Unsterblichkeit
Unsterblichkeit isch d Vorstellig vome ziitlich unbegrenzte Lebä i physischer oder spirituellä Form.
Biologischi und technischi Unsterblichkeit
[ändere | Quälltäxt bearbeite]Bi de meiste bekannte Tier nimmt d Fähigkeit zur Selbstregeneration im Verlauf vom Läbe us verschiedene Gründ ab. Sött es Wese existiere, wo Beschädigunge im gliiche Mass repariere cha, i dem si Uufträted, wär s potenziell unbegränzt läbensfähig. Dä Bewiis für biologischi Unsterblichkeit oder ihri Möglichkeit bi höcher entwickläte tierische und pflanzliche Läbensforme stönd no us.
Biologisch unsterblichi Spezies
[ändere | Quälltäxt bearbeite]Die Unsterblichkeit isch naturgmäss i de Realität dodur begränzt, dass die Organisme dur üsseri Ihflüss und Chrankheite sehr wohl stärbe chönnd. Darum wird die Unsterblichkeit als potenzielli oder relativi Unsterblichkeit bezeichnet:
- Bi de meiste Einzeller oder Kolonie vo Bakterie cha vo "potenzieller Unsterblichkeit" gredt werde, wil si sich unter ideale Bedingige dur Zellteilig beliebig immer wiiter vermehred, ohni dass mer debi äs Altere chönnt beobachte und s Phänomän „Tod“ uufträte wür. Neueri Untersuechige wörfed aber Zwiifel a däre potenzielle Unsterblichkeit uuf, wil beobachtet worde isch, dass jedi Nochfolgegeneration äs bitz chlinner, schwächer und ahfälliger für s Stärbe erschiint.
- Dä Läbenszyklus vo de Quallä Turritopsis dohrnii zeigt e im Tierriich einzigartigi Fähigkeit: Nach Erreiche vo dä sexuellä Riifi cha de Organismus dur Nutzig vom Transdifferenzierig gnännte Zellwandligsprozess wieder is Stadium vo dä Chindheit zruggversetzt wörde. Dä Zyklus loht sich anschiinend unbegrenzt wiederhole.[1]
- Mängi Seegurkearte chönnd nach Uuffassig gwüsser Wüsseschaftler unter ideale Bedingige unbegrenzt lang läbe.
- Bi Süesswasserpolype chönnd bisher kei Ahzeiche vome Alterigsprozess nohgwiise wörde.
- Pilz sind potenziell unsterblich.[2]
Evolution vom Altere
[ändere | Quälltäxt bearbeite]S wird ahgnoh, dass s Altäre und dodemit de natürlich Tod e Folg vom Evolutionsprozess isch. Warum s Altere sich aber als Selektionskriterium duregsetzt hät, bliibt bisher ä offeni Frog. De programmierti Zelltod und s Problem vo sich verringerndä Telomer findet sich scho bi eifachstä Organismä. Da chönnt e Folg vomä Kompromiss zwüsche äre Vermiidig vo Chräbs und em Altäre si.
Under de moderne Theoriä zur „Evolution vom Altäre“ findet sich unter anderem:
- 1952 hät de Peter Medawar siini Mutations-Akkumulations-Theorie formuliert, wo im Chärn uusseit, dass es nie zu äre Selektion gägs Altäre chunnt, wil d Reproduktionsphase scho abgschlosse isch, bevor sich d Symptom vom Altäre negativ uf di Selektion uuswirke chönnt.
- D Theorie vo dä Antagonistische Pleiotropie isch 1957 vomGeorge C. Williams, äme Kritiker vom Medawar, vorgschlage worde. Si besait, dass die Gen, wo i früenere Lebensabschnitt ä positivi Wirkig hend, im Alter en schädliche Ihfluss mit sich bringäd.
Biotechnologischi Unsterblichkeit
[ändere | Quälltäxt bearbeite]Hüt scho lang di durchschnittlich Läbensspanni i dä Industrienatione wiit über d Möglichkeite i früenere Täg us. Dodezue hend Fortschritt bi dä Hygienä, Ernährig, em Läbensstandard und ganz allgemein i dä medizinische Versorgig gführt. Dur d Wiiterentwicklig vo Technologiä i dä Gen- und Zelltherapie, i dä regenerativä Medizin, Biomedizin und Mikro- oder Nanotechnologie isch mit äme wiitere signifikante Ahstiig vo dä Läbenserwartig z rächne. Wie üblich wörded sich die Entwicklige schrittwiis vollzieh, sodass scho mittelfristig mit griifbare Resultat grechnät werde cha wo mit dä Ziit immer umfassender und wirkigsvoller usfalle sötted. Robert Freitas, än Wüsseschaftler uf em Gebiet vo de theoretische Nanoroboti, konstruiert Modell vo Nanomaschiene, wo in Zuekunft duurhaft im mänschliche Körper ihgsetzt wörde chönnted, zum Pathogene z eliminiere, Chäbs i Schach z halte und Reparaturarbeite durezfüere. So chönnti möglicherwiis s Altäre zum Stillstand brocht wörde, idem Verschleissige dur regenerativi Prozess immer geziilter behobe wörded.
Aubrey de Grey entwicklät Theorie über s menschliche Altäre, wo är wie e Chrankheit uf ungünstigi biochemischi Prozess zruggführt, wo dur geziilts Beihflusse gstoppt oder umkehrt werde chönnd. Da vo ihm vorgschlageni Verfahre, wo er als Strategiä zu dä Bekämpfig vom Altäre (Strategies for Engineered Negligible Senescence, kurz SENS) bezeichnet, basiert uf siebe vo ihm propagierti Agriffspünkt. De Grey isch Mitbegründer (zame mit David Bobel) und leitende Wüsseschaftler vom Projekt "Methusalem-Maus-Preis", wo d Beschleunigung und Förderig vo de Forschig uf em Gebiet vo dä Läbensverlängerig zur Uufgob het. S dur Spände ständig wachsendi Priisgäld, wo im Juni 2008 en Stand vo 2.8 Millione EUR (ç,4 Millione USD) gis isch, wird a Labor vergeh, wo mit ihrer Arbeit d Läbensspanni vo Müüs nochwiislich dütlich verlängere cha. D Intention vom Priis isch äs, dass überzüügendi Erfolg im Muusmodell grösseri Investitione für s Überträge vo dä Ergebnis uf dä Mensch mit sich bringe wöred.
Im Theater, Film, in Opern
[ändere | Quälltäxt bearbeite]Dornrösli isch es bekannts Märli, vielfach verfilmt und handlet vo dä Zuekunft i dä Biografie vo Frauen. Dä vo usse (Märliprinz) beiiflusst Ziitpunkt vom Wiedererwache vo dä Königstochter löst vili psychologischi Dütige us.
Bi Oscar Wilde blibt i The Picture of Dorian Gray d Hauptfigur immer jung (1890, dütsch: S Bildnis vom Dorian Gray). Aber währed Gray immer massloser und grausamer wird, alterät äs Bild vo ihm als Uusdruck vo siinere Alterig. Er sälb bliibt i Umkehr vom gsellschaftliche Altersbild üsserlich jung und makellos schön (äs Thema i dä Gerontologie und de tägliche Werbefilmli).
I dä Oper vo Leoš Janáček D Sach vo Makropulos (Věc Makropulos, Urufführig 1926) läbt Elina Makropulos dank äme Zaubertrank vo ihrem Vater ohni z alterä, unter wächselndem Name, aber immer de gliiche Initiale (E.M.) i mehrere Johrhundert als bekannti Künstlerin. De Grundgedanke vom spöter au verfilmte Stoff basiert uf eme Theaterstuck vo Karel Čapek us em Johr 1922.
Di Suech nach äme paradiesische Jungbrunne für e ewigi Jugend, historisch bi Juan Ponce de León mit dä Eroberig vo Amerika verchnüpft, isch au i dä moderne Popkultur äs beliebts Motiv, öppe bi dä Abentüürfilm D Jagd nach em Jungbrunge (The Spring, 1989, Regie J.D.Patterson), Pirates of the Caribbean – Fremdo Geziite (2011), i Orson Welles’ Fernsehserie The Fountain of Youth (1958) oder em Computerspiel Indiana Jones and the Fountain of Youth.
Unsterblichkeit erschiint au i dä Literatur und im Film als s fiktive Motiv vo dä <i id="mwsg">Zeitreise</i> vo dä Hauptfigur(-e) über Johrzänti oder gar Johrhunderti. Dodebi cha es rückblickend i d Vergangeheit - aber au dystopisch um Reise id Zuekunft goh.
Au i viele wiitere Film und Serie bsunders im Fantasy und Sci-Fi bereich gits hüfig Charaktere oder ganzi Speziene mit starch verlängertä Lebensspannene, so sind Elbä i Herr der Ringe viili Tuusig johr alt und immerno Jung und schön, usserdem verhilft de eine Ring sowohl em Gollum als au em Bilbo ihri Jugend düütlich länger z bhalte au wenn mers bim Gollum nümme so fest merkt wil er glich scho wiit über 500 Johr alt isch.
Im Anime The Seven deadly sins het sich di Magierin Morgana mithilf vo Zauber unsterblich gmacht.
Literatur
[ändere | Quälltäxt bearbeite]- Ulrich Berner, Matthias Heesch, Georg Scherer: Unsterblichkeit I. Religionsgeschichtlich II. Dogmatisch III. Philosophisch. In: Theologische Realenzyklopädie. Band 34: Trappisten, Trappistinnen – Vernunft II. De Gruyter, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-11-017388-3, S. 381–397 (Überblick mit religionswissenschaftlichem und theologischem Schwerpunkt).
- Tad Brennan: Immortality in ancient philosophy. In: E. Craig: Routledge Encyclopedia of Philosophy. London 2002 (englisch; doi:10.4324/9780415249126-A133-1).
- Godehard Brüntrup u. a. (Hrsg.): Auferstehung des Leibes – Unsterblichkeit der Seele. Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-020979-4.
- Dag Øistein Endsjø: Greek Resurrection Beliefs and the Success of Christianity. Palgrave Macmillan, New York NY 2009, ISBN 978-0-230-61729-2 (englisch).
- Dominik Groß, Brigitte Tag, Christoph Schweikardt: Who wants to live forever? Postmoderne Formen des Weiterwirkens nach dem Tod (= Todesbilder. Band 5). Campus, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39479-4.
- Gerda Lier: Das Unsterblichkeitsproblem: Grundannahmen und Voraussetzungen. 2 Bände. Doktorarbeit Universität Frankfurt 2009. V & R Unipress, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89971-764-8.
- Tatjana Petzer (Hrsg.): Unsterblichkeit. Slawische Variationen. Matthes & Seitz, Berlin 2021, ISBN 978-3-7518-0343-4.
- Tilo Schabert, Erik Hornung (Hrsg.): Auferstehung und Unsterblichkeit. Fink, München 1993, ISBN 3-7705-2806-9.
- Hans Schwarz: Jenseits von Utopie und Resignation: Einführung in die christliche Eschatologie. R. Brockhaus, Wuppertal u. a. 1990, ISBN 3-417-29364-2, S. 225–238.
- Michael Shermer: Heavens on Earth: The Scientific Search for the Afterlife, Immortality, and Utopia. Henry Holt, New York 2018, ISBN 978-1-62779-857-0.
Weblink
[ändere | Quälltäxt bearbeite]- Gabriel Andrade: „Immortality“ in dr Internet Encyclopedia of Philosophy (änglisch mit Literaturaagabe)
- Sherwin Nuland: „Wollen Sie ewig leben?“ In Heise: Technology Review. 28. September 2005
Fuessnote
[ändere | Quälltäxt bearbeite]- ↑ Scott F. Gilbert: Cheating Death: The Immortal Life Cycle of „Turritopsis“. In: Developmental Biology. 8. Auflage. 5. März 2003 (englisch; online auf devbio.com (Memento vom 2. April 2010 im Internet Archive)).
- ↑ Peter Otto: Pilze: Die Ernährer unserer Wälder. In: Naturschutz heute. Ausgabe 4, 1996 (online auf nabu.de (Memento vom 19. Jänner 2012 im Internet Archive)).
| Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vu dere Version vum Artikel „Unsterblichkeit“ vu de tüütsche Wikipedia. E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde. |