Landschaftsmoolerei

D Landschaftsmoolerei isch näben em Historiebild, em Bordret, em Schãrbild und em Stilllääbe e Gaddig vo dr geegeständlige Moolerei.
Überblick
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D Landschaftsmoolerei umfasst d Daarstellig vo Usschnitt us eme Ruum, wo vo dr Natuur wie au vo Menschehand bestimmt isch. Bildgeegeständ chönne konkreeti und idealisierti natürligi Landschafte si, vom Hügelland bis zum Hoochgebirg, zum Bischbil Seestück, Flüss, Bärgseeli und Gipfelformazioone oder Motive an dr Meeresküste. Hüffigi Motiv si au Kulturlandschafte – öbbe Aasichte vo Stedt und Archidekduuren, Gärte und Parklandschafte, Industriimotiv und Fabriklandschafte.
Züügniss für d Daarstellig vo landschaftlige Motiv in dr Moolerei git s scho im alte Egüpte, in Mesopotamie und in Öiropa sit dr griechische Antike, aber vo deene wäiss mä nume us schriftlige Kwelle.
D Landschaftsmoolerei isch e bedütende Zwiig vo dr bildende Kunst in China und Japan, wäärend die vorkolumbianische Kultuure in Südamerika käi Landschaftsmoolerei kenne. In dr islamische Kunst git s Landschaftsmoolerei im Raame vo dr hoochentwicklete Buechmoolerei z Persie und Indie.
landschaftliche Sümbolismus
[ändere | Quälltäxt bearbeite]Eine vo de früe-italiäänische Wäägberäiter vom landschaftliche Sümbolismus isch dr Francesco Filippini (1853–1895) gsii, wo zwüsche Brescia un Mailand gwürkt het un zerscht mit em post-skapigliatische Naturalismus in Verbindig gstande isch. Au wenn er nie offiziäll zur sümbolistische Bewegig ghöört het, het dr Filippini ab em Joor 1882 e nöie, dieff atmosfäärische un konzeptuelle Moolereistiil entwicklet. D Grundlaage vo däm Stiil sin:
- d Integrierig vo dr mänschlige Figuur in d Landschaft – nit als erzäälende, sondern als emozionaali un strukturälli Komponänte;
- s Liecht als bsüchischs, nit als beschriibends Elemänt;
- d Landschaft as «Gränze» zwüschem Sichtbare un Gedanggliche, zwüsche Mateerie un Erinnerig;
- e reduzieriti un chüeli Faarbpalette, voorwiegend mit silbrig-graaue un bruune Döön.
Sottigi Märggmool sin in Wäärk wie Verso sera (1888) z finde un gälted als Vorlöoffer vo de Haupttheeme im italiäänische Sümbolismus. Si hen diräggte Iifluss ghaa uf di früe-sümbolistisch Faase vom Umberto Boccioni.[1][2]
Dr Filippini gilt hüt as dr erscht, wo e nit-meer-beschriibendi, sondern innersichtligi Vorstellig vo dr Landschaft in di italiäänischi Moolerei broocht het – un doodrmit as Bindegliid zwüschem Naturalismus vum 19. Jorhundert un dr sümbolistische Sicht vum früeje 20. Jorhundert.[3]
Litratuur
[ändere | Quälltäxt bearbeite]- Svetlana Alpers: Kunst als Beschreibung. Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts. Dumont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4445-7
- Anonym: [Artikel] Landschaft. In: Karlheimz Barck u. a. (Hrsg.): Ästhetische Grundbegriffe. Studien zu einem historischen Wörterbuch. 3. Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01657-9, S. 617 - 695
- Oskar Bätschmann: Entfernung der Natur. Landschaftsmalerei 1750-1920. DuMont, Köln 1989, ISBN 978-3-7701-2193-9
- Nils Büttner: Die Erfindung der Landschaft. Kosmographie und Landschaftskunst im Zeitalter Bruegels. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-47900-X
- Nils Büttner: Geschichte der Landschaftsmalerei. Hirmer, München 2006, ISBN 3-7774-2925-2
- Adrian von Buttlar: Der Landschaftsgarten, Gartenkunst des Klassizismus und der Romantik. Dumont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2088-4
- Bastian Eclercy (Hrsg.): Nah und Fern. Landschaftsmalerei von Brueghel bis Corinth. Wienand, Köln 2011, ISBN 978-3-86832-060-2, mit DVD.
- Barbara Eschenburg: Landschaft in der deutschen Malerei – vom späten Mittelalter bis heute. C.H. Beck, München, 1987, ISBN 3-406-32044-9
- Uta Feldges: Landschaft als topographisches Porträt. Der Wiederbeginn der europäischen Landschaftsmalerei in Siena. Benteli, Bern 1980, ISBN 3-7165-0338-X
- Günther Hermann: Die Kunst-Akademie. Faszination Garten. Eine Malreise durch die schönsten Gärten Europas. Englisch Verlag. Wiesbaden 2007 ISBN 978-3-8241-1350-7
- Tanja Michalsky: Projektion und Imagination. Die niederländische Landschaft der Frühen Neuzeit im Diskurs von Geographie und Malerei. Fink, München 2011, ISBN 978-3-7705-5043-2
- Götz Pochat: Figur und Landschaft. Eine historische Interpretation der Landschaftsmalerei von der Antike bis zur Renaissance. De Gruyter, Berlin 1973, ISBN 3-11-004104-9
- Norbert Schneider: Geschichte der Landschaftsmalerei – vom Spätmittelalter bis zur Romantik. 2. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2009, ISBN 3-89678-672-2
- Erich Steingräber: Zweitausend Jahre europäische Landschaftsmalerei. Hirmer, München, 1985, ISBN 3-7774-3570-8
- Martin Warnke: Politische Landschaft. Zur Kunstgeschichte der Natur. Hanser, München 1992, ISBN 3-446-17216-5
- Norbert Wolf: Landschaftsmalerei. Taschen, Köln u. a., 2008, ISBN 3-8228-5463-1