Sendlfenger Schwätzweiber

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Dr Sendlfenger Schwätzweiberbronna
Dialäkt: Schwäbisch

Bei de Sendlfenger Schwätzbweiber handlet sichs om a Skulpdur, wo uff-ma Sockel en dr Midde vom alda Sendlfenger Marktbronna stôht. Dargschdellt werdet zwoi Fraua, wo sich offabr uff-em Marktplatz troffa hend ond jetzt a kleis Schwätzle mitnander haldet. Om d Fiaß[1] rom schleicht a Kätzle. Bei de Sendlfenger Eiwohner wuud der Bronna fascht bloß noh als Schwätzweiberbronna bezeichnet (offiziell: Das Geheimnis).

Inschrift[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ondr de Schwätzweiber ischt a kurzer schwäbischer Dialog eigmoißlet:

  • De Greeßer vo selle zwoi, dui mit-em Henklkorb ond dr Henn am Arm, hôt dr andra ebbes ens Ohr gflischdret ond beendet ihre Neijchkeida mit-em Satz: Denk dir no, was saisch au do drzua(?)
  • Dô druff isch de Kloinere zonegschd ganz baff. Schliaßlich sait se bloß: O daß Gott erbarm(!)

Noh weider dronda, am obra Abschluss vo deam Pfeiler, siht mr viir Gsichder (en jedra Hemmlsrichdong ois), wo hässliche Fratza zeiget. Zwischa deane Gsichder stôht jeweils – en Graußbuachstaba – a zwoizeiliger Schbruch. D Versla laudet:

EIBILDONG U. SAUS
DÖS ISCH A GRAUS!

ARBEIT UND LACHE
DÖS GIBT A SACHE!

DENK U. TUE
DÖS GIBT A RUHE

ISCH OAM ALLES GLEICH
DER WUT ET REICH.

Wia der Bronna entstanda ischt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vor langer, langer Zeit ischt z Sendlfenga dr Marktplatz woandersch gwäa wia heit, nemlich ganz en dr Nähe vo dr romanischa Martinskirch. Deet hôt mr anno 1544 an Bronna ôôglegt ond-em da Nama Marktbronna gäa. En sellem seira Midde hôt mr em 17. Jôhrhondert a Standbild gschdellt, wo da Herzog Eberhard zeigt hôt.[2] So om s Jôhr 1920 rom isch dui Skulpdur so arg vrwiddret gwäa, dass mr se hôt nemme mit Freida ôôgucka kenna. Drom hôt-mr dui Statue entfernt ond nôch-ra nuia Bekreenong vom Marktbronna gsuacht. Dr Stuegerter Môler ond Bildhauer Josef Zeitler (1871 bis 1958) hôt da Ufftrag kriagt, fenf Entwirf zo macha. Wia nô dia Entwirf vom Sendlfenger Gmoidrôt en Augaschei gnomma wôrra send, hôt sich dr sell fir da Entwurf Das Geheimnis ausgschbrocha. [3] Ab-em Jôhr 1927 hôt-mr des Geheimnis uff-em Marktbronna ôgucka kenna. So hoißt dui Figuragrubbe au heit noh, abr bloß offiziell. Saga duet so koi Mensch en Sendlfenga. Ganz schnell hôt sich dr Begriff Schwätzweiber durchgsetzt. Heit stôht der Bronna am Rand vom Corbeil-Essonnes-Platz.[4]

Sketsch ibr d Schwätzweiber[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zwoi Sendlfenger Hobby-Kabaredischdinna, d Gudrun Hornikel ond d Sabine Duffner, hend sich vo deane Schwätzweiber fir ihre Ufftridd uff de Sendlfenger Bihna inschbiriira lassa: En de gleiche Kloider wia selle zwoi setzet-se oi Kabaredd-Szene an de andr ond machet sich luschdich ibr des, was grad em Schdädtle akduell ischt, bsonders ibr d Obrichkeit vo Sendlfenga, also ibr da OB ond da Gmoidrôt.

Quell[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Tim Schweiker: Die Schwätzweiber lesen der Obrigkeit gerne die Leviten, a Ardikel en dr Sendlfenger Zeidong vom 5. Dezember 2015, S. 9, ond oigene Feschtstellonga

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuaßnoda ond oinzlne Nôchweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Em Schwäbischa ganget d Fiaß bis zom Rumpf!
  2. Barbara Stark, Andrea Volz en ihrer Broschire Kunst im öffentlichen Raum Sindelfingen, 1991 rausgäa vom Sendlfenger Galeriichef Otto Pannewitz
  3. Dui Bezoichnong rihrt wahrscheinlich dô drvoo her, dass mr et woiß, was dui Oina dr Andra ens Ohr gflischdret hôt.
  4. Dui franzeesischa Stadt Corbeil Essones ischt seit 1961 oina vo de sechs Partnerstedt vo Sendlfenga.

48.710689.000498Koordinaten: 48° 42′ 38,4″ N, 9° 0′ 1,8″ O