Zum Inhalt springen

Romani Rose

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
dr Romani Rose, 2014

Dr Romani Oskar Rose (* 20. Augschte 1946 z Haidelberch) isch e dytsche Buurgerräächtsaktivischt un syt 1982 Voorsitzer vum Zäntraalroot vu Dytsche Sinti un Roma.[1]

Dr Rose chunnt us ere Sinti-Familie. 13 Mitgliider vu dr Familie Rose, doodrunter d Grooßelter vum Romani Rose, sin im sognännt „Zigeunerlager Auschwitz“ oder im KZ Ravensbrück ermoordet woore. Anderi Aagheerigi hän as KZ-Häftling, Zwangsarbaiter, Opfer vu mediziinische Experimänt im KZ Natzweiler iberläbt oder im Untergrund iberläbt.

Dr Vater un dr Großvater vum Romani Rose hän e Wanderkino z Schleesie gfiert.[2] Sy Vater Oskar Rose un sy Unkel Vinzenz Rose hän dr Porajmos iberläbt. D Brieder hän si scho 1946 fir e Stroofverfolgig vu dr Dääter yygsetzt, im Dezämber 1947 het e Privaatdetektiiv dr Robert Ritter in irem Ufdraag z Frankfurt ufgspiert.[3] Di beede häb 1948 e Stroofaazaig geege iin gstellt.[4] Dr Vinzenz Rose het aafangs 1970er Joor d Sinti/Roma-Buurgerräächtsbeweegig grindet un het eerschti bolitischi Akzänt gsetzt.

Dr Romani Rose het bis 1982 as Händler fir Oriänt-Deppig im Diire-zue-Diirer-Gschäft gschafft.[5] Är isch ghyroote un het segs Chinder.

Buurgerräächtsaarbet

[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Romani Rose setzt si fir glyychi Räächt fir di dytsch nazionaal Minderhait vu dr Sinti un Roma yy, fir dr Schutz vu ellne Roma vor Rassismus un Dischkriminierig un fir s Ufkleere vum Porajmos, em Velkermoord an de europäische Roma.

Syt de 1970er Joor het si d Rose seli dr Buugerräächtsaarbet fir syni Minderhait gwidmet. Uusgangspunkt fir iin isch d Feschtstellig gsii, ass dr Antiziganismus mit em Änd vum Zweete Wältchrieg nit us de Chepf verschwunde sei un ass si di dytsch Bolitik mit ire Gschiicht seli schwäär due heeb. Des z ändere heeb ghaiße, as di verfolgt Minderhait het mieße kämpfe fir s Räächt.[6] Wäge däm isch 1980 e Gruppe vu Sinti uf em Gländ vu dr KZ-Maanstätt Dachau in e Hungerstraik drättenn isch, wun ere vum bayerische Inneminischterium d Aktenyysiicht in d Unterlaage vu dr 1970 ufgleeste „Landfahrerzentrale“ verwaigeret wooren isch. .[7] Där Hungerstreik, wu dr Romani Rose as Sprächer mitgmacht ghaa het, het me wältwyt gsää un isch e wiichtige Aastooß fir s Maane an dr nazionaalsozialischtisch Velkermoord, d Buurgerräächt un e besseri gsellschaftligi Dailhaab vu dr Minderhaut z Dytschland.

Anne 1979 isch dr Rose zum Voorsitzer vum Verband vu Dytsche Sinti gweelt woore. Syt Februar 1982 isch er Voorsitzer un Gschäftsfierer vum Zäntraalroot vu Dytsche Sinti un Romamit Sitz z Haidelberch, wu äär mitgrindet ghaa het. Dr Zentraalroot vu dr Juude het as Voorbild dient fir d Dachorganisazioon vu dr hite 16 Mitgliidsverain (Landesverbänd un regionaali Verain). Dr Verband duet syterhäär uf nazionaaler wie internatzonaaler Eebeni d Inträsse vu dr nazionaale Minderhait vu dr „Sinti un Roma“ z Dytschland. Mit dr Roma sin doo di „autochthone“ oschteuropäische Roma-Immigrante vum 19. Jorhundert gmaint. In dr Zwischzyt setzt er s au fir hitigi oschteuropäischi Roma-Migrante yy, wu im Rose ne engaschierte Fiirspräch hän. Iberhaupot se jo „der Oberbegriff eigentlich Roma, weil die 10 bis 12 Millionen Angehörigen unserer Minderheit [in Europa] sich als Roma bezeichnen.“[8] Anne 1991 het dr Rose au d Gschäftsfierig vum Dokumäntazioons- un Kultuurzäntrum vu Dytsche Sinti un Roma ibernuu, ere wältwyt ainzigaartige Yyriichtig z Haidelberch, wu vum Zäntraalroot vu Dytsche Sinti un Roma drait wiird.

Dur di offänsiiv Buurgerräächtsaarbet het dr doomoolig Bundeschanzler Helmut Schmidt am 17. Meerz 1982 e Delegazioon vum Zäntraalroot empfange, u. a. mit em Rose. Doodeby het me d NS-Verbräche an de Sinti un Roma as Velkermoord us „rassische“ Grind anerkännt, ebis, was dr Noofolger vum Schmidt, dr Bundeschanzler Helmut Kohl, in ere Bundesdaagsdebatte im Novämber 1985 nomool bsteetigt het. Dr Bundesbresidänt Roman Herzog het anne 1997 dooderzu gsait, ass em Velkermoord an de Sinti un Roma dr nämlig Rassewaan un Verniichtigswille as Grundlaag ghaa het wie bim Holocaust.

Dr Romani Rose schafft draa, d Kultuur un di gsellschaftli Laag vu dr mitteleuropäische Sinti, wu im speetere Dytsche Ryych aasässig gsiis sin un vu dr Roma, wu im 19. Jorhundert vu Oschteuropa deertaane migriert sin, aber scho lang dytsch sin, as nazionaali Minderhait, wu scho lang dytsch isch, integriert un sässhaft läbt un Romanes schwätzt, in dr Meehaitsgsellschaft bekannt z mache un ufzkleere ibere di abwäärtende un romantisierende Voorstellige. Däm Zwäck dient unter anderem s Dänkmool fir di im Nazionaalsozialismus ermoordete Sinti un Roma vu Europa z Berlin, wu im Oktoober 2012 yygweit wooren isch, d Bundeschanzleri Angela Merkel un dr Bundesbresidänt Joachim Gauck sin doo derbyy gsii. Dr Rose het Rassismus un Dischkriminierig vu dr Aagheerige vu dr Minderhait dur Beheerde un Bolitiker no 1945 ins effetli Bewusstsyy broocht. Rassismus diei aafange, so dr Rose, mit em Klischee vou „fahrende Volk“.[9]

Zue syne Aarbetsteemene gheert au d Migrazioon vu Roma us de Noo-Wände-Staate z Oschteuropa. Deert diei hite fir d Minderhait „Uusgränzig, Perschpektiivloosigkait, Rassismus“ heersche. D Gwalt alldaag un Beheerde, wu nyt mache, dieje Roma dooderzue zwinge, „in völliger Anonymität zu leben“. Die, wu iri Haimet verleen, dieje z Dytschland unter Stichwoort wie Proschtituzioon, Bättelei un Schwaarzaarbet „sofort in die Kriminalitätsecke gedrängt“ wääre. Bioloogisch-geneetischi Erkleerige, wu nit verschwunde seie, seie rassistisch. In de 1970er Joor seie hundertdöuserti jugoslaawischi Roma as Gaschtarbaiter uf Weschtdytschland chuu. „Deren Kinder sind jetzt deutsche Staatsbürger, die haben Berufe, die sind völlig integriert.“[9]

  • Sinti und Roma, Verlag der Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen 1980
  • Wir wollen Bürgerrechte und keinen Rassismus. Sinti und Roma seit 600 Jahren in Deutschland, hrsgg. v. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg 1985
  • Bürgerrechte für Sinti und Roma. Das Buch zum Rassismus in Deutschland, Heidelberg 1987
  • (zäme mit em Walter Weiss) Sinti und Roma im „Dritten Reich“: das Programm der Vernichtung durch Arbeit. Hrsgg. vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Göttingen, Lamuv, 1991 und 2. A. 1995, ISBN 3-88977-248-X
  • (as Uusegeeber.) „Den Rauch hatten wir täglich vor Augen...“: Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Heidelberg, Verlag Wunderhorn, 1999, ISBN 3-88423-142-1
  • Der national-sozialistische Völkermord an den Sinti und Roma [Elektronische Ressource] Heidelberg : Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, 2000
  • Die katholischen Bischöfe und die Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau [Elektronische Ressource] Heidelberg : Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg 2008

Dr Romani Rose het hyfe Ufsätz gschriibe, doodrunter au Byydreeg fir Vereffetlichunge vu dr OSZE un vum UNO-Uusschuss geege Rassismus.

  • 2008 Bundesverdienschtchryz I. Klass.
  • 2012 Muhammad-Nafi-Tschelebi-Bryys.[10]
  • 2012 Ungaarische Verdienschtoorde Mittelchryz
  • 2014 Schleswig-Holsteinische Myylestai vum Verband vu Dytsche Sinti un Roma e. V. – Landesverband Schleswig-Holstein[11]
  • 2017 Eerebryys vu dr Stiftig Münchner Bürgerpreis für Demokratie - gegen Vergessen.[12]
  • 2017 s Grooß Bundesverdienschtchryz
  • Behar Heinemann: Romani Rose – ein Leben für die Menschenrechte. Vorwort von Eckart Würzner, Oberbürgermeister von Heidelberg. Danube Books, Ulm 2017, ca. 250 Abbildungen. ISBN 978-3-946046-07-3. Rezension.[13]
  • Peter Nestler (Reschy): Unrecht und Widerstand. Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung. Dokumentarfilm, D, 2022, 112 Min.
  • Romani Rose – Ein Kämpfer gegen Vorurteile (1991), 45 Min., Reportaasch vu 1991 in ARD alpha vum 20. Jänner 2024
 Commons: Romani Rose – Sammlig vo Multimediadateie
  1. Zeit Online Kalenderblatt 2011.
  2. Romani Rose im Munzinger-Archiv.
  3. Anita Geigges/ Bernhard W. Wette: Zigeuner Heute. Mit einem Vorwort von Eugen Kogon und Grußworten von Yul Brynner u. a. Bornheim-Merten, Lamuv 1979, S. 366.
  4. Joachim S. Hohmann: Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie: „Zigeunerforschung“ im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. (Studien zur Tsiganologie und Folkloristik, Bd. 4), Peter Lang, Frankfurt a. M. 1991, S. 167.
  5. Lueg d Biografy uf dr Homepage vum Haidelbercher Dokumäntazioonszäntrum: ; Romani Rose im Munzinger-Archiv (Artikelaafang frei abruefbar). Michail Krausnick: Die Zigeuner sind da. Roma und Sinti zwischen Gestern und Heute 1981, S. 203.
  6. Wolfgang Benz: „Antiziganismus ist salonfähig“. Gespräch mit Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. In: Wolfgang Benz: Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit, Berlin 2014, S. 49–63, doo: S. 53f.
  7. Was damals Rechtens war... In: Die Zeit vum 18. April 1980.
  8. Wolfgang Benz, „Antiziganismus ist salonfähig“. Gespräch mit Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in: ders., Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit, Berlin 2014, S. 49–63, hier: S. 50.
  9. 1 2 Armutseinwanderung von Roma. Deutschland muss viel mehr Druck ausüben, FAZ, 24. Februar 2013.
  10. Patriarch und Präsident erhalten den Friedenspreis. Soester Anzeiger, abgruefen am 24. Mai 2012.
  11. Schleswig-Holsteinischer Meilenstein. Abgruefen am 14. November 2014.
  12. Münchner-Bürgerpreis. Abgruefen am 23. Mai 2017.
  13. Rüdiger Rossig: Biografie von Romani Rose. Die erste Demo in der Geschichte. In: Taz-online, 25. Juli 2017.
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vu dere Version vum Artikel „Romani_Rose“ vu de dütsche Wikipedia. E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.