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Zauberer

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D Zauberer John Dee und Edward Kelley rüefed de Geist vome Tote hervor. Kupferstich ime Buech über Astrologie und Okkultismus vo 1806.

Zauberer oder Magier sind Persone, wo Magie praktiziered, also nutzed, zum dur ihri Handlige übernatürlichi WIrchige z erziele. Im Gegesatz zu Priester inere Religion, wo au dertigi Ahsprüch erhebed, handled de Zauberer ufgrund vome bsundrige, nöd allgemein zuegängliche (also esoterischem bzw. okkulte) Wüsse oder bsundere Fähigkeite. D Unterscheidig zwüsche eme Zauberer und zum Biispiel eme Wunder wirkende Heilige isch unscharf und druckt im Grund es Werturteil us.

D Tätigkeit wird Zauberei bezüchigswiis Zauber, frühener au Zauberchunst, gnennt. Die Chraft wo bime Zauber zur Wirchig chunnt wird Zauberchraft (lateinisch: vis magiae, vis magica) gnennt.

Begriffsgschicht

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De Begriff "zaubere" stammt vom mittelhochdütsche zouber, em althochdütsche zaubar und wohl em mittelniederländische tover für "Zauberei" ab, wa sich vermuetlich vom altenglische/altsächsische Wort teafor für "roti Farb, Ocker, Rötel" ableitet, wo fürs Schriibe voRunen verwendet worde isch. Wil de Begriff "Rune" öppe "gheims Wüsse" bedüted, isch en Zauberer darum en "Wüssende".

Die feminini Wortbildig Zauberin (statt de Falschschriibig Zaubererin) gilt als Biispiel für e Haplologie.

I früenere Kulture und bi den Ahänger vo de meiste ethnische Religione unterschiidet mer bi de Wahrnehmig vo de Umwelt nöd zwüsche Profanem und Spirituallem, sondern interpretiert alles magisch, so au s Wüsse (sieh au: Wildes Denken). Di Bedüütig vom Begriff "Zauberer" als "Wüssende" isch identisch bi de persische Magier, em latiinische vates, em keltische Druide (Drui), de Derwischen und de englische wizards und witches. Au de altägyptisch Gott Thot isch gliichermasse für Schrift, Wüsseschaft und Magie zueständig.Zauberer sind also ursprünglich Wüsseschaftler und Intellektuelli gsi, aber au religiös Spezialiste wie d Geisterbeschwörer vo etliche Völcher. Währed d Begriff "Zauberer", "zaubere" und „Zauberchunst“ au für Zauberei im magische Sinn stönd, benutzt mer d Bezeichnig Zauberchünstler usschliesslich für tüschend Unterhaltigschünstler.

Verhältnis vo Zauberer zu religiöse Wundertäter (abwertende Zaubererbegriff)

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Zauberer und Riis

De meiste Religione sind Bericht vo Wunder und wundertätige Mensche eige; au werded alltäglichi Gschehniss wie Glück, Genesig vo Chrankheite usw. oft religiös begründet. Wenn Mensche Heilerfolg etc. für sich beaspruched, ohni im Name vo de herrschende Religion debi ufträte, werded ihri Fähigkeite i viele Kulture nöd als religiös, sondern als öppis anderes, öppe Zauberei, interpretiert. Scho im Codex Hammurabi isch Zauberei verbote worde, worus folgt, dass Zauberei öppis vo de Religion verschiedes gsi isch. Au i de ägyptischen Mythologie isch zwüsche Religion und Zauberei unterschiede worde, wobi Priester durchuus glichziitig Zauberer hend si chöne wie öppe de Imhotep.

Im religiös tolerante Rom sind d Dienste vo keltische Seher bis is vierte Johrhundert akzeptiert worde, bis e staatlichi Verfolgig gstartet worde isch geg alles, was de Staatsreligion wiedersproche het. Di römisch Chile het das Konzept übernoh und het alli andere Religione als Aberglaube und Zauberei diskreditiert. Insbesondere bi deChristianisierig vo de keltische Gebiet isch zwor vorgfundni Strukture übernoh worde, aber i christlichi umdefiniert und di druidische Wurzle verbrämt. So het di christianisierti Gschichtsschriibig us em Duiden Myrddin de heidnisch Zauberer Merlin gmacht, wo sich nur schinbar em Christetum unterordnet. Us bi Kelte selbstverständliche DruidInne sind Hexe worde.

Di unterschiedlich Beewrtig vo ähnliche Sachverhalte wird bsunders dütlich bim biblische Wettstriit zwüsche Simon Magus und Petrus, vo däne identischi Tate brichtet wörded. I christlich prägte Kulture sind Hellseher, Astrologe und Geisterbeschwörer stark verbreitet, wa i dä Bevölkerig oft nöd als unüberwindliche Widerspruch empfunde wörd. Trotzdem wörd d Bezeichnig "Zauberer" i dem Zamehang immer abwertend benutzt, au wil d Bibel Zaubere verbütet (Exodus 22,17 Denn di Zauberer söllsch nöd am Läbe loh.). Dä Gott vo dä Bibel beasprucht als Schöpfer allei d Macht über alles übernatürlichi. Er brüeft dur sin (Heilige) Geist Mensche mit übernatürliche Gabe (im Neue Testament oft: Geistesgobe). Alli andere übernatürliche Gabe und Fähigkeite wörded abglehnt.

Naturwüssschaftler mit teilwiis christliche Prägig und Techniker wie Albertus Magnus, Nostradamus oder Gutenberg sind vo ihrer unverständige Umwelt hüüfig dä Zauberei verdächtigt worde.

Mit em Beginn vo de Neuziit händ d Hexeverfolgige ahgfange. Au darum sind i dä Märli Hexe und Zauberer oft uf de Siite vom Böse z finde (z. B. bi Hänsel und Gretel).

Zaubersprüche

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Währed praktisch i alle Kulture magischi Beschwörigsformle praktiziert worde sind, spielt bi de Kelte s gredte Wort vome Druide e bsunders wichtigi Rolle. So hend Druide ufeme Kampfplatz e drohendi Schlacht dur es entsprechends autoritärs Wort verbüte chöne. Flüech vo Druide sind e sehr ernstznehmendi Strof gsi und d Verbannig vome gmeinsame Opfer (analog de Exkommunikation) s Ende vo de jewiilige gsellschaftliche Existenz. De gheimnisvolli Nimbus vo de druidische Verbalmagie isch au vom Umstand cho, das d Druide kei Schrift benutzt hend, es het sich also um Gheimwüsse ghandelt. (D Druide selb hend au kei Rune benutzt, wa nöd usschlüsst die "für dä Privatgebruch" für magischi Zweck benutzt worde sind.) Wie de Tacitus schriibt, verfähled di ihdrucksvolle Verfluechige vom Gegner vor de Schlachte dur furiosi DruidInne nöd ihri ihschüchterni Wirchig.

Zauberpraktike

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Tracht vom Zauberer bim bolivianische Tanz Tobas

Vo Zauberer isch immer d Erfüllig vo primäre Bedürfnis verlangt wie d Heilig vo Chrankheite, Vorhersage und Beiiflussig vom Wetter, Prophezeihige jeder Art und Begünstigunge i jeder Läbenslag. Dodezue isch oft es Opfer erforderlich. Näbed ihre magische Fähigkeite hend Zauberer ihre Kulture au als Ratgeber, Lehrer, Richter, Wüsseschaftler und Chünstler dient. Vieli Praktike sind Zauberer vorbehalte gsi, setzed öppe e abgschlosseni Druideuusbildig vorus, währed anderi Praktike wie d Verwendig vo Amulette und ähnlichem au vo Laie duregführt werde het chöne.

Rolle vo Zauberer i Literatur und Film

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Währed Zauberer i dä christliche Gschichtsschriibig immer negativ bewertet worde sind und ihne dementsprechend i de Märli oft d Rolle vom böse Zauberer zuegwiese worde isch, hend Zauberer-Sage i dä Epoche vo de Romantik e positivi Beachtig kriegt. Vorallem am Zauberer-Archetyp Merlin het d Literatur es grosses Interesse zeigt. Di beliebti Figur vome oft als wiissbärtig dargstellte Zauberer, wo als weise Lehrer em Waisebueb Artus uf sinere Mission als Uuserwählte vorbereitet, kehrt i dä populäre Gschichte hüt wieder i Form vo meist nordische Zauberer wie Gandalf, Miraculix und Albus Dumbledore zrugg. Literarischi Zauberer sind meist bildet und technikverständig, zeichned sich aber wie Druide dur es hochs Mass a Naturverbundeheit us. Si stönd ime fundamentale Widerspruch zu dä uufklärte und technologisierte Welt, wo d Mensche e verloreni Sehnsucht nach Spiritualität und Übersinnlichem ahspricht. Vorallem mit em Uufchoh vo de Fantasy-Literatur im 20. Johrhundert hät sich s negativ prägte Verhältnis zu Zauberer fast umkehrt. Gandalf und Miraculix als Verträter vo (gueter) „wiisse“ Magie sind fründlichi älteri Manne. D Uusüebig vo Magie isch i Fantasy oft a e mengemässig begränzti Energie (zum Biispiel Mana) knüpft. I Rollenspielen sind Magier e beliebti Charakterklasse.

Zauberer im Sinne von Täuschungskünstlern

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Umgangssprochlich wörded sit em 18. Jahrhundert auZauberchünstler, Illusioniste und Taschespieler als „Zauberer“ oder „Magier“ bezeichnet. Zauberchunst in dem Sinn isch d Chunst, Illusione entstoh z loh,wo dur Tricks und Kommunikation mit em Betrachter zstand chömed.

Berühmte Zauberer

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Merlin
Zauberin (Augusto De Luca, 1980)
Kirke

Zauberer in Sagen und Überlieferungen

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  • Merlin
  • Dedi
  • Kirke
  • Krabat
  • Simon Magus
  • Taliesin
  • Hermogenes
  • Klingsor
  • Vergil

Mutmaßliche Magier

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  • Imhotep
  • Albertus Magnus
  • John Dee
  • Roger Bacon
  • Michael Scotus
  • Abraham von Worms
  • Paracelsus
  • Agrippa von Nettesheim
  • Johann Georg Faust
  • Alessandro Cagliostro
  • Daniel Dunglas Home
  • Grigorij Rasputin
  • Mina „Margery“ Crandon
  • Erik Jan Hanussen
  • Aleister Crowley
  • Austin Osman Spare
  • Julius Evola
  • Franz Bardon

Zauberer in klassischer Literatur

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Einige fiktive Zauberer des 20./21. Jahrhunderts

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  • Gandalf, Saruman und Radagast aus J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe.
  • Der Zauberer von Oz
  • Miraculix aus Asterix
  • Catweazle
  • Schmendrick Gefährte des letzten Einhorns
  • Pondorondo in Unser Sandmännchen
  • Pan Tau
  • Petrosilius Zwackelmann aus Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler
  • Rumburak aus Die Märchenbraut
  • Tim, der Zauberer aus Die Ritter der Kokosnuß
  • Tomtidom aus Das Geheimnis des siebten Weges von Tonke Dragt
  • Rincewind und die Zauberer der Unsichtbaren Universität in Ankh-Morpork auf der Scheibenwelt.
  • Harry Potter und weitere Figuren der Harry-Potter-Romane
  • Gargamel/Gurgelhals, der Feind der Schlümpfe
  • Homnibus aus Johann und Pfiffikus
  • Dallben und Arawn aus Die Chroniken von Prydain von Lloyd Alexander
  • Simon the Sorcerer
  • Mario und der Zauberer
  • Harry Dresden und weitere Figuren aus Jim Butchers The Dresden Files, sowie der gleichnamigen Fernsehserie
  • Tom Clarke und Ursula Crowe aus Wizards vs Aliens
  • Willibald der Zauberlehrling
  • Wonder aus der Kammeroper Amorys
  • Die Zauberer vom Waverly Place
  • Die Mächtigen Drei aus Charmed – Zauberhafte Hexen
  • Tarabas aus Prinzessin Fantaghirò
  • Zauberer Ogion und Zauberer Ged aus Erdsee
  • Eliza Marian Butler, The Myth of the Magus. Cambridge University, 1993, ISBN 0-521-43777-6
  • Jochen Zmeck: Wunderwelt Magie (1966)
  • Nikolai Tolstoy: Auf der Suche nach Merlin – Mythos und geschichtliche Wahrheit (1985)
  • Lásló Kákosy: Zauberei im alten Ägypten (1989)
  • Richard Kickhefer: Magie im Mittelalter (1992)
  • Michael Baigent, Richard Leigh: Verschlusssache Magie (1997)
  • Marie Theres Fögen: Die Enteignung der Wahrsager – Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike (1997)
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vu dere Version vum Artikel „Zauberer“ vu de tüütsche Wikipedia. E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.