Schwäbische Küche

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Dialäkt: Schwäbisch

D Schwäbische Küch ischt e Regionale Küch wo em Südoschta vo Bade-Württeberg beheimatet isch.

Doiggwara[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Spätzle/Knepfle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Spätzle senn voma Brett gschabte Nudla. Dr Doig isch im Regelfall halb Eier halb feins Woizamehl (manche nehmat au Dinklmehl) mit ame bissle Salz und recht sterrig. Den Doig vermengt mer na vo Hand oder mit rer Maschee. Wenn ner na gar zu sterrig wurd, ka mer en na au mit a bisle Wasser verdenna. En jedem Fall muas er vor em Schaba gschlaga werra bis er kloine Blosa schleht ond na ah Weile standa glassa werda. Die Zeit brauchts, dass der Kleber vom Woiza benda ka. Drnoch wird dr Doig, fürd Spätzle aufma Brett verdoildt ond mit em Schaber ens siedende Salzwasser gschabt, bei de Knepfle kommt der Doig in an Trichter mit rer Lochreibe dronter, der na hin und her über rem Salzwasser bewegt wird ond dia Knepfle ins Wasser falled.

Leberspätzle/Knepfle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Leberspätzle/Knepfle gont genau glei wia dia normale nur duat mer in de Doig no guat ghackte Leber ond Kreiter.

Kässpätzle/Knepfle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Des Gricht hot sei Hoimet em Allgai. Deet send’s abr durchweg Käsknepfle, au wenn se manchmôl als Kässpätzle oder Kässpatza bezeichnet wend. Des ischt abr net etwa a Beilag zo irgendama Floisch- odr Wurschtessa, sondern a Hauptgricht. Om Kässpätzle macha zo kenna, braucht ma beischbiilsweis a Pfond Meal, drei Oier, an Virtl Litr Wassr, je zwoi Essleffl Buddr ond Salz, ond 100 Gramm Käs, wo ma zemlich fei griiba hot. Hot ma d Spätzle nôch-em Ufkocha us-em Wassr rausgfischt, lôôt ma da Buddr e dr Pfann schmelza ond geit emmr em Wechsl a Schicht Spätzle ond a Schicht Käs drzua. Bei-ra kloina Hitz lôôt mr des ganze ziiha ond duet vor-em Ôôrichda noh gschmelzde Zwiiblstickla drzua. Als Beilag serviirt mr irgendoin Salat.

Flädle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Flädle send nix anderes wia en oifacher, denner, Pfannekuacha, je noch Rezept mit Kreiter, der nachem Brata in feine Stroifa gschnitta wird. Dia Stroifa kommed na oifach in a Supp, als Eilag. Aldernadiv kenad se gands (ooverschnidda) als Greuderflädle zom Schbargl, mid Buddersößle ond Schenga, gessa werda.

Maultascha[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Maultascha send gfüllte Doigdascha vergleichbar mit de Ravioli oder Tortellini. D´Gresse variiert allerdengs je noch em Eisatzzweck oder em Gschmack. D´kloine kommet em Regelfall end Supp als Eilag, dia grosse send a oigastendigs Gricht. Es geit au Onderschied wia se gmacht wend: die oine send grollt de andere send nurmehr zammaklappt - Gschmacksach. Gfüllt wend se normal mit rer Fülle aus Hackfloisch, Speck, Zwibla, Spinat, Kreiter, Weckmehl ond Oier, es geit jedoch au an haufa andere Rezept. Dia Kochte Maultascha wend na moischtens gschmälzt (mit Speckzwibla), als Omelette oder ea dr Briah gessa. Es geit aber au do no an haufa andere weag se zom essa.

Kartoffelgricht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schupfnudla/Buabaspitzle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Aus ogfähr halbe Woizamehl ond d´andre hälfte durchdruckte, am Vordag kochte, Kartoffla ond Eier macht mer en feschte Doig. Vo dem Doig rollt mer je nochdeam Kloifinger bis Dommagrosse Würschtle, dia na em siadendenda Salzwasser kocht werradt. Drnoch schreckt mer de Schupfnudla ab ond lässt se abtrockna. Vor em Essa duat mer se no in Butter schwenka.

Kartoffelsalat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Kochte, feschtkochende, Erdepfel werded warm gschält ond au no warm grädelt. Drnoch kommet feighackte Zwiebla, bisle Senf ond en schuss Floisbrüah driberd. Na vermengt mer des ganze vorsichtig ond lässts a weile stau. Ghessa wird der Kartoffelsalat lauwarm, es geit au wele wos in der Briah wellet.

Gaisburger Marsch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Gaisburger Marsch

Dr „Gaisburger Marsch“ ischt a defdiger Eintopf, wo sich aus Ochsafloisch, Spätzle, Kardoffla ond Floischbria zammasetzt. D Kardoffla wend zo Wirfela gschnidda ond en d Floischbria gäa. Dô druf kommet genausoviil Spätzle. Zom Schluss geit ma noh s Ochsafloisch drzua, wo ma vôrher au en kloine Stickla gschnidda hot. Älles zamma nomôl ufkocha lau ond en-a Subbaschissl gießa. Guad machet sich nôô no Zwiiblrengla odr –stroifa, wo ma mit Buddr ôôbraint hot.

Dr Nama hot des Gricht vom Stuegerter Stadtdoil „Gaisburg“, wo des Essa dr Legende nôch em 19. Johrhondert erfonda worra sei soll. Ibr de nähere Omstend geit’s vorschiidne Deidonga. Oina sait, a baar Soldada wäret e dr Nähe vo ihrer Hoimet en Gfangaschaft komma. D Lagrleidong hot abr deane ihre Weibr erlaubt, ihre Manna s Essa zo brenga. Nôô hend dia Fraua halt en d Schissl älles neidoa, was et bloß guad gschmeckt hot, sondern au reacht nahrhaft gwäa ischt. A andre Gschichd isch, dass aus re Kaserna en dr Nähe d'Soldada wenn se am Wochaend frei ket henn noch Gaisburg marschiert senn. Wo's sell Baiz geba hat mit dem saumäßig guada Aitopf - ond weil dia des ell Woch g'machd henn, henn se des dr Gaisburger Marsch g'hoißa.

Saure Kardofflrädla[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Anderthalb Pfond Kardoffla kocha ond nôô zo Rädla schneida. We-mr dô drmit fertich ischt, wuud a Mealschwitzede gmachet. Dô drzua braucht ma an Essleffl Fett, drei Essleffl Meal, a halba Tass vol mit ma warma Wassr ond a ganza Tass vol mit-ra kochenda Briia, an kloina Zwiibl, a Nelk, a bissle Pfeffr ond Salz, oi odr zwoi Lorbeerbleddr ond drei Essleffl Mooscht. (Statt em Mooscht kô mr au an saura Wei odr an Essig nemma!) Des Ganze muaß jetzt ogfähr 20 Menudda kocha. Nôô nemmt mr d Lorbeerbleddr ond d Nelk raus, schiddet de warme Kardofflrädla nei ond lôht’s noh a kleis Weile kocha.

Friher isch des Gricht a tibischs Arme-Leit-Essa gwäa. Heitzodag wuuds meischdens noh a bissle ufgmotzt mit kloi grädlede Soidawirschtla odr raude Wirscht.

Ällsmegliche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ofaschlupfer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Alde Brotscheiba werdet en Milch oigwoicht ond danoch en a Feuerfeschte Form gschichtet. A bisle von der Oiwoichmilch wird na so en Zenti hoch en dia Form neigfüllt. Des ganze kommt na für a halbe Stund in Ofa. Bevor mers isst streit mr no kräftig Zucker ond Zimt drüberd.

Schwäbischer Wurschtsalat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vom Schwäbischa Wurschtsalat geit’s zwoi Varianda: Entweder nemmt ma je zor Hälfde Schenkawurscht ond – a meglichscht harda! – schwarza Wurscht odr bloß schwarza Wurscht. D Schenkawurscht lôôt mr vom Metzgr en Rädla schneida, wo a kloi bissle dickr ausfalla soddet wia’s sonscht iblich ischt. D Schwarzwurscht muaß ma selbr en meglichscht denne Rädla schneida. Als nägschda Schridd stellt mr a Marinade her. Dô drzua braucht ma Essig ond Eel, Pfeffr ond Salz ond a kloi bissle Zuckr. Je nôch Gschmack kô ma au noh Senf drzuagäa. Dia Sacha kommet en-a Schissl nei, wo se kräfdig mitnandr vormischt werret. Zom Schluss geit ma d Wurschträdla ond Zwiiblwirfl odr –stroifa drzua ond vormengt-se mit dr Marinad. Zom Wurschtsalat isst mr Brot.

Heitzodag ersetzt ma meischdens – bsonders e de Wirtschafda – d (schwäbisch) Schenkawurscht oft durch en (boirischa) Floischkäs odr durch Floischwurscht.

Litradur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Kochen Auf gut Schwäbisch, Lauder Rezept vo de Leaser vo de Stuegerder Nôchrichda, Belser-Verlag Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7630-2626-5
  • Jochen Fischer, Walter Siebert, Gottfried Stoppel: Schwäbische Küchenklassiker – fein gemacht, Silberburg-Verlag Tübingen 2010, ISBN 978-3-87407-886-3
  • Frank Gerhard: Kulinarische Streifzüge durch Schwaben, sigloch edition, Künzelsau – Thalwil – Straßburg – Salzburg, 1979 (ohne ISBN)