Wilhelm Hauff

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Dialäkt: Schwäbisch
Wilhelm Hauff

Dr Wilhelm Hauff, gebora am 29. Novembr 1802 en Stuegert, wo-nr am 18. Novembr 1827 au gstorba ischt, isch a deitschr Dichter gwäa, wo heitzodag hauptsächlich weaga seine Märle noh bei viil Leit bekannt ischt.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Herkonft, Kendheit ond Jugend[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Wilhelm Hauff stammt aus ra graußbirgerlicha Familie. Sei Vaddr ischt Jurischt em Staatsdinscht vom Herzogtum Wirdaberg. Trotz derra Stellong isch em et erspart bliiba, dass’r em Johr 1800 a baar Monet lang uf em Hoha-Aschberg eikerkret gwäa isch. Ma hot em vorgworfa, Mitgliid vom a revoluzionära Geheimbond zo sei, abr beweisa hot-mr em’s et kenna. Durch dui Haft hot sei Gsondheit so en Schada gnomma, dass’r 1809 em Altr vo 37 Johr stirbt. Om dui Zeit rom ischt dr Wilhelm grad emol siiba Johr alt. Noh em gleicha Johr geit d Witwe Wilhelmine Hauff ihr Wohnong en dr Stuegerter Ebrhardstroß auf ond ziiat mit ihre viir Kendr zo deane ihrem Graußvaddr noch Diibenga. Der ischt deet Richter am Obrtribunal, am hechschda Griicht vo Wirdaberg. En deam seira Wohnong hot’s an Riisabestand vo Biacher. Dia werdet vom jonga Wilhelm reglreacht vorschlonga. Er liist älles, was’r en d Fenger kriegt, vo dr Hochlitradur vom Geede ond Schiller bis zo Raibr- ond Ritterroman. D Folg ischt, dass’r oftmols d Realideet kaum vo dr Fantasiiwelt onderscheida kô. En dera Zeit erfendet’r scho oigene kleine Märla, wo-nr mit ra graußa Begeischterong vor seine Schwestra ond dere ihre Freindinna zom Beschta geit.

Ausbildong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wia so viile Schwoba aus guadbirgerliche evangelische Familia soll au dr Wilhelm Hauff dui fir so en Stand typische Beruafslaufbôh eischlaga: er soll Pfarrer werra. Noch seira Schualzeit bsuecht’r s Seminar en Blaubeira. Dui Stadt bezeichnet’r a engs Nescht, aus deam mr bald wiidr naus sott. Hendrher studiirt’r Theologii em Diibenger Stift, kô sich abr et mit dera Wissaschaft ôfreinda. Viil gerner macht’r bei de Aktiviteda vo dr Burschaschaft „Germania“ mit ond leabt bei de Diibenger Waterloo-Fescht ond de Theodor-Körner-Feira richtig auf. Älles zom Trotz bestôht’r 1824 sei theologischs Exama. Em Pfarrerberuaf sait’r abr endgiltig „Adee“.

Dui Zeit als Hauslehrer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Oktobr 1824 wuud dr Wilhelm Hauff Hauslehrer fir d Kendr vom Präsidenda vom Kriagsminischderium, em Ernst Eugen Freiherr von Hügel. So arg scheint en abr dui Stellong et en Âspruch z’nemmet, er hot nemlich an Haufa Zeit zom Schreiba. Em Altr vo 23 Johr voreffentlicht’r sein erschda Märchenalmanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände. Sei Vorbild send dô drbei d Märla vo 1001 Nacht. Desweaga handlet au de meischte em Orient. Wia bei seim Vorbild geit’s a Rahmahandlong, en dui de oinzlne Gschichta eibettet send. Zwoi weitere Märchenalmanache folget em jährlicha Abstand.

Noch anderthalb Johr, em April 1826, hengt’r da Hauslehrer-Beruef an Nagl. Ziilstrebig macht’r sich drâ, a freier Schriftsteller zo werra.

Freier Schriftsteller[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Om d Leit neigiirig zo macha, geit’r seim erschda Roman da reißerischa Titl Mitteilungen aus den Memoiren des Satan ond als Verfassr hoißt’s bloß „...f“. An Verleger hot’r au schnell gfonda, da gleichaltriga Friedrich Franckh en Stuegert. Sei Plâ goht auf, dia zwoi Bend werdet en Rennr. Scho guet en Monet spätr kommt sei nekschtr Roman raus: Der Mann im Monde oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme. Au dô drfir wählt’r a Pseidoniim, abr et irgendoi beliibigs, sondern ganz ziilt H. Clauren. Fascht jedr, wo leasa kô, kennt dean Nama. Dr Clauren stôht fir Herz-Schmerz-Gschichta, nâch deane sich d Leit reglrecht d Fengr lechzet. Älle Zuatada vom Clauren hot dr Hauff au en sei Werk presst, bloß noh viil digger uftraga als sei Vorbild. Er hot praktisch da Clauren so richtig durch da Kakao zoga. Au desmôl goht em Hauff sei Plâ wiidr auf ond er erziilt glenzende Einahma. Em Carl Heun – so hoißt dr Clauren richtig – hot der Stroich vom Hauff nadiirlich gar et basst. Er strengt an Prozess gega da Verlegr Franckh â. En Esslenga mueß sichs Griicht mit dera Frôg romschlaga, ob’s iibrhaupt meglich ischt, dass mr a Pseidoniim klaua kâ. Am End wuud dr Franckh zo-ra milda Geldstrof vorurteilt, was’r abr leicht vorschmerza kâ, wenn’r an dia grauße Vorkaufszahla denkt, dia em dr Roman brôcht hot.

D Geburt vom deitscha hischdorischa Roman[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Als Erfendr vom eiropäischa Gschichtsroman gilt em Hauff sei Zeitgenoss Walter Scott. Bsondrs seine Roman Ivenhoe ond Waverly, wo 1820 bzw. 1821 en ra deitscha Ibrsetzong rauskomma send, send au bei de deitsche Leasr saumäßig beliebt. Deshalb stellt dr Hauff fescht, seine Landsleit däded sich en dr schoddisch-englischa Gschiicht bessr auskenna als in ihrer oigena vaddrländischa. Damit des et so bleibt, schreibt’r da erschda deitscha hischdorischa Roman, da Lichtenstein. Der handlet vo dr Ausanandersetzong zwischem Herzog Ulrich vo Wirdaberg ond em Schwäbischa Bond im 16. Johrhondert. Auch wir hatten eine Vorzeit, hoißt’s en dr Eileidong, die reich an bürgerlichen Kämpfen, uns nicht weniger interessant dünkt als die Vorzeit des Schotten. Ond wia bei seim Vorbild nemmt’s au dr Hauff en deam Buach mit dr hischtorischa Wâhret et so ganz gnau. Dr Lichdastoi jedafalls wuud sein graischtr Erfolg. Des viile Geld, wo-nr domit vordeant, vorschafft em d Meglichkeit, a graußa Bildongsreis zo macha. Siiba Monat lang kutschiirt’r en dr Gegend rom. Seine Stationa send Frankreich, Holland, Bremen, Berlin, Leipzig ond Dresden. Er knipft viil nuie Kontakt ond wuud oft als erfolgreichr Schriftstellr gfeiret. Irgendwo uf seira Reis erreicht en dr Ruef vom Johann Friedrich Cotta, zo ehm noch Stuegert zo komma ond d Redaktioo vo seim Morgenblatt für gebildete Stände zo ibrnemma. Weil em dr Cotta als Vorlegor vom Geede ond vom Schiller bekannt ischt, bricht’r sei Reis vorzeidig ab ond nemmt des Âgebot ab 1. Januar 1827 â.

Familiagrendong ond Ausklang[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Hauff sei Grab uf em Hobbalau-Friidhof en Stuegert

Am 13. Februar 1827 heiradet dr Wilhelm Hauff sei Bäsle Luise Hauff aus Nerdlenga. Dera Ehe ischt abr bloß a kurza glicklicha Zeit bschiida, denn bald druff fangt dr Mâ zo kränkla â. Wia-nr sei Gallakolik a bissle ibrwonda hot, goht’r wiidr uf Reisa. Desmol zuit’s en noch Sidtirol. Er will an Roman ibr da Andreas Hofer schreiba ond zo deam Zweck d Originalschaublätz ufsuecha. Wia-nr wiidr drhoim ischt, vorschleachdret sich sei Gsondheitszuastand zemlich schnell. Am 10. Novembr wuud deam jonga Baar a Dechterle gebora ond noch weidre 19 Däg schließt dr Dichtr seine Auga fir emmr, kurz vor seim fenfazwanzischda Geburtsdag. Als Todesursach nennt dr Arzt a Longaentzendong infolge vo ra Maga-Darm-Infekzioo.

Sei ledschda Ruah fendet dr Wilhelm Hauff uf em Hobbalau-Friidhof en Stuegert.

Seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Märla[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Die Karawane (1825)
    • Die Geschichte vom Kalif Storch
    • Die Geschichte vom Gespensterschiff
    • Die Geschichte von der abgehauenen Hand
    • Die Errettung Fatmes
    • Die Geschichte von dem kleinen Muck
    • Das Märchen vom falschen Prinzen
  • Der Scheich von Alessandria und seine Sklaven (1826)
    • Der Zwerg Nase
    • Abner, der Jude, der nichts gesehen hat
    • Der junge Engländer
    • Die Geschichte Almansors
  • Das Wirtshaus im Spessart (1827)
    • Die Sage vom Hirschgulden
    • Das kalte Herz
    • Saids Schicksale
    • Die Höhle von Steenfoll

Roman[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Der Mann im Monde oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme (1825)
  • Lichtenstein (1826)

Novella ond Erzählonga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Othello (1826)
  • Die Sängerin (1826)
  • Jud Süß (1827)
  • Die Bettlerin vom Pont des Arts (1827)
  • Phantasien im Bremer Ratskeller – Ein Herbstgeschenk für Freunde des Weines (1827)
  • Das Bild des Kaisers (1827)

Seine zwoi bekanndeschde Gedicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Reiters Morgengesang
Morgenrot, Morgenrot,
Leuchtest mir zum frühen Tod?
Bald wird die Trompete blasen,
Dann muss ich mein Leben lassen,
Ich und mancher Kamerad.


Kaum gedacht, kaum gedacht,
War der Lust ein End gemacht!
Gestern noch auf stolzen Rossen,
Heute durch die Brust geschossen,
Morgen in das kühle Grab.


Ach, wie bald, ach wie bald,
Schwindet Schönheit und Gestalt!
Tust du stolz mit deinen Wangen,
Die wie Milch und Purpur prangen?
Ach, die Rosen welken all!


Darum still, darum still
Füg ich mich, wie Gott es will.
Nun, so will ich wacker streiten,
Und sollt ich den Tod erleiden,
Stirbt ein braver Reitersmann.


Treue Liebe
Steh ich in finsterer Mitternacht
So einsam auf der stillen Wacht,
So denk ich an mein fernes Lieb,
Ob mir auch treu und hold verblieb,


Als ich zur Fahne fort gemüßt,
Hat sie so herzlich mich geküßt,
Mit Bändern meinen Hut geschmückt
Und weinend mich ans Herz gedrückt.


Sie liebt mich noch, sie ist mir gut,
Drum bin ich froh und wohlgemut.
Mein Herz schlägt warm in kalter Nacht,
Wenn es ans treue Lieb gedacht.


Jetzt bei der Lampe mildem Schein
Gehst du wohl in dein Kämmerlein
Und schickst dein Dankgebet zum Herrn
Auch für den Liebsten in der Fern.


Doch wenn du traurig bist und weinst,
mich von Gefahr umrungen meinst,
Sei ruhig, bin in Gottes Hut,
Er liebt ein treu Soldatenblut.


Die Glocke schlägt, bald naht die Rund'
und löst mich ab zu dieser Stund'.
Schlaf wohl im stillen Kämmerlein
und denk' in deinen Träumen mein.

Noochwirkonga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schloss Lichdastoi

Zo Lebzeida vom Hauff hot’s d Burg (oder s Schloss) Lichdastoi noh et gäa. An dera Stell, wo dui Burg heit stôht, ischt bloß a Forschthaus gstanda, des em Wilhelm Graf vo Wirdeberg gheert hot. Der ischt vom Hauff seim Roman ond bsonders vo dera Beschreibong vo dr Burg so arg beeidruckt gwäa, dass’r s Forschthaus hot aareißa lau ond da Archidekta Carl Alexander Heideloff beauftragt hot, noch em Hauff seira Beschreibong a Schlessle uf dean Felsa am Steilhang vor-em Honauer Dal zo baua. Heit gilt dr Lichdastoi als Wahrzeiche vo dr ganza Schwäbischa Alb. Koi andrs Bauwerk uf dr Alb lockt meh Turischda â. Et weit weg vo deam Schloss ischt au a Denkmal fir da Dichtr errichdet worra.

S Hauff-Denkmal beim Schloss Lichdastoi

1982 ischt em Ortsdoil Honau vo dr Gmoid Lichdastoi d Wilhelm-Hauff-Stub eigrichtet worra, a kleis Litradurmuseum, wo au iibr d Gschicht vo deam Schlessle Auskonft geit.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • A. B. I. Czygan: Wilhelm Hauff. The Writer and His Work Seen Through His Correspondences. Dissertation, Madison/Wisconsin 1976
  • Enrica Yvonne Dilk: „… die Sorge um das Kunstblatt …“ Wilhelm Hauffs und Ludwig Schorns Briefe aus den Jahren 1826/27 über die Fernredaktion des Cottaschen Journals. Ein Beitrag zum 200. Geburtstag Wilhelm Hauffs. In: Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Nr. 423. Stuttgart 2004 [2005], S. 277-293; ISBN 3-88099-428-5
  • Armin Gebhardt: Schwäbischer Dichterkreis. Uhland, Kerner, Schwab, Hauff, Mörike. Tectum, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8687-6
  • W. Grabert und A. Mulot: Geschichte der deutschen Literatur, Boirischer Schuelbuach-Verlag München, elfda Ulag vo 1966
  • Andrea Hahn: Ich will nicht stille stehn, sondern vorwärts schreiten, a Aufsatz en dr Stuegerter Zeidong vom 16. Novembr 2002 (S. 45) ôlässlich em 200. Geburtsdag vom Wilhelm Hauff
  • Friedrich Knilli, Ich war Jud Süß –- Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian. Mit einem Vorwort von Alphons Silbermann. Henschel Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89487-340-X
  • Lexikon der deutschen Literatur, Humboldt Daschabuech Nr. 74, zwoida Uflag vo 1958
  • Ernst Osterkamp u. a. (Hrsg.): Wilhelm Hauff oder Die Virtuosität der Einbildungskraft. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-860-4
  • Friedrich Pfäfflin: Wilhelm Hauff. Der Verfasser des „Lichtenstein“. Chronik seines Lebens und Werkes. Edition Marbacher Magazin, Stuttgart 1981
  • Friedrich Pfäfflin: Das Schloss nach einem Roman: Lichtenstein, aus: MERIAN Schwäbische Alb, 5.XXXV/C 4701 E
  • Heiko Postma: Goldene Körner in des Lesers Phantasie. Über Leben und Werk des Schriftstellers Wilhelm Hauff jmb-Verlag: Hannover 2008, ISBN 978-3-940970-04-6

Lueg au[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Das Wirtshaus im Spessart, a deitscher Schbiilfilm vom Kurt Hoffmann us-em Jôhr 1958.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Wilhelm Hauff – Sammlig vo witere Multimediadateie