Marcel Proust

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Marcel Proust, um 1900

Dr Valentin Louis Georges Eugène Marcel Proust [pru:st], (* 10. Juli 1871 z Auteuil; † 18. Novämber 1922 z Bariis) isch e franzöösische Schriftsteller und Kritiker gsi.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Proust isch am 10. Juli 1871 z Auteuil uf d Wält choo. Si Vater isch dr katholisch Arzt Adrien Proust, si Mueter die jüüdischi Jeanne Weil gsi. Dr Proust isch katholisch dauft worde. Am 24. Mai 1873 isch si Brueder Robert uf d Wält choo. Vom Oktober 1882 aa isch dr Proust uf s Lycée Condorcet gange, dört het er dr Jacques Bizet, dr Daniel Halévy und dr Robert Dreyfus kennegleert. Noch em Lycée isch er 1889 freiwillig zum Milidäär bi dr Infanterii. Dört het er d Bekanntschaft vom Robert de Billy gmacht. Vo 1894 bis 1896 het er mit em Komponist Reynaldo Hahn e Liebesbeziehig ghaa. Im Juni 1896 isch im Proust sis erste Buech, Les plaisirs et les jours, erschiine. Im Joor druf het er e Duell mit em Kritiker Jean Lorrain usgfochte, wil dä e doppeldüütigi Bemerkig über si Buech gmacht het. Denn het er im John Ruskin siini The Bible of Amiens afo übersetze, wo aber erst 1904 uusechoo isch. In deere Zit si si Vater (1903) und si Mueter (1905) gstorbe und dr Proust het afo von ere Depression liide. Er isch für säggs Wuche in d Behandlig am Sanatorium vo Boulogne-Billancourt gange, wo dr Paul Sollier iin mit Isolazioon und „unwillküürlige Erinnrige“ therapiert het.[1]

Vo 1907 aa het dr Alfred Agostinelli bin em gschafft, zerst als Schofföör und sid 1912 Sekretäär. Dr Proust het sich in en verliebt, aber er isch verlobt gsi. Er het aagfange an sim Hauptwärk À la recherche du temps perdu (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) afo schaffe. Am 13. Novämber 1913 isch Du côté de chez Swann as erste Band bi Grasset erschiine. Dr Proust het en uf äigeni Chöste usegee, wil käi Verleeger iin het welle. Au dr Lektor bim Verlag Gallimard, dr André Gide, het en abgleent, was er spööter as si grösst Feeler bezäichnet het. Im Mai 1914 isch dr Agostinelli mit eme Flugzüüg abgstürzt, und dr Proust isch wider dief depressiv worde. In däm Joor het d Céleste Albaret bin em as Huushältere afo schaffe. Si isch denn si ängsti Verdrauti und Lektorin worde, won em mit siine Manuskript ghulfe het. Im Dezämber 1919 het dr Proust für dr zwäit Band vo siiner Recherche, wo im Joor vorhär erschiine isch, d Prix Goncourt überchoo und 1920 isch er Ridder vo dr Eerelegioon worde. Vo 1920 bis 1922 si no vier Bänd vo dr Recherche erschiine, Du côté des Guermantes I und II und Sodome et Gomorrhe I und II.

Jan Vermeer: Aasicht vo Delft

Im Mai 1921 het dr Proust en Usstellig vo niiderländischer Moolerei im Jeu de Paume bsuecht. Won er d Aasicht vo Delft vom Jan Vermeer aagluegt het, het er e Schwechiaafall überchoo.

Im Merz 1922 het dr Proust e Briefwäggsel mit em Ernst Robert Curtius, eme dütsche Romanist, aagfange. Dä isch äine vo de Erste gsii, wo im Proust si bsundrigi Stellig in dr modärne Litratur begriffe het.

Am 18. Novämber 1922 isch dr Marcel Proust gstorbe, am 22. Novämber het män en as Ridder vo dr Eerelegioon mit militäärische Eere uf em Friidhoof Père-Lachaise näbe siine Eltere begraabe. Die letschte Bänd vo dr Recherche si posthum erschiine: La Prisonnière, La Fugitive und Le temps retrouvé. Noch em Zwäite Wältchrieg het mä d Romanfragmänt Jean Santeuil und Contre Sainte-Beuve ediert.

Wärk uf Dütsch übersetzt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Prousts Grab (Père Lachaise)
  • Der Weg zu Swann. Aus: Auf den Spuren der verlorenen Zeit. 1. Roman. - 2 Bände. Übers. Rudolf Schottländer, Reihe: Die Romane des 20. Jahrhunderts. Die Schmiede, Berlin 1926 (263 & 346 Site)
  • Marcel Proust. Im Schatten der jungen Mädchen. Aus: Auf den Spuren der verlorenen Zeit. 2. Roman. - Übers. Walter Benjamin & Franz Hessel, Reihe: Die Romane des 20. Jahrhunderts. Die Schmiede, Berlin o. J. (683 S.) Erstveröffentlichung: 1927. Weitere Veröffentlichung: Walter Benjamin, Gesammelte Schriften (Mitgwirk häi dr Theodor W. Adorno und dr Gershom Scholemö usegee vom Rolf Tiedemann & Hermann Schweppenhäuser), Übersetzige, Supplement II (Hrsg. Helle Tiedemann-Bartels), Frankfurt/M. 1987, S. 535)
  • Marcel Proust. Guermantes, aus: Walter Benjamin, Gesammelte Schriften (Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno & Gershom Scholem usegee vo Rolf Tiedemann & Hermann Schweppenhäuser), Übersetzungen, Supplement III (Hrsg. Helle Tiedemann-Bartels), Übersetzt vom Walter Benjamin & Franz Hessel, 596 S., Frankfurt/M. 1987.
  • Frankfurter Ausgabe, Übersetzt vo dr Eva Rechel-Mertens, Suhrkamp Verlag, usegee vom Luzius Keller
  • Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Nöiübersetzig vom Michael Kleeberg, Liebeskind Verlag
  • Briefe zum Werk. Hg. Walter Boehlich, Übers. Wolfgang A. Peters 1964 u.ö.
  • Der Gleichgültige / L'Indifférent, dütsch/franzöösisch, Übersetzig vo dr Elisabeth Borchers, Suhrkamp Verlag, ISBN 3-518-37504-0

Litratur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

alphabetisch

  • Samuel Beckett: Proust. Sammlung Luchterhand, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-630-61820-0
  • Jean-François Chevrier: Proust et la photographie. Paris, L’Étoile, 1982; L’Arachnéen, 2009
  • Marcus Coelen: Die Tyrannei des Partikularen. Lektüren Prousts. Fink, München 2007.
  • Ernst Robert Curtius: Marcel Proust. Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.
  • Gilles Deleuze: Proust und die Zeichen. Merve, Berlin 1993, ISBN 3-88396-099-3
  • Jean Firges: Marcel Proust. Die verlorene Zeit. Die wiedergefundene Zeit. Sonnenberg, Annweiler 2009, ISBN 978-3-933264-57-2
  • Léon Guichard: Introduction à la lecture de Proust. Nizet, Paris 1956.
  • Ursula Hennigfeld, Ursula Link-Heer, Fernand Hörner (Hrsg.): Literarische Gendertheorie. Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette. Bielefeld 2006.
  • Hans Robert Jauß: Zeit und Erinnerung in Marcel Prousts 'A la recherche du temps perdu'. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966, ISBN 3-518-28187-9
  • Luzius Keller: Proust lesen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38339-6
  • Olof Lagercrantz: Marcel Proust oder Vom Glück des Lesens. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-22249-X
  • Nathalie Mälzer: Proust oder ähnlich. ProustÜbersetzen in Deutschland. Arsenal, Berlin 1996, ISBN 3-921810-22-1
  • Claude Mauriac: Proust. Rowohlt, Hamburg 1958, ISBN 3-499-50015-9
  • Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
  • Georges Poulet: Marcel Proust. Zeit und Raum. Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966.
  • Horst Dieter Rauh: Nächtliche Muse. Über die Träume bei Proust. Mathes & Seitz, Berlin 2010, ISBN 978-3-88221-695-0
  • Jean-François Revel: Sur Proust. Remarques sur A la Recherche du Temps Perdu. Denoel, Paris 1970.
  • Jürgen Ritte/Reiner Speck: Cher ami...Votre Marcel Proust. Marcel Proust im Spiegel seiner Korrespondenz. Snoeck Verlagsgesellschaft, Köln 2009, ISBN 978-3-940953-04-9
  • Jochen Schmidt: Schmidt liest Proust. Voland & Quist, Dresden 2008, ISBN 978-3-938424-31-5
  • Gregor Schuhen: Erotische Maskeraden. Sexualität und Geschlecht bei Marcel Proust. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8253-5318-6.
  • Roger Shattuck: Marcel Proust. DTV, 1975, ISBN 3-423-01095-9
  • Ulrike Sprenger: Proust-ABC. Reclam, Leipzig 1997, ISBN 3-379-01601-2
  • Fabian Stech: Prousts Ästhetik und ihr Verhältnis zur Fotografie. In: Eikon. Nr. 33, Herbst 2000, S. 45−50.
  • Jean-Yves Tadié: Marcel Proust. Biographies Gallimard, Paris 1996, ISBN 2-07-073240-1
    deutsch: Marcel Proust. Biographie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-41952-6.
  • Winfried Wehle: In der Arche Noah der Kunst − Prousts Roman als Recherche. In: R. Speck, R. Moritz, M. Magner (Hrsg.): Proustiana. Band XXIII, Insel Verlag, Frankfurt/M. und Leipzig 2005, ISBN 978-3-458-17257-4, S. 9–43. PDF
  • Winfried Wehle: Renaissance und con-naissance. Über Prousts schöpferische Unterwerfung der Tradition. In: Patricia Oster und Karlheinz Stierle (Hrsg.): Marcel Proust – Die Legende der Zeiten im Kunstwerk der Erinnerung. (13. Publikation der Marcel Proust Gesellschaft), Insel Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-458-17307-6 PDF
  • Michael Maar: Proust Pharao. Berenberg Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-937834-34-4

Brief[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Film[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Céleste. Färnsee-Spiilfilm, BR Dütschland, 1981, 107 Min., Reschii: Percy Adlon, Brodukzioon: pelemele Film, BR, Ersti Sändig: 23. April 1982, u. a. mit dr Eva Mattes as Céleste Albaret und em Jürgen Arndt as Marcel Proust, Inhaltsaagoob vom Percy Adlon.
  • Eine Liebe von Swann (Un amour de Swann). Spiilfilm, Frankriich, BRD, 1984, 110 Min., Reschii: Volker Schlöndorff, Brodukzioon: Eberhard Junkersdorf, Margaret Ménégoz, Martin Wiebel.
  • Marcel Proust: Ein Schriftstellerleben. Dokumentazioon und Doku-Drama, 1992, 59 Min., Reschii: Sarah Mondale, Brodukzioon: Arte France, Inhaltsaagoob vo arte.
  • Die wiedergefundene Zeit. (OT: Le temps retrouvé.) Spiilfilm, Frankriich, 1999, 162 Min., Dreibuech: Raúl Ruiz, Gilles Taurand, Reschii: Raúl Ruiz, u.a. mit dr Catherine Deneuve as Odette de Crécy, dr Emmanuelle Béart as Gilberte, und em John Malkovich as Baron de Charlus.
  • Die Gefangene. (OT: La captive.) Spiilfilm noch Motiv vom Marcel Proust, Frankriich, 2000, BRD, 2002, 118 Min., Reschii: Chantal Akerman, Brodukzioon: Paulo Branco, Franzöösischi Originalfassig mit dütsche Underditel bim Suhrkamp Verlag as DVD: [2].

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Marcel Proust – Album mit witere Multimediadateie

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Literarischi Gsellschafte[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Julien Bogousslavsky & Olivier Walusinski: Marcel Proust and Paul Sollier. The Involuntary Memory Connection. In: Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie. Band 160, Nr. 4, 2009, S. 130–136. ([1] PDF, 540,9 Kb)