiter/ Heviter/ und Jebusiter. Dieweyl dann nun das geschrey der kinder Jsraels für mich kommen ist/ unnd hab auch darzuo gesehen jre beschwärung/ damit sy die Egypter beschwärend. So gang nun hin/ ich wil dich zuo Pharao senden/ das du meyn volck die kinder Jsraels auß Egypten füerist. Mose sprach zuo Gott: Wär bin ich/ das ich zuo Pharao gange/ und füere die kinder Jsraels auß Egypten? Er sprach: Jch wil mit dir sein/ und das sol dir das zeichen sein/ dz ich dich gesendt hab. Wenn du mein volck auß Egypten gefüert hast/ werdend jr Gott einen dienst thuon auff disem berg. Moses sprach zuo Gott: Sihe/ wenn ich zuo den kinderen Jsraels kumm/ und sprich zuo jnen: Der Gott euwer vätter hat mich zuo euch gesendt/ und sy mir sagen werdend: Wie heißt sein namm/ wz sol ich jenen sagen? Gott sprach zuo Mose: Jch wird sein der ich sein wird. Und sprach: Also soltu zuo den kindern Jsraels sagen: Jch wirts sein/ der hat mich zuo euch gesendt.

Und Gott sprach weyter zuo Mose: Also soltu zuo den kindern Jsraels sagen: Der HErr euwerer vätter Gott/ der Gott Abrahams/ der Gott Jsaacs/ der Gott Jacobs/ hat mich zuo euch gesandt/ das ist mein namm ewigklich/ und mein denckzeichen von kind zuo kindskind. Darumb so gang hin/ und versamle die eltesten Jsraels/ und sprich zuo jnen: Der HERR euwerer vätter Gott ist mir erschinen/ der Gott Abrahams/ der Gott Jsaacs/ der Gott Jacobs/ und hat gesagt: Jch hab euch heimgesuocht/ und gesehen was euch in Egypten widerfaren ist/ und hab gesagt: Jch wil euch auß dem ellend Egypti füeren/ ins land der Cananiter/ Hethiter/ Amoriter/ Pheresiter/ Heviter/ und Jebusiter/ in das land da milch unnd honig innen fleüßt. Und wenn sy dein stimm hörend/ do solt du und die Eltesten Jsraels hineyn gon zum künig in Egypten/ und zuo jm sagen: Der HErr der Hebreer Gott hat unns gerüefft. So laß uns nun gon drey tagreyß in die wüeste/ das wir opfferind dem HERRN unserm Gott. Aber ich weiß dz euch der künig in Egypten nit wirt ziehen lassen/ ja nit mit starcker hand. Dann ich wird mein hand außstrecken/ unnd Egypten schlahen mit allerley wunder die ich darinnen thuon wird: darnach wirt er euch lassen ziehen. Und ich wil disem volck gnad geben vor den Egyptern/ das/ wenn jr außziehend/ nit lär außziehind: sonder ein yetlich weib sol von jrer nachpeürin und haußgenossen fordern silberine und guldine gfeß/ unnd kleider/ die söllent jr auff euwere sün und töchter legen/ und den Egyptern entwenden.

Das iiij. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Moses entschuldiget und weert sich/ Der HERR aber berichtet jn und sterckt jn mit zeichen/ und richtet jn auf mit worten. Moses nimpt urlob von seinem schwäher zuo seinem volck zeziehen.

Mose antwortet und sprach: Sihe/ sy werdend mir nitt glauben noch mein stimm hören: sonder werdend sagen/ Der HERr ist dir nit erschinen. Der HERr sprach zuo jm: Was ists das du in deiner hand hast? Er sprach: Ein stab. Er sprach: Wirff jn von dir auff die erden. Und er warff jn von jm/ do ward er zur schlangen. Und Mose floch von jr. Aber der HErr sprach zuo jm: Streck deyn hand auß/ erwütsch sy bey dem schwantz. Do strecket er seyn hand auß/ und hielt sy. Und sy ward zum stab in seiner hand. Darumb werdend sy glauben/ das dir erschinen sey der HERR/ der Gott jrer vätter/ der Gott Abrahams/ der Gott Jsaacs/ der Gott Jacobs.

Unnd der HERR sprach weyter zuo jm: Steck dein hand in deinen buosen. Und er stackt sy in seinen buosen/ und zoch sy herauß: sihe/ do was sy außsetzig wie schnee. Und er sprach: Thuo sy wider in den buosen. Und er thet sy wider inn buosen: und zoch sy herauß/ sihe do ward sy wider wie sein fleisch: wenn sy dir nit werdend glauben/ noch hören die stimm des ersten zeichens/ so werdend sy doch glauben der stimm des anderen zeichens. Wenn sy aber disen zweyen zeichen nit glauben werdend/ noch dein stimm hören/ so nimm des wassers auß dem bach/ und geüß es auffs trocken land/ so wirdt das selb wasser/ das du auß dem bach genommen hast/ bluot werden auff dem trocknen land.

Mose aber sprach zum HERREN: Ach mein HERR/ ich bin ein mann der nit beredt ist/ von gestern und vorgester här/ und seidhär der zeyt du mit deynem knecht geredt hast: dann ich hab ein schwäre spraach/ unnd ein schwäre zungen. Der HERr sprach zuo jm: Wär hat dem menschen den mund geschaffen? Oder wär hat den stummen/ oder touben/ oder sehenden/ oder blinden gemachet? Hab ichs nit gethon der HERr? So gang nun hin/ ich wil mit deinem mund sein/ und dich leeren was du sagen solt.

Mose sprach aber: Mein HERR/ send in der hand/ wirst du senden. Do ward der HERR seer zornig über Mose/ und sprach: Weiß ich dann nit/ das dein bruoder Aaron von Levi beredt ist? Und sihe/ er wirt herauß gon dir entgegen: und wenn er dich sicht/ wirt er sich von hertzen fröuwen. Du solt zuo jm reden/ und die wort in seinen mund legen: und ich wil mit deinem und seynem mund sein/ und euch leren was jr thuon söllend: und er sol für dich zum volck reden. Er sol dein mund sein/ und du solt sein Gott sein. Und disen stab nimm in die hand/ damit du zeychen thuon solt.

Mose gieng hin/ und kam wider zuo Jethro seinem schwager/ unnd sprach zuo jm: Lieber laß mich gon/ das ich wider zuo meynen brüedern komme/ die in Egypten sind/ und sähe ob sy noch läbind. Jethro sprach zuo jm: Gang hin mit friden. Auch sprach der HERR zuo jm in Midian: Gang hin/ unnd zeüch wider in Egypten: dann die leüt sind tod die nach deinem läben staltend. Also nam Mose sein weib/ und seine sün/ und füeret sy auff einem esel/ und zoch wider in Egypten land/ unnd nam den stab Gottes in sein hand. Und der HERR sprach zuo Mose: Sihe zuo/ wenn du wider in Egypten kommest/ das du alle die wunder thüegist vor Pharao/ die ich in dein hand gegeben hab. Jch aber wil sein hertz verstocken/ das er das volck nit wirdt lassen gon. Unnd solt zuo jm sagen: Also sagt der HERR: Jsrael ist mein erstgeborner sun: und ich sag dir/ laß meinen sun gon/ das er mir diene: wirst du dich deß widern/ so wil ich deinen erstgebornen sun erwürgen.

Unnd als er underwägen in der herberg was/ kam jm der HERr entgegen/ und wolt jnn töden. Do nam Zipora einen steyn/ unnd beschneyd jrem sun die vorhaut/ und ruort jm seyne füeß an/ und sprach: Du bist mir ein bluotbreütgam. Do ließ er von jm ab. Sy sprach aber: Bluotbreütgam/ umb der beschneydung willen. Und der HERR sprach zuo Aaron: Gang hin Mose entgegen in die wüeste. Und er gieng hin/ unnd begegnet jm an dem berg Gottes/ unnd küsset jn. Und Mose sagt Aaron alle wort des HERREN/ der jnn gesendet hat/ unnd alle zeychen die er jm bevolhen hat. Unnd giengend hin/ und versamletend alle eltesten von den kinderen Jsraels. Und Aaron redt alle wort/ die der HERR mit Mose geredt hatt: unnd thet die zeychen vor dem volck/ und das volck glaubt. Und do sy höretend das der HERR die kinder Jsraels heymsuochet/ und jr ellend angesehen hatt/ neygtend sy sich/ und bättetend an.

Das v. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Moses und Aaron gond zum künig nach dem geheyß des HERREN/ Der künig aber wirt erzürnt/ unnd trengt das volck nach mer.

Darnach giengend Mose unnd Aaron hineyn/ und sprachend zuo Pharao: Also sagt der HErr der Gott Jsraels: Laß meyn volck gon/ das es mir fäst halte in der wüeste. Pharao antwurtet: Wär ist der HERR/ des stimm ich hören müesse/ unnd Jsrael gon lassen? Jch weiß nichts von dem HERREN/ ich wil auch Jsrael nit gon lassen.

Sy sprachend: Der Ebreer Gott hat uns gerüefft. So laß uns nun hingon drey tagreyß in die wüeste/ und dem HERREN unserm Gott opfferen/ das uns nit widerfare pestilentz/ oder schwärt. Do sprach der künig in Egypten zuo jnen: Warumb machend jr/ du Mose und Aaron/ das volck hinderstellig an jrem werck? Gond hin zuo euwerer arbeyt. Weyter sprach Pharao: Sihe/ des volcks ist schon ze vil im land/ und jr wellend sy noch feyren heissen von jrer arbeit.

Darumb befalch Pharao desselbigen tags den vögten des volcks/ und jren amptleüten unnd sprach: Jr söllennd dem volck nit mer hälm oder spreüwer samlen und geben/ das sy ziegel brennind/ wie gestern und vorgester. Lassend sy selbs hingon/ und hälm zuosamen läsen. Unnd die zal der zieglen die sy gestern und vorgestern gemachet habend/ söllend jr jnen eben gleych auflegen/ und nichts minderen: dann sy gond müessig. Darumb schreyend sy/ und sprechend: Wir wellend gon/ und unserem Gott opfferen. Man trucke die leüt mitt arbeyt/ daß sy zeschaffen habind/ und sich nitt kerind an valsche wort.

Do giengend die vögt des volcks und jre amptleüt auß/ und sprachend zum volck: Also spricht Pharao: Man wirt euch keine hälm geben: gond jr selbs hin/ und nemmend euch hälm wo jrs findend. Aber von euwerer arbeit sol nichts gemindert werden. Do zerströwet sich das volck ins gantz land Egypten/ das es stupfflen sammlete/ damit sy hälm hettind. Und die vögt tribend sy und sprachend: Erfüllend euwer tagwerck/ gleych als do jr hälm hattend. Und die amptleüt der kinder Jsraels/ die die vögt Pharaons über sy gesetzt hattend/ wurdend geschlagen/ und ward zuo jnen gesagt: Warumb habend jr weder heüt noch gestern euwer gsetzt tagwerck gethon/ wie gestern und vorgestern?

Do giengent hineyn die amptleüt der kinder Jsraels/ unnd schreüwend zuo Pharao: Warumb wilt du mit deinen knechten also faren? Man gibt deinen knechten keine hälm/ unnd söllend die ziegel machen/ die unns bestimpt sind. Und sihe/ deine knecht werdend geschlagen/ und man sündet an deinem volck. Pharao sprach: Jr sind müessig/ müessig sind jr/ darumb sprechend jr: Wir wellent hin gon und dem HERREN opfferen. So gond nun hin und fronend/ hälm sol man euch nit geben/ aber die anzal ziegel söllend jr reichen.

Do sahend die amptleüt der kinder Jsraels/ das sy erzürnt warend/ diewyl man sagt: Jr söllent nichts minderen von dem tagwerck an den zieglen. Und do Mose unnd Aaron vonn Pharao giengend/ trattend sy dahin das sy jnen begegnetind/ unnd sprachend zuo jnen: Der HERR sehe auff euch/ und richte es/ das jr unser lob habennd stincken gemachet vor Pharao und seinen knechten/ und habend jnen das schwärdt in jre hennd geben/ uns zetöden.

Mose aber kam wider zuo dem HERRN/ unnd sprach: HERR/ warumb thuost du so übel an disem volck? warumb hastu mich här gesenndt? Dann sidhär da ich hineyn bin gangen zuo Pharao mit jm zereden in deinem nammen/ hat er übel mit disem volck gehandlet/ unnd du hast dein volck nit erredt. Der HERR sprach zuo Mose: Nun solt du sehen was ich Pharao thuon wird/ dann durch ein starcke hannd muoß er sy lassen: er muoß sy noch durch ein starcke hand auß seinem land von jm treyben.

Das vi. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Gott berichtet Mosen weyter/ gibt sich jm noch klärer zuo erkennen/ unnd sendet jn zum volck. Es werdend die geschlächt erzelt.

Und Gott redt mit Mose unnd sprach zuo jm: Jch bin der HERr/ und bin erschinen Abraham/ Jsaac/ und Jacob/ ein Gott Schadai/ das ist/ ein vollmächtiger/ und ein überflüssige gnuogsame und völle alles guoten: aber meinen nammen/ HERR/ hab ich jnen nit kund gethon/ auch hab ich meinen pundt mitt jnen auffgericht/ das ich jnen geben wil dz land Canaan/ das land jrer walfart/ darinnen sy frömbdling gewesen sind. Auch hab ich gehört die weeklag der kindern Jsraels/ die die Egypter mit fronen bschwärend/ und hab an meinen pundt gedacht.

Darumb sag den kindern Jsraels: Jch bin der HERR/ und wil euch außfüeren von euwerer arbeyt in Egypten/ und wil euch erretten von euwerem fronen/ und wil euch erlösen durch einen außgereckten arm und grosse gericht/ und wil euch annemmen zum volck/ und wil euwer Gott sein: das jrs erfaren söllennd das ich der HERR bin euwer Gott/ der euch außfüer von dem last Egypti/ unnd euch eynfüeren wird/ von des wägen ich mein hannd auffgehept hab/ das ichs gebe Abraham/ Jsaac/ und Jacob/ das wil ich euch geben zuo eygen/ Jch der HERR. Mose sagt sölichs den kindern Jsraels. Aber sy hortend jn nit vor keychen des geystes/ und von harter arbeyt.

Do redt der HERR mit Mose/ unnd sprach: Gang hineyn unnd red mit Pharao dem künig in Egypten/ das er die kinder Jsraels auß seinem land lasse. Mose aber redt vor dem HERREN/ unnd sprach: Sihe/ die kinder Jsraels hörennd mich nit/ wie solt mich dann Pharao hören? darzuo bin ich von unbeschnittnen läfftzen.

Also redt der HERR mit Mose und Aaron/ und thett jnen befelch an die kinder Jsraels und Pharao den künig in Egypten/ dz sy die kinder auß Egypten füeretind.

Diß sind die höupter des hauss jrer vätter. Die kinder Ruben des ersten suns Jsrael sind dise: Hanoch/ Pallu/ Hezron/ Charmi/ das sind die geschlächt von Ruben. Die kinder Simeon sind dise: Jemuel/ Jamin/ Ohad/ Jachin/ Zophar/ und Saul der sun deß Cananeischen weibs/ das sind Simeons geschlächt.

Diß sind die nammen der kinder Levi in jren geschlächten: Gerson/ Kahat/ Merari: aber Levi ward hundert/ siben und dreyssig Jar alt. Die kinder Gerson sind dise: Libni und Semei in jren geschlächten. Die kinder Kahath sind dise: Amram/ Jezear/ Hebron/ Ufiel. Kahath aber ward hundert drey unnd dreyssig jar alt. Die kinder Merari sind dise: Maheli und Musi. Das sind die gschlächt Levi in jren freündtschafften.

Unnd Amram nam sein muom Jochebed zum weib/ die gebar jm Aaron unnd Mose. Aber Amram ward hundert/ siben und dreissig jar alt. Die kinder Jezear sind dise: Korah/ Nepheg/ Sichri. Die kinder Usiel sind dise: Misael/ Elzaphan/ Sithri.

Aaron nam zum weyb Eliseba/ die tochter AmmiNadab/ Nahassons schwester/ die gbar jm Nadab/ Abihu/ Eleasar/ Jthamar.

Die kinder Korah sind dise: Assir/ Elkana/ Abiassaph. Das sind die geschlächt der Koriter. Eleasar aber/ Aarons sun/ der nam von den töchteren Putiel ein weyb/ die gebar jm den Pinhas. Das sind die höupter under den vätteren der Leviter gschlächten.

Das ist der Aaron unnd Mose/ zuo denen der HERR sprach: Füerend die kinder Jsraels auß Egypten land mit jrem heer. Sy sinds die mit Pharao dem künig in Egypten redtend/ das sy die kinder Jsraels auß Egypten fuortind/ namlich Mose und Aaron. Unnd deß tags redt der HERR mit Mose in Egypten land/ und sprach: Jch bin der HERR/ red mit Pharao dem künig in Egypten alles was ich mit dir red. Unnd er antwortet vor dem HERREN: Sihe/ ich bin von unbeschnittnen läfftzen/ wie wirt mich dann Pharao hören?

Das vij. Capitel.[Quälltäxt bearbeite]

Moses und Aaron gond zum künig/ thuond zeychen vor jm. Der künig aber ist ungehorsam und verstockt.

Der HERR sprach zuo Mose: Sich zuo/ ich hab dich einn Gott gesetzt über Pharao/ und Aaron dein bruoder sol dein prophet sin. Du solt reden alles was ich dir gebieten wird. Aber Aaron dein bruoder sols zuo Pharao redenn/ das er die kinder Jsraels auß seinem lannd lasse. Aber ich wil Pharaons hertz verherten/ das ich meiner zeychenn und wunder vil thüeye in Egypten land. Und Pharao wirt euch nit hören/ auff dz ich mein hand inn Egypten beweyse/ unnd füere mein heer/ mein volck/ die kinder Jsraels auß Egypten land durch grosse gericht. Unnd die Egypter söllends innen werden/ das ich der HERR bin/ wenn ich nun mein hand außstrecken wird über Egypten/ und die kinder Jsraels mitten auß jnen füeren.

Mose unnd Aaron thettend wie jnen der HERR gebotten hatt. Und Mose was achtzig jar alt/ und Aaron drey und achtzig jar alt/ do sy mit Pharao redtend. Und der HERR sprach zuo Mose und Aaron: Wenn Pharao zuo euch sagen wirt: Beweysend euwer wunder/ so solt du zuo Aaron sagen: Nimm deinen stab/ und wirff jn für Pharao/ so wirt er zur schlangen.

Do giengend Mose unnd Aaron hineyn zuo Pharao/ und thettend wie jnen der HERR gebotten hatt. Und Aaron warff seinen stab für Pharao unnd für seine knecht/ unnd er ward zur schlangen. Do forderet Pharao die weysen und schwartzkünstigen. Und die Egyptischen zauberer thettend auch also mit jrem beschweeren/ unnd warff ein yetlicher seinen stab von jm/ und wurdend schlangen darauß. Aber Aarons stab verschlannd jre stäb. Also ward das hertz Pharaons verstockt/ und höret sy nit/ wie dann der HERR geredt hat.

Und der HERR sprach zuo Mose: Das hertz Pharaons ist hart/ er wideret sich das volck zelassen. Gang hin zuo Pharao morn/ sihe/ er wirt ans wasser gon/ so tritt gegen jm an das gstad des wassers/ und nimm den stab in dein hand/ der zur schlangen ward/ unnd sprich zuo jm: Der HERr/ der Ebreer Gott/ hat mich zuo dir gesendt/ und lassen sagen: Laß mein volck gon/ das es mir diene in der wüeste/ aber du hast bißhär nit wellen hören.

Darumb spricht der HERR also: Daran solt du erfaren/ das ich der HERR bin. Sihe/ ich wil mit dem stab den ich in meiner hand hab/ das wasser schlahen/ das inn dem fluss ist/ unnd es sol in bluot verwandlet werden/ das die fisch im flussz sterben söllennd/ und der flussz stincken: und den Egypteren wirt es wee thuon zetrincken deß wassers auß dem flussz.

Und der HERR sprach zuo Mose: Sag Aaron: Nimm deinen stab/ und streck dein hand auß über die wasser in Egypten/ über jre flüss und bäch und see/ und über alle wassersümpff/ das sy bluot werdind: und sye bluot in gantzem Egypten land/ beyde in höltzinen und steyninen geschirren. Mose und Aaron thettend wie jnen der HERR gebotten hatt/ und huob den stab auff/ und schluog ins wasser/ das im bach was/ vor Pharao und seinen knechten/ und alles wasser im bach ward in bluot verwandlet: und die fisch im bach sturbend/ und der bach ward stinckennd/ daß die Egypter nit trinckenn kondtend des wassers auß dem bach/ unnd was bluot inn gantzem Egypten land.

Und die Egyptischen zauberer thettend auch also mit jrem beschweren. Aber dz hertz Pharaons ward verstockt/ und hort sy nit/ wie dann der HERR geredt hatt. Und Pharao wandt sich/ und gieng heym/ unnd keret sein hertz noch nitt daran. Aber alle Egypter gruobennd nach wasser umb den bach här/ zetrincken: dann des wassers auß dem bach kondtend sy nit trincken. Und das wäret siben tag lanng/ das der HERR den bach schluog.