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Alois Schreiber

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy

Dr Alois Schreiber (* 15. Dezämber 1798 z Buacha; † 27. Dezämber 1856 z Aigsle) isch e dytsche katholische Bfaarer un alemannische Dialäktdichter gsii.

Dr Schreiber isch noch em Theologistudium am 21. Septämber 1822 zum katholische Prieschter ordiniert wore. Är isch zerscht Vikar z Dodtnau gsii un druf Bfaarvikar uf em Dodtnauberg, wun er ab Oktober 1826 derno Bfaarer gsii isch. Ab 1831 isch er Bfaarer z Urberg gsii un ab 1837 z Aigsle, wun er au Schueldekan gsii isch. Z Aigsle isch er Ändi 1856 im Alter vu 58 Johr gstorbe.

Anne 1830 het er im Freiburger Wochen- und Unterhaltungsblatt mit em „Lied eines Bürstenbinders von Todtnau“ e Gedicht uf Alemannisch vereffetligt.[1] Dr Johann Baptist Trenkle schrybt doderzue:

„Der Verfasser, aus Buchheim in Schwaben, schrieb indessen nicht ganz rein alemannisch, sondern mit etwas schwäbischem Anklange, was man damals auch gleich bemerkte und kurz nach dem Erscheinen dieses jovialen Bürstenbinderliedes wurde unter dem Titel, „Der eigentliche Todtnauer“ ein Gedicht veröffentlicht, welches die Leiden und Freuden der mit Zunder handelnden und Bürsten bindenden Menschheit im obern Wiesenthal in der Nähe des Feldbergs bei Erdäpfeln, Milch und Branntwein minder heiter schildert. So war es eben noch damals, als die armen Todtnauer mit ihren magern, unansehnlichen Saumrößlein über die Halde auf den Freiburger Wochenmarkt kamen und dort ihre Chreezen, Körbe und Logeln füllten.“

Trenkle 1881, S. 27

Des Gedicht „Der eigentliche Todtnauer“ isch au im Freiburger Wochen- und Unterhaltungsblatt uusechuu.[2]

In dr Aamerkige schrybt dr Trenkle au, dr Schreiber heeb e Hufe alemannischi Gedicht gschribe, wu aber dr domolig Dekan vu Säckige zue si gnuu heeb.[3] Die Gedicht sin nimi erhalte.

Lied eines Bürstenbinders von Todtnau
(nach der Melodie: „Es fallt mer numme eini.)
Von Alois Schreiber
(Dialekt vom Feldberg)

En Bürstebinder bin i.
Und ’s freut mit, daß is bi;
Denn sag mer numme was de witt.
E so ne Handwerch findt ma nit,
find ma nitt-
Ma gang d’Welt us und i.

En jede, der will sufer si,
Der brucht mi Fabrikat;
Der Kaiser, wie der Bettelmaa,
Mueß zue sim G’häß ne Bürste ha,
ne Bürste ha.
Die bringt im’s erst in G’Stat.

Drum sitz i i mim Stüble
Vom Morge bis i d’Nacht
Und richt d’Bürst und ziehne i
Und b’schnide eben glatt und si
glatt und si,
no ist e Bürstle g’macht.

So machi mengi Dutzed
Von früeh bis z’Obed spoth;
Bi lustig, pfi und sing dazua,
Bis ’s Uehrle sait: jez gang i d’Rueh!
jez gang i d’Rueh!
No folg i gern sim Roth.

Und hani mengi fertig,
No gang i fort dermit
In’s Elsis, d’Schwiz und Schwobe nus.
Schrei wie ni ka von Hus zu Hus,
von Hus zu Hus:
„Kauft Bürste, liebe Lüt!“

Und will i Glück im Handel haa.
So bruch i Mul und Kopf;
Denn nur der lüegt und schwätze ka.
Der ist en guete Handelsmaa
Handelsmaa
Und bilbt kei arme Tropf.

E lustig Lebe füehr i,
Han immer frohe Mueth;
Wohin i gang und wo i bi,
Begleitet mi en muntre Si,
en muntre Si,
Er ist mi höchstes Guet.

Doch han i no mi größte Freud.
Wenn d’Wienacht wieder chunnt;
Do setz i d’Handleschaft in d’Rueh
Und mach mi wieder Todtnau zue.
Todtnau zue.
Es hät sin g’wiße Grund.

Denn dert sin Wib und Kinder;
Si blanget grüseli,
Bis einer chunnt, sait: grüeße Gott!
Do hender wieder Geld und Brod!
Geld und Brod!
– Und seller bin no i. –

Im Handel bin i glückli gsi
Und z’Hus sind alle gsund
Drum setz i mi in Ochse ni,
Und trink e Schöple guete Wi,
guete Wi,
Und han e frohe Stund.

Dert bini denn so fröhli,
So fröhli, wie i ka.
I trink und pfif und sing debi:
Es leb die Bürstebinderi!
Binderi!
Und jede Handelsmaa!

  • Hubert Baum: Alemannische Dichter und Schriftsteller in Baden, die in alemannischer Sprache schreiben (Fortsetzung). In: Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur. Geschichtsverein Markgräflerland, Schopfheim NF 8(39).1977, H. 1/2, S. 181 [Do wird dr Schreiber falsch as Alois Schneider ufgfiert.]
  • Johann Baptist Trenkle: Die Alemannische Dichtung seit Johann Peter Hebel. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen mundartlichen Dichtung. J. Lang, Tauberbischofsheim 1881
  1. Freiburger Wochen und Unterhaltungsblatt. Nro 91, 12. November 1830, (Digitalisat)
  2. Freiburger Wochen und Unterhaltungsblatt. Nro 96, 30. November 1830, (Digitalisat)
  3. Trenkle 1881, S. 217.