Karl Muser

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Dr Karl Muser (* 9. Novämber 1833 z Mille; † 7. April 1917 ebe dert) isch e dytsche Wiirt un Dialäktdichter gsii.

Lääbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Muser isch Suhn vum e Metzger un Wiirt gsii. Är het au di beede Beruef vum Vater ibernuu. Dernääbe het er Gedicht uf Hoochdytsch un uf Alemannisch gschriibe. En Uuswahl vu syne Gedicht isch anne 1888 unter em Titel „Blumen am Wege“ erschiine.

Am Huus in dr Wilhelmstroß 7, wun er uf d Wält chuu isch, hangt hit e Mahndafle.

Byyschpel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zue dr Yyweihig vu dr neie Rhyybruck z Neueburg het dr Muser des Gedicht gschribe:[1]

„Do stoht si jez die flotti Brueck
Bechränzt, im holde Maieschmuck,
Als wie ne Brut, bild ich mir i,
Sie streckt ihr Arm frei üb’re Rhi;
Denn dort, us uns’rem Bruederstamm
Erwartet sie ihr Bräutigam,
E munter Bürschli „der Vercheer“.
Me führt en i mit großer Ehr’,
E Festzueg weiß kei Mensch wie lang
Begrüßt en froh mit Sang un Chlang.
He jo, denk wohl isch d’Hochzit gli;
D ’Gäst steh’n scho z’tausigwis am Rhi,
Uf beide Site, s’isch e Freud
Un hen als Gobe Blueme g’streut;
Jo, Alles harrt der Weihestund’,
Wo g’schlosse wird der neue Bund.
Grad wie no uns’rem Landesg’setz
E jede Bürgermeister jez
Die Liebespärli zämme git;
So wird’s au do behandlet hüt,
Un „d’Jumpfer Brueck“ dem
„Herr Vercheer“
Fest übergeh in Treu un Ehr.
Zum chüße hen si sich schiniert, —
Doch wird e Tusch druf musizirt,
Un Böllersalve schalle dri,
Me singt vereint „die Wacht am Rhi“,
Un s’Elsiß, Bade, einsin Sproch,
Rieft fröhlich: „Kaiser Wilhelm hoch!“
Der dur d’Regierig b’schließe loh,
Zum Volkswohl mög das Band bestoh.
He jo, wills Gott, me wünscht im Land
Viel Glück sich vu dem feste Band,
Das s’Ober-Elsiß, treu un guet,
Mit uns’rem Breisgau eine thuet.
M ög’s si e Band für alli Zit,
Das Sege spendet nooch un wit,
Nit nur allei für d’Industrie,
Für G’schäft un Handel her un hie,
Nei, eis das d’Herze nöcher bringt,
In Eintracht sich um d’Völker schlingt,
Das ime sanfte Geist versöhnt
Un s’ländlich Lebe uns verschönt.“

Schrifte[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Blumen am Wege. Gedichte in Schriftsprache und alemannischer Mundart. Selbstverlag, Müllheim 1888

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fueßnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. zitiert in: Winfried Studer: Der Rheinübergang Neuenburg. Geschichte der Brücken und Fähren bei Neuenburg am Rhein. In: Badische Heimat 66 (1986), S. 451-460