Wilhelm Tell (Schiller)

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Dialäkt: Schwäbisch
Dr Erschtdruck vom Drama mit-ma kolorida Kupferstich vom Georg Melchior Kraus
Date vom Drama
Hoochdütsche Ditel: Wilhelm Tell
Gattig: Schauschbiil
Originalsprooch: Deitsch
Autor: Friedrich Schiller
Uruffüerig: 17. März 1804
Ort vo dr Uruffüerig: Weimar
Ort und Zit vo dr Handlig: D Schweiz am Ôfang vom 14. Jôhrhondert
Persone
  • Hermann Gessler, Dr Reichsvogt vo Schwyz ond Uri
  • Werner, Freiherr von Attinghausen, Bannerherr
  • Ulrich von Rudenz, sei Neffe
  • Landleit us Schwyz:
    • Werner Stauffacher
    • Konrad Hunn
    • Itel Reding
    • Hans auf der Mauer
    • Jörg im Hofe
    • Ulrich dr Schmied
    • Jost von Weiler
  • Landleit vo Uri:
    • Walther Fürst
    • Wilhelm Tell
    • Rösselmann, dr Pfarrer
    • Petermann, dr Sigrist
    • Kuoni, dr Hirt
    • Werni, dr Jäger
    • Ruodi, dr Fischer
  • Landleit vo Unterwalda:
    • Arnold vom Melchtal
    • Konrad Baumgarten
    • Meier von Sarnen
    • Struth von Winkelried
    • Klaus von der Flüe
    • Burkhardt am Bühel
    • Arnold von Sewa
  • Pfeifer von Luzern
  • Kunz von Gersau
  • Jenni, a Fischerbiable
  • Seppi, a Hirtabiable
  • Gertrud, em Stauffacher sei Frau
  • Hedwig, em Tell sei Frau ond em Walter Fürst sei Dochtr
  • Berta von Bruneck, a reicha Erbin
  • Beierenna:
    • Armgard
    • Mechthild
    • Elsbeth
    • Hildegard
  • Em Tell seine Buaba:
    • Walther
    • Wilhelm
  • Zwoi Seldner:
    • Friesshardt
    • Leuthold
  • Rudolf der Harras, em Gessler sei Stallmoischtr
  • Johannes Parricida, dr Herzog von Schwaben
  • Stüssi, dr Flurschitz
  • Der Stier von Uri
  • A Reichsbote
  • Fronvogt
  • Moischtr Stoimetz, Gsella ond Handlanger
  • Effentliche Ausrufer
  • Barmherzige Briader
  • Gesslerische ond Landabergische Reiter
  • An Haufa Landleit, Manna ond Weiber us de Waldstedda

Wilhelm Tell ischt a Schauschbiil en fenf Uffziig vom deitscha Dichter Friedrich Schiller, wo da Freiheitskampf vom Schweizer Volk em 14. Jôhrhondert behandlet. S erschde Môl uff d Bihne komma isch des Werk am 17. März 1804 em Weimarer Hoftheater. Dô drbei hôt em Schiller sei Freind Johann Wolfgang von Goethe d Reschii gfihrt.

Handlong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ort ond Zeit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Des Drama schbiilt en dr heidiga Schweiz am Ôfang vom 14. Jôhrhondert. Dui hôt sich dômôls aus de Ur-Kandeen Uri, Schwyz ond Unterwalden zammagsetzt.

Erschtdr Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Konrad Baumgarten, a Birger vo Unterwalden, wuud vo de eschtreichische Soldada vrfolgt, weil’r oin vo de Veegt mit seira Akscht z dotgschlag hôt. Dr Grond drfir ischt, dass dia eschtreichische Veegt d Waldstedder zorzeit arg terrorisiiret. Da sella, wo-nr ens Jenseits beferdret hôt, ischt grad drbei gwäa, em Baumgarten sei Frau zo vergewaldiga. Drom isch der Môô ausgraschdet. Jetzt siht’r bloß noh oin Ausweag: ibr da Viirwaldsteddersee zo fliha. Abr a starks Gwidder, wo grad uffziehet, raubt em Fischer da ledschda Muat. Zom Glick kommt grad dr Wilhelm Tell vorbei ond brengt dean guada Môô en Sicherheit beim Schwyzer Werner Stauffacher. Dr sell wuud vo seira Frau uffgstachlet, sich mit de Landsleit vo Uri ond Unterwalden zo beschbrecha, was mr gega dia Veegt ondrnemma kennt.

Dr schlemmschde vo älle deane Veegt isch dr Gessler. Der ischt uff dui Idee vrfalla, oin vo seine Hiat uff-ra Stang zo blatziira ond jedan Passanda zo vrpflichda, dean Huat als Symbol fir de eschtreichisch Herrschaft zo griaßa.

Em Gessler seine Helfer wellet em jonga Melchtal seine Ochsa pfenda. Der abr setzt sich zor Wehr. Zor Strôf lôôt dr Vogt em Melchtal seim Vadder d Auga ausstecha. Bevor se abr da jonga Melchtal vrhafda kennet, haut der ab ond fendet Ondrschlupf beim Walter Fürst, em Tell seim Schwiigervadder. Dr sell, dr Staufacher ond dr Melchtal schweeret, en ihre Kandeen fir-an Uffstand zo werba.

Zwoidr Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Am Hof vom Freiherra von Attinghausa sagt sich deam sei Neffe Rudenz vo seim Volk los, obwohl’r vo seim Onkl inständich biddet wôrra ischt, so ebbes besser bleiba zo lau. Abr ehn zuit’s mit äller Gwalt an da Hof vo de kaiserliche Machthaber, wo d Berta von Bruneck leabt, uff dui’r a Aug gworfa hôt.

Uff-em Rütli vrsammlet sich an Haufa Manna vo de Ur-Kandeen. Se stellet fescht, dass älle Beschwerda, wo-se bisher em Kaiser hend zuakomma lau, nix gfruchdet hend. Drom wellet-se sich jetzt selbr helfa ond selle vrhassde Veegt us-em Land vrtreiba. Zamma schweeret se da Eid:

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen in Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

Wer abr fehlt, isch dr Tell. Er lôôt’r abr ausrichda, dass der Plôô weage ehm et scheitra soll. Wenn mr ehn obedengt braucha dät, nô dät’r au mitmacha.

Dridder Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Wilhelm Tell sei Soh Walter mit-em durchschossna Epfel
Dr Wilhelm Tell mit seira Armbruscht, a Bildle aus dr Schiller-Galerii,

Dr Tell macht sich uff nôch Altdorf[1], wo-nr sein Schwiigrvadder bsuacha will. Begleidet wuud’r vo seim eldeschda Soh, em Walter. D Hedwig Tell hôt Angscht om ihrn Môô, weil sich z Altdorf grad dr Gessler uffhelt ond se befirchdet, dass sich dr sell an ihrem Môô weaga dr Flucht vom Baumgarten rächa kennt.

Dr Rudenz trifft sich derweil môl wiidr mit dr Bertha von Bruneck. Wia dia zwoi dô drbei uffs Los vo dr Schweizer Bevelkerong zo schbrecha kommet, isch dr Rudenz ganz baff, wo-nr heert, dass sei Geliibda vo-nem vrlangt, r soll fir seine Landsleit kempfa, sonscht kennt’r d Hochzeit mir ehra an Huat stecka.

Ahnongslos gôht dr Tell mit seim Jonga an deam Huat uff dr Stang vrbei, ohne dass’r en beachda duat. Em Nu wuud der guade Môô vom Gessler seine Kriagsknecht feschtghalda, was an graußa Aufruhr ausleest. Dô daucht dr Gessler selbr uff, begleidet vo-ma graußa Gefolge. Weil deam Vogt dr Tell scho lang a Dorn em Aug ischt, vrlangt’r vo-nem, r soll mit dr Armbruscht seim Jonga an Epfel vom Däz schiaßa, nô dät’r-en leaba lau. Zonägscht zeegret dr Tell ond fleht da Gessler ôô, r meeg doch vo deam oomenschlicha Vrlanga abseha. Dr sell abr bestôht uff seira Forderong.

Dr Tell schiaßt – ond vollbrengt an Moischtr-Schuss, was vo de Zusschauer mit-ma graußa Jubel quidiirt wuud. Uff-em Gessler sei scheiheiliga Frôôg, wôrom’r et bloß oin, sondern glei zwoi Pfeil uss-em Kecher gnomma häb, sait dr Tell ganz ehrlich:


Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich Euch,
wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte!
Und Eurer wahrlich hätt ich nicht gefehlt!

Dr Gessler helt zwar sei Vrschbrecha, da Tell am Leaba zo lau, r lôôt-en abr vrhafda ond will-en nôch Kissnacht en da Kerker brenga, wo-nr bis zo seim Ableaba schmachda soll.

Virder Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ibr-em Viirwaldsteddersee tobt a Owedder. Vom Ufer aus gucket a baar Leit zua, wia des Boot, wo da Tell nôch Kissnacht brenga soll, uff de Wella romschauklet, wia wenn’s jeda Moment zerschella kennt. D Leit send vrzweiflet, weil dr alde Attinghausen em Sterba leit ond dr Tell en Gfangaschaft ischt. Abr zor Iberraschong vo älle daucht bletzlich dr Tell hegschdpersenlich auf ond vrzehlt vo seira Reddong: Uff da Befehl vom Gessler häb mr ehn losbonda, om des Schiff zo steira. Nô wär’r ans Land gfahra ond sei abgschbronga. Jetzt abr miaß’r dringend nôch Kissnacht.

Em Attinghausa seim Schloss machet sich dr Walter Fürst, dr Stauffacher, dr Melchthal ond dr Baumgarten Sorga om d Gsondheit vom Hausherra. Dr sell isch grad drbei, sei Leaba auszohaucha ond fordret zom ledschda Môl seine Freind auf, jô au emmer zammazostanda ond sich et zo vrkracha. En-ra graußa Eil kommt dr Rudenz drzua ond will em Onkl sein Senneswandl mitteila, abr dr sell hôt scho s Zeitliche gsegnet. Er wuud abr gern en da Kreis vo de Rütli-Verschweerer uffgnomma.

En dr Nähe vo Küssnacht wardet dr Tell e-ma Hohlweag uff sein vrhassda Widersacher. En seim Vrsteck siht’r, wia sich a arms Weible em Gessler zo de Fiaß wirft, om a guads Wertle fir ihrn Môô eizolega. Der abr will se wegjaga, ond wia se des et duat, reidet’r oifach ibr-se driiber. Uff oimôl wuud’r vo-ma Pfeil durchbohrt. Er brengt grad noh dia Werder “Das war Tells Geschoss” ibr d Libba ond fellt vo seim Gaul raa.

Fenfder Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Kaiser Albrecht ischt vo seim Neffa Johannes Parricida, em Herzog von Schwaben, gmeichlet wôrra. Als Kloschdrbruadr vrkloidet biddet dr sell da Tell, ehm Ondrschlupf zo gewähra, schliaßlich häb er bloß genauso ghandlet wia er. Abr mit deam Vrgleich isch dr Tell ibrhaupt et eivrstanda. Er häb schliaßlich aus Notwehr ghandlet, om sei Volk zo redda. Dr Parricida abr sei a feiger Merder. Wenn er vo seira Schuld befreit werra will, nô soll’r nôch Rom pilgra ond da Pabscht om Absoluzioo bidda.

Emmr meh Volk stremt uff da Hof vom Tell ond feiret ihrn Befreier. D Bertha von Bruneck bekennt sich zo-ra freia Schweizere ond reicht em Rudenz d Hand.

Wia des Drama entstanda ischt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bei seira dridda Reis en d Schweiz em Jôhr 1797 isch dr Goethe ondr andrem au uff d Sage vom Wilhelm Tell gschdoßa, wia dr Dichter em Kanton Uri an vrschiidene Tell-Stedda gweilt hôt. Der Stoff hôt-en so en sein Bann zoga, dass bald en ehm dr Plôô greift ischt, dô draus a Epos zo macha. Wia-nr nô wiidr drhoim gwäa ischt, hend scho wiidr nuie Plee en seim Kopf romgschbuugt, wo sei Uffmerksamkeit meh en Ôôschbruch gnomma hend wia dr „Tell“.

Em Goethe sei Freind Schiller hôt allerdengs a Riisa-Begeischtrong fir da Tell-Stoff zeigt. Drom hôt dr Goethe seine Mitbrengsel aus dr Schweiz kurzerhand leihweis seim Freind ibrlassa. Der selbr isch zwar nia en sellem Lendle gwäa, abr sei Frau Charlotte hôt sich deet – wia-se noh s Frailein von Lengefeld gwäa ischt – vo 1783 bis 1784 uffghalda. Drom hôt-se ihrem Môô au wertvolle Hinweis ibr Eiga-arda vo de Schweizer zuakomma lau kenna. Em Schiller sei Hauptquell fir sei Drama ischt abr s Chronicon Helveticum vom Schweizer Ägidius Tschudi (1505 bis 1572) gwäa. Om bei dr Beschreibong vo de geografische Vrheltnis koin Fehler zo macha, hôt dr Schiller am 16. Merz 1802 an sein Vrleger Friedrich Cotta, wo sich dômôls grad en dr Schweiz uffghalda hôt, da folgenda Briaf gschriiba:

Können Sie eine genaue Special Charte von dem Waldstättensee und den umliegenden Cantons mir verschaffen, so haben Sie die Güte, sie mit zu bringen. Ich habe so oft das falsche Gerücht hören müssen, als ob ich einen „Wilhelm Tell“ bearbeite, daß ich endlich auf diesen Gegenstand aufmerksam worden bin und das „Chronicon Helveticum“ von Tschudi studierte; dieß hat mich so sehr angezogen, daß ich nun in allem Ernst einen „Wilhelm Tell“ zu bearbeiten gedenke, und das soll ein Schauspiel werden, womit wir Ehre einlegen wollen. Sagen Sie aber niemand kein Wort davon; denn ich verliere die Lust an meinen Arbeiten, wenn ich zu viel davon reden höre. Ist das „Chronicon von Tschudi“ um etliche Gulden zu bekommen, so bringen Sie mirs auch mit; denn ich möchte es wohl eigen besitzen.[2]

Litradur ond Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • S geit etliche Biacher, wo em Schiller seine gsammlede Werk oder Ausziag vo seim litrarischa Schaffa enthalda send. Weaga dr Viilzahl kennet dia et älle uffgfihrt werra. Gnannt wend bloß zwoi oinzlne Ausgaba vom Wilhelm Tell:
    • Friedrich Schiller: Wilhelm Tell, Ausgab mit-ra farbiga Landkart zom Schaublatz ond Ômerkonga vom Josef Schmidt, Verlag Philipp Reclam jun. Stuttgart, ISBN 3-15-000012-2
    • Kiermeier-Debre, Joseph (Hrsg.): Friedrich Schiller. Wilhelm Tell, Originaltext mit Anhang zu Verfasser, Werk und Textgestalt, incl. Zeittafel und Glossar, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 978-3-423-02647-5
  • Otto Schumann: Schauspielführer, Tosa Verlag, Wien, 1968
  • Marion Siems (Hrsg.): Reclams neuer Schauspielführer, Verlag Philipp Reclam jun. Stuttgart, 2005, ISBN 3-15-010526-9

Opr ond Film[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Em Schiller sei Schauschbiil isch d Grondlag gwäa fir a franzeesischa Opr en viir Uffziig vom italienische Kombonischda Gioachino Rossini ond seine boide Libreddischda Victor-Joseph Étienne du Jouy ond Hippolyte-Louis-Florent Bis. Dui ischt zom erschda Môl am 3. Auguscht 1828 – also rond 24 Jôhr nôch dr Uruffihrong vom Schiller seim Drama – en dr Pariser Opéra uff d Bihne komma. Luag dô drzua da Artikl Guillaume Tell.[3]
  • S geit au noh an Schweizer Schbiilfilm vo de boide Reschisseer Michel Dickoff ond Karl Hartl, wo en weide Doil uff-em Schiller seim Schauschbiil basiirt ond zom erschda Môl em Jôhr 1960 en d Kino komma ischt. Lueg dô drzua da Artikl Wilhelm Tell (Burgen in Flammen).

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Beim Schiller laudet d Schreibweis durchweg “Altorf”
  2. Schweizerisches Gutenbergmuseum – Zeitschrift für Buchdruckgeschichte, Graphik- und Zeitungskunde, Helftle Nr. 1 vom XLVII. Jôhrgang, Merz 1961
  3. Rolf Fath: Reclams Opernführer, Verlag Philipp Reclam jun. Stuttgart, Ufflag vom Jôhr 2002, ISBN 3-15-010511-0, S. 192