Der Fänger im Roggen

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Der Fänger im Roggen
Orginalusgob
Orginaltitel The Catcher in the Rye
Genre Roman
Autor Jerome D. Salinger
Orginalsproch Englisch (US)
Erschinigsjoor 1951
düütschi Uusgob
Buechtitel Der Fänger im Roggen
Übersetzer Heinrich Böll, Eike Schönfeld

De Roman Der Fänger im Roggen (1951) (Originaltitel „The Catcher in the Rye“), isch am US-amerikanische Schriftsteller Jerome D. Salinger (*1919; †2010) sin einzige wältwit erfolgreichi Roman. Sis reschtliche schriftstellerische Wärch beschtaht us Churzgschichte.

Em Autor glingts, i de Handlige und Gedanke vo sim sächzäjährige Antiheld und Protagonist Holden Caulfield di innere Kämpf vo de nöchste Generation uf überzeugendi Wiise uszdrücke.

De Salinger het bis zu sim Tod am 27. Januar 2010 sehr zruggzoge gläbt und als schüch golte. Nach sim Erfolg mit „Der Fänger im Roggen“ het är d'Journalischte mit eme gladnige Gwehr vo sim Grundschtück vertribe.

Was hetts mit em Titel vom Buech uf sich?[ändere | Quälltäxt bearbeite]

J. D. Salinger „The Catcher in the Rye“

De Titel vom Buech leitet sich vo eme Wunschbild vom Protagonischt ab: In Anlehnung as Chinderlied Comin Thro' The Rye (in etwa: „durch de Rogge gah/cho“) vom Robert Burns möchti är als Bruef folgendi Läbensufgab haa: Chind, wo uf eme Roggefäld Baseball schpiled, devor bschütze, dass sie in in Abgrund am Rand vom Fäld schtürzed.

Das isch parabolisch gmeint: Ds Schpiel vo de Chind bschütze, und d'Chind vor em Abgrund bschütze wölle, heisst: D'Unschuld vo de Chindheit bewahre wölle, und z'Erwachsewärde verhindere.

De Holden Caulfield isch tatsächlich en Mänsch mit hochem moralischem Bewusstsi: Wo er a de Wand en unaschtändigi Chritzelei gseht, will er sie uuswüsche, damit keis Chind sie läse mues und durch si verdorbe wird. Är ärgeret sich biischpiilswiis au überd Verlogeheit vo de Erwachsenewält.

D'Wält vo de Chind hingäge bewunderet är. Er cha sich, i däre Richtig, a chline Sache freue, biischpiilswiis het er Froid, wonner en chline Bueb gseh, wo, waghalsig, uf em Trottoirrand vo nere relativ schtarch befahrnige Schtrass balanciert, hinter sine Elterä här, und gliichzitig ds Lied Comin Thro' The Rye singt. Comin Thro' The Rye isch ds titelgäbende Chinderlied, wo nachhär au vorchunnt, wenn de Holden sin seltsame Bruefswunsch erschtmals sinnere Schwöster Phoebe bekanntgit:

  • „Weisst Du, was ich gerne sein möchte? Ich meine, wenn ich die Wahl hätte?“ (...) „Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in ihrer Nähe – kein Erwachsener, meine ich – ausser mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müsste alle festhalten, die über die Klippe hinauslaufen wollen - ich meine, wenn sie nicht achtgeben, wohin sie rennen, müsste ich vorspringen und sie fangen. Das ist alles, was ich den ganzen Tag tun würde. Ich wäre einfach der Fänger im Roggen.“

Inhalt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De 16-jährig Holden Caulfield liit im Sanatorium. Er will em Läser d'Geschicht vo drü Täg vor de vergangene Wiehnachtstäg verzelle:

Er het es Internat Pennsylvania bsucht, wo er sich nid wohlgfühlt het. Vo drü anderne Privatschuele isch är scho verwiese worde. Und jetzt isch er wieder durekeit. De Holden het es schlächts Verhältnis zu sine Eltere in New York. Si elteri Brüeder, de D. B., wo als Draibuechautor in Hollywood schaffet, isch für de Holden es grosses Vorbild. De Holden het au no en 10-jährigi Schwöschter, d'Phoebe. Är truuret usserdäm sehr über de Tod vo sim jüngere Brüder Allie, wo im Summer 1946 a Loikämie verschtorbe isch.

De Holden isch also churz vor de Wiehnachtsferie scho zum vierte Mal vo nere Schuel gfloge. Einigi Täg, bevor er abreise sött, schtritet är mit sim Zimmergnoss, will dä sich mit sinnere ehemalige Schuelfründin troffe het. Nach ere gwaltsame Usenandersetzig reist de Holden churzerhand Richtig New York ab. Wil sini Elterä nid wüssed, das är vo de Schuel gfloge isch, und ihn erscht uf de Mittwuch erwartet, nimmt är sich es Hotelzimmer. Im Hotel fragt ihn de Liftboy, ob ihn en Proschtituierti uf sim Zimmer bsueche söll. De Holden williget ii, traut sich aber, wenn die Frau chunnt, dänn doch nid, und git ihre die füüf vereinbarte Dollars. Sie isch beleidiget und verlangt plötzlich de topplet Betrag. De Holden weigeret sich und wird vom Liftboy/Zuehälter zämegschlage. Bluetend verlaht ers Hotel.

Er gaht mit de ehemalige Mitschüelerin Sally Hayes am Broadway es Schtück ga luege. De Holden will mit de Sally durebränne. Die beide fönd aa z'schtriite. D'Sally gaht hei.

De Holden faht aa, sich z'betrinke. Är will jetzt allei wäggah, und sich en Arbeit uf ere Farm bsorge, aber vorhär möchti är sich vo sinnere Schwöschter verabschiede. Er schliicht i d'Wohnig vo sine Eltere.
De Schwöschter erklärt er imene uufschlussriiche Dialog sini Beruefug (lueg „Was hetts mit em Titel vom Buech uf sich?“)

Schpöter bsuecht de Holden en ehemalige Lehrer, wo ihm es Zitat vo mene Psychoanalytiker vorlist: „Das Kennzeichen des unreifen Menschen ist, dass er für eine Sache nobel sterben will, während der reife Mensch bescheiden für eine Sache leben möchte.“

Dänn bechunnt de Holden ds Gfühl, dass de Lehrer homosexuell seig und sich a ihn änemache wölli. Är verlaht fluchtartig d'Wohnig vom Lehrer und verbringt de Rescht vo de Nacht im Wartesaal vo nere U-Bahn-Schtation. Am nächschte Tag trifft er sich no eimal mit sinere Schwöschter, wo mit ihm mitcho will. De Holden kehrt jetzt doch um, und will wieder heigah.

Übersetzige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Die erschti düütschi Übersetzig schtammt vom Heinrich Böll.

Im 2003 isch Buech aber neu übersetzt worde, vom Übersetzer Eike Schönfeld.

Me het en ziitgmässeri Version wölle und het unter anderem gfunde, dass bishär, i de urschprüngliche Version vom Böll, d'Chraftuusdrück (und vo däne gits im „Fänger“ relativ vili) unträffend is Düütsche portiert worde sind.

Verschwörigstheorie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Mark David Chapman, de Mörder vom John Lennon, het es Exemplar vo „Der Fänger im Roggen“ uf sich treit. Es sind au wiiteri Fäll vo Attentäter bekannt, wo „Der Fänger im Roggen“ i ihrne Täsche gha Händ. A de Satanischt Charles Manson het einisch gseit, är gsehgi sich als „Fänger im Roggen“.

Durch all das sind natürlich Verschwörigstheorie entschtande: Me glaubt unter anderem, de CIA hetti en Abteilig wo de Deckname „Catcher in the Rye“ treit, ds´ Buech sälber seig es Mittel vo de Gedankekontrolle (grad wills sehr verbreitet isch, und in Amerika zum Unterichtsschtoff ghört) usw.

Im Film Fletchers Visionen mit em Mel Gibson wird die Sach uufgriffe: De paranoidi Taxifahrer Fletcher liidet unter em Zwang, das är, immer wenn er „Fänger im Roggen“ gseht, en Uusgab devo chaufe mues. Sis Büecherbrätt isch darum voll vo „Catcher in the Rye“-Büecher

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Matthias Bode: Erläuterungen zu Jerome David Salinger, Der Fänger im Roggen (The catcher in the rye). (2. Uflag) Königs Erläuterungen und Materialien, Band 328. Bange, Hollfeld 2005, ISBN 3-8044-1743-4.
  • Eberhard Alsen: “The Catcher in the Rye”. In: Ders.: A Reader’s Guide to J. D. Salinger. Greenwood Press, Westport 2002, ISBN 0-313-31078-5, S. 53–77.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]