Zum Inhalt springen

Josef Felix Ineichen

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
de Josef Felix Ineichen as Stiftsheer vo Möischter
Dialäkt: Züritüütsch

De Josef (Joseph) Felix Ineichen, Tichtername der alt Sepp (* 1. Juni[1] 1745 z Baubu; † 21. Mäie 1818 z Möischter), isch en Schwyzer röömisch-katolische Gäischtliche gsy. Mit syne Gidicht, wo-n-er im Tialäkt vom Luzèèrner Göi gschribe hät, isch er en Pionier vo der schwyzertüütsche Mundaartliteratuur gsy.

Der Ineichen isch en Suu vomene Gaschtwiirt, Chilchmäier und Wachtmäischter gsy. Er hät s Jesuite-Gimnaasium z Luzèèrn bsuecht und hät si drufabe laa zum Prieschter uusbilde; d Weiisakramänt hät er 1769 überchaa. Syni Stazioone sind dänn Ruusmu (1769), Uedlige (1770–1776), Nöiechöuch (1776–1793), s Chlooschter Roothuuse (1793–1802), wider Baubu (1802–1804) und Baldegg gsy. 1808 isch er dänn Choorheer z (Bero-)Möischter woorde. Vo 1810 bis a sys Läbesänd isch er au Mitgliid vo der Helveetische Gsellschaft gsy.

Der Ineichen seg en liebeswürdigen und humoorvolle Mäntsch gsy, und me hät en gèèrn as Gsellschafter ghaa. Er hät Anekdoote, gschichtlichi Notizen und Mundartwöörter gsamlet. Und über syn groosse Chropf hät er grad sälber gwitzlet.

Der Ineichen isch der eerscht namhaft Mundarttichter gsy, wo uf Schwyzertüütsch gschribe hät – näbet em «flachere»[2] Jost Bernhard Häfliger, wo-n-er «a Originalitèèt übertroffe» heb[3]. Er hät hauptsächli i de luzèèrntüütsche Mundart vom Göi gschribe, aber wänns vom Theema hèèr passet hät, hät er au de Nidwaldner Tialäkt naagmachet. Syni Lieder segid «meetrisch rächt aaspruchsvoll».[3] Er hät si us der Sicht vomene Puur gschribe, und di früenere sind eener Helveetik-früntli,[3] di spöötere zum Täil hischtoorisch-patriootisch, zum Täil humorischtisch.[2] Sys lengscht Gidicht, s Paradies, isch e freii und verluzèèrnereti Naatichtig vom Sebastian Sailer sym Sündenfall.[2] S Lied uf d’ Sempacherschlacht hät em d Choorheerepfruend z (Bero-)Möischter ypraacht, wo-n-er scho lang druff gspienzlet gha hät.[4]

Der Ineichen hät syni Lieder vertoont oder hät ene scho bikanti Melodyen underläit, und er hät si a gseligen Aalääss voorgsunge. La trucke hät er si sälber nie, aber si sind scho gly abgschriben und wyterverbräitet woorde. Eerscht 1859, wo der Ineichen scho mee weder vierzg Jaar tood gsy isch, hät de Heinrich Ineichen e nöd ganz vollständigi Samlig under em Titel Lieder vom alten Sepp useggèè. 1961 sind zwäi vo dène Liedere vom Alfred Leonz Gassmann i sy Samlig Was unsere Väter sangen uufgnaa woorde.

De Volkskundler Hans Trümpy hät über der Ineichen gsäit:[2]

„Ineichen war ein starkes Talent, vertraut mit der volkstümlichen Poesie seiner Heimt, fähig, Übernommenes in eigener Weise umzugestalten, und erfüllt von einer ursprünglichen Freude am Spiel mit der Sprache. Er schrieb ohne literarische Ansprüche, nur für einen verhältnismässig engen Kreis, dem er sich anzuvertrauen wagte. Seine Poesie ist mehr als ein geschicktes Verseschmieden; sie lässt sich nur aus seinem Wesen heraus völlig verstehen. Schon darum verdiente Ineichen eine würdige Monographie.“

  • Lieder vom alten Sepp, Joseph Ineichen, gewesenem Chorherren v. Münster, gebürtig v. Ballwyl. Gesammelt und herausgegeben von Freunden volksthümlicher Dichtung [äigetli: vom Heinrich Ineichen]. Schiffmann, Lucern 1859 (online).
  • Walter Haas: Lozärnerspròòch. Eine Geschichte der luzerndeutschen Mundartliteratur mit einem Verfasserlexikon und einem Lesebuch. Räber, Luzern/Stuttgart 1968, S. 22 f. und 80–82.
  • Walter Haas: Josef Felix Ineichen.. In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.
  • Waltraud Hörsch, Josef Bannwart: Luzerner Pfarr- und Weltklerus 1700–1800. Ein biographisches Lexikon (= Luzerner Historische Veröffentlichungen. Band 33). Rex, Luzern 1998, ISBN 3-7252-0658-9, S. 211.
  • [Heinrich Ineichen:] Lieder vom alten Sepp, Joseph Ineichen, gewesenem Chorherren v. Münster, gebürtig v. Ballwyl. Schiffmann, Lucern 1859, S. V–XVI (Digitalisat).
  • Ignaz Kronenberg: Der Dichter der «Armen Greth». I: Die Schweiz 5/22, 1918, S. 253–258 (Digitalisat).
  • Anna Stüssi: Ineichen, Joseph. I: Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 8: Hohberg – Kober.Ug. vom Heinz Rupp und em Carl Ludwig Lang. Francke, Bern/München 1981, ISBN 3-7720-1537-9, Sp. 376 f.
  • Hans Trümpy: Schweizerdeutsche Sprache und Literatur im 17. und 18. Jahrhundert (= Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. Band 36). Basel 1955, S. 296–308.
  1. So luut Hörsch/Bannwart, S. 211, anderschwoo staat 3. Meerze.
  2. 1 2 3 4 Hans Trümpy i Schweizerdeutsche Sprache und Literatur, S. 308.
  3. 1 2 3 Walter Haas im Hischtoorische Läxikon vo der Schwyz.
  4. Heinrich Ineichen i Lieder vom alten Sepp, S. XI f.