Faukaler Explosiv

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Undereme Faukale Explosiv bizaichnet di älteri Dialektforschig en Artikulationsart im Alemannische, wo en Plosiv und e Nasal gliichzitig formuliert und glöst werdet. Beachtet werde mue, as di ältiri Forschig för Plosiv hüüfig de Uusdruck Explosiv bruucht het, wa i dem Artikel biibhalte werd.

Artikulation[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bimene gwönliche Plosiv, wie /p/ oder /g/ werd de Strom vom Schnuuf blockiert und denn sofort glöst, so as d Luft dör s Muul abflüüst. Die Blockierig erfolg a zwo Stelle, nämlich je nach Luut bi de Lippe (p, b), bi de Zee (t, d) oder im Raache (k, g) und dezue werd au d Nase blockiert, indem s Velum gege die hinderi Pharynxwand druggt werd, well sus e Nasal wie /m/ oder /n/ entstäänd. D Lösig vode Blockade erfolgt bimene Plosiv öber s Muul. Bimene faukale Explosiv werd aber zerscht s Velum glöst, so ass de gstauti Luftstrom öber d Nase abströmt. För de seltnig Luut het d IPA kai Zaiche iigfüert. E Schriibig mit höchgstelltem Nasal /tn/, wie zum Tail vorgschlage werd, isch för s Alemannische nöd empfole, well de Nasal düttlicher woorgnoo werd as de Plosiv. I dem Artikel werdet die Luut mit /pm/ und /tn/ notiert, wenns um s Alemannische goot.

Vorchoo im Alemannische[ändere | Quälltäxt bearbeite]

I de alemannische Tielekt chunnt de Luut nume im Satzsandhi oder i de Wortfueg, seltniger au i lexikalische Wörter, vor, wenn e Plosiv ufen Nasal stoosst, wa au as Assimilation bizaichnet werd. Da isch recht hüüfig, wel de bestimti Artikel zum Tail uf d Fom d reduziert isch: d Muetter, d Nuss, d Mane. Di gsprochni Realisierig werd i villne Grammatike mit "pmuetter, tnuss, pmane" aaggee.[1]

Ahand vo dere Erschiinig cha konstantiert werde, as im Alemannische /n/ ~ /tn/ phonemisch relevant isch: /nuss/ »Nuss (indeterminiert)« gege /tnuss/ »Nuss (determiniert)« und zudem i dem Biispiil au mit /duss/ »draussen« e Minimalpaar bildet. Desgliiche /manə/ »Männer (indeterminiert)« gege /pmanə/ »Männer (determiniert)« und dezue no /panə/ »Panne«. I de pointierte Uusprooch aber verschwindet die Erschiinig.

E Fall vo Satzsandhi isch /'rɛpmər/ im Satz »Red mer nöd ständig dri!«, do isch die Erschiinig natürli nöd phonemisch.

As Biispill för s Vorchoo vo dem Luut i de Wortfueg nennt de Albert Weber u.a. d Wörter Broopmässer, Wimpmüli för Brootmässer und Windmüli. Dezue notiert er: »Man beachte, dass es sich hier um ein durch die Nase explodierendes, daher als weniger stark empfundenes p handelt«.[2]

Aber au i ainzelne lexikalische Wörter isch de faukali Explosiv realisiert wore. So isch i gwüssne Tielekt d Zämezüchig vo älterem mhd. ginuog zu alem. gnueg witter zu tnueg assimiliert wore, mitere faukale Uusprooch vo de Gruppe /tn/.[3] I dene Tielekt, wo d Assimilation uusprägt isch, , wie i de ostschwizerische Tielekt, werd nämli /g+n/ zu /tn/ mit faukaler Explosion (tnueg för gnueg, tnoo för gnoo) und /g+m/ zu /pm/ au mit faukaler Explosion: (Pmaand för Gmaand).

Anderi Sprooche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Tütsche chömet Plosiv, wo dör d Nase glöst werdet, nume i de laasche Uusprooch im Wortusluut vor und chönnet, im Gegesatz zum Alemannische denn sogär ganz assimiliert werde, wie habn »haa«, redn »rede« oder liegn »lige«. Äänlich au im Englische i Wörter wie button /'bʌtən/ vs. /'bʌtn/ »Chnopf« oder Wednesday /ˈwɛdnzdeɪ/ vs. /ˈwɛdnzdeɪ/ vs. /ˈwɛnzdi/ »Middwuch«. Phonemische Charakter hend nasal glösti Plosiv i wenige australische Sprooche oder im afrikanische Wolof.

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Stefan Sonderegger: Appenzeller Sprachbuch: »d Mane (sprich: Pmane)«
    Albert Weber: Zürichdeutsche Grammatk: »Pmilch für d Milch«
  2. Albert Weber: Zürichdeutsche Grammatik; §16
  3. Georg Wanner: Die Mundarten des Kantons Schaffhausen: »tn (mit faukaler Aussprache des t): tnuəg«