Riehen

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Rieche
Wappe vo Rieche
Basisdate
Staat: Schwiiz
Kanton: Basel-Stadt (BS)
Bezirk: (Dr Kanton Basel-Stadt kennt kei Bezirk.)w
BFS-Nr.: 2703i1f3f4
Poschtleitzahl: 4125
UN/LOCODE: CH RHN
Koordinate: 615901 / 27053347.58537.65278Koordinaten: 47° 35′ 7″ N, 7° 39′ 0″ O; CH1903: 615901 / 270533
Höchi: 278 m ü. M.
Flächi: 10.87 km²
Iiwohner: i20'970 (30. Juni 2014)[1]
Website: www.riehen.ch
Charte
Charte vo Rieche
www
Dialäkt: Baseldütsch

Rieche (Hochdütsch Riehen) isch e politischi Gmeind und näbe dr Stadt Basel und Bettige eini vo drei Gmeinde im Kanton Basel-Stadt in der Schwiiz. Mit öbbe 20'000 Iiwohner isch s die zweitgrössti Gmeind in der Region Nordwestschwiiz.

Geographii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Rieche lit uf dr rächte Siite vom Rhii am underen Ändi vom Wiisedal und ghört zur Agglomeration vo der Stadt Basel.

Rieche im Dreiländeregg
Wiil am Rhii Lörrach (D) Inzlige (D)
Compass card (de).svg
Basel Birsfälde, Gränzach-Wyhle Bettige

Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Scho vor 50.000 Johr hai sich Neanderdaaler in däm Gebiet ufghalte. E duuerhafti und durchgehendi Besiidlig vermuetet me sit öbbe 3000 vor Christus. Öbben im 6. Johrhundert hai d Alemanne e Dorf gründet. Die ersti urkundligi Erwähnig goht uf s Johr 751 zrugg, wo „Wahinhofen“,dr hütig Wänkehof erwähnt wird [2]. Dr Name Riechen chunnt 1113 zum erste Mol vor.

1270 het Rieche zum Fürstbistum Basel ghört. Vo 1444 bis 1446 isch Rieche noch der Schlacht bi St. Jakob an dr Birs blünderet und brandgschatzt worde, und wider vo 1490 bis 1493 währed dr Kappeler Fehde.

1522 isch Rieche Bsitz vo der Stadt Basel worde und het 1528 d Reformation iigfüehrt. Währed em Drissigjöhrige Chrieg het Riechen e Gränzbsetzig übercho. S Dorf isch au Zuefluchtsort vo vile Flüchtling worde.

1833, wo sich d Landschaft und d Stadt drennt hai, isch Rieche zsämme mit Bettige, wo wäsentlig chliiner gsi isch, bi dr Stadt bliibe, het sich aber d Möglichkeit offe ghalte, spöter enmol zum Kanton Baselland z wächsle.

Währed em Zweite Wältchrieg si vili Iiwohner wenigstens vorübergehend ins Landesinnere vo der Schwiiz zooge.

1958 het Rieche as ersti Schwiizer Gmeind in der Bürgergmeind s Frauestimmrächt iigfüehrt.

Bevölkerigsentwicklig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Johr 1670 1774 1815 1850 1900 1920 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Iiwohner 727 1 088 1 066 1 575 2 576 4 227 7 415 12 402 18 077 21 026 20 611 19 914 20 370

Quelle: Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt

Politik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Iiwohnerroot (Legislative)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Der Iiwohnerroot isch die obersti Gmeindsbehörde und bestoht us 40 Mitgliider. Er wird noch em Proporzsystem für en Amtsduur vo vier Johr gwehlt. Scheidet e Mitgliid us em Root us, ruckt dr Kandidat mit de meiste Stimme vo dr gliiche Liste nooch, wo nit gwehlt worden isch. D Iiwohnerrootssitzige finden eimol im Moned statt und si öffentlig.

D Sitzverdeilig im Iiwohnerroot noch dr Gsamterneuerigswahl vom 13. Februar 2006 (in Chlammere die alti Sitzverdeilig):

LDP 9 Sitze (8)
SP 8 Sitze (8)
EVP 7 Sitze (7)
FDP 6 Sitze (6)
SVP 4 Sitze (3)
CVP 3 Sitze (3)
S Grüene Bündnis 2 Sitze (2)
DSP 1 Sitze (3)

Gmeindsroot (Exekutive)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Der siibechöpfig Gmeindsroot, wo dr Gemeindipresidänt inbegriffen isch, wird alli vier Johr noch em Majorzsystem gwehlt. Im erste Wahlgang zellt s absolute Mehr, und wenn nit alli Sitz chönne verge wärde, chunnt s zum ene zweite Wahlgang, wo noch em relative Mehr abghalte wird. Wenn e Mitgliid us em Gemeindsroot usscheidet, findet en Ersatzwahl an der Urne statt (wie s bim unerwartete Dod vom Gemeindipresidänt Michael Raith im Summer 2005 bassiert isch).

Dr Gemeindsroot duet d Beschlüss vom Iiwohnerroot vorbereite und duet se noch em entsprächende Beschluss au vollzieh. Im übrige bsorgt er alli Gschäft, wo sich nit en anderi Gemeindsbehörde drum kümmeret. D Sitzige vom Gmeindsroot finden eimol in dr Wuche statt und si nit öffentlig.

D Mitgliider vom Gemeindsroot noch dr Gsamterneuerigswahl vom 12. Februar und 19. April 2006:

  • Willi Fischer (EVP), Gmeindipresidänt
  • Christoph Bürgenmeier (LDP)
  • Irène Fischer-Burri (SP)
  • Maria Iselin-Löffler (LDP)
  • Michael Martig (SP)
  • Matthias Schmutz (EVP)
  • Marcel Schweizer (FDP)

Partnerschaft[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Partnergmeinde vo Rieche si Mutte im Kanton Graubünde und Miercurea Ciuc z Rumänie.

Verchehr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E Quardierbus

Tram und Bus[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Rieche ghört mit dr Stadt Basel zur Zone 10 vom Tarifverbund vo dr Nordwestschwiiz. Z Rieche het s e dichts Busnetz, wo vo grosse Glänkbus und chliine Quardierbus befahre wird. Mit dr Dramlinie 6 isch Rieche mit dr Innestadt vo Basel verbunde.

Bahn[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Rieche lit an dr Wiisedahlbahn, dr Linie S6 vo der Regio S-Bahn Basel. In de Johr 2004 bis 2008 isch d Wiisedalbahn massiv usbaut worde. Z Rieche sälber isch dr Bahnhof renoviert worde, und e neuji Haltstell ("Niiderholz"), ganz im Süde vom Siidligsgebiet isch 2008 eröffnet worde. Vo dr SBB wird neus Rollmaterial (der FLIRT) iigsetzt, und im Dezämber 2006 isch d S-Bahn Linie bis zum Bahnhof Basel SBB verlengeret worde.

Individualverkehr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Dorfchärn isch sit langem stark belastet vom Pändler- und Schwerverchehr, wo dur en fliesst. Für die neggste Johr si keini grössere Veränderige in Sicht.

Verchehrspolitik allgemein[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Verchehrspolitik vo Rieche isch moderate, au wenn s immer wider Vorschleg vo de rächte Barteie git, ass me dr Individualverchehr uf Choste vom öffentlige Verchehr sott sterke, öbbe d Trassee vo der S-Bahn zun ere „Entlastigsstross“ umzbaue oder gwüssi Buslinie, wo nit stark frequentiert si, abzschaffe.

Zollfreistrosse[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Die beide dütsche Stedt Lörrach und Wiil am Rhii, wo beidi an Rieche agränze, sträbe sit meh as hundert Johr e diräkti und zollfreiji Strosseverbindig a, wo men aber numme über Schwiizer Gebiet chönnt realisiere. Si sött e chli meh as 700 Meter dur s Gebiet vo Rieche laufe, brucht e Brugg über e Fluss Wiise und tangiert e Schwümmbad. Trotz erheblige Protest wird die Stross jetzt baut – d Befürworter berüefe sich uf e Staatsvertrag zwüsche Dütschland und dr Schwiiz. D Hauptgegnere argumentiert, ass e sone Stross nümme ziitgemäss siig agsichts vom drohende Klimakollaps, ihri Familie siig scho im Johr 751 dört urkundlig erwähnt (richtig wohrschiints 1608) dorum haig si dört die eltiste Rächt. Dr Staatsvertrag zwüsche dr Eidgenosseschaft und dr Bundesrepublik siig zwüsche zwei dütsche Staatsgebild abgschlosse worde, wo erst lang noch ihrer Familie dört Rächt übercho haig. Usserdäm wurd d Auelandschaft dr Wiise nooch stark beiidrächtigt, wenn nit sogar ganz zerstört. Mit em Afang vo de Bauarbeite het me s Schwümmbad müesse zue due.

Schuel und Bildig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Schuel isch im Kanton Basel-Stadt in drei Stuefe iideilt.

Primarschuel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Chinder chömme im Alter vo siibe Johr in d Primarschuel, wo vier Johr duurt. Es git z Rieche im Ganze fümf Primarschuelhüüser: s Wasserstelzeschuelhuus, s Niiderholzschuelhuus, s Schuelhuus Erlestrströssli, s Steigruebeschuelhuus und s Schuelhuus „Hinder Gärte“.

Orientierigsschuel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Orientierigsschuel (churz: OS) bildet die zweiti Stuefe und wird au vo allne Chinder bsuecht. Si duurt drei Johr (5. bis 7. Schueljohr). Erst denn wird noch de Leistigszügnis entschiide, weli Schüeler uf d Wiiterbildigsschuel (WBS) und weli uf s Gymnasium gönge. Z Rieche git s drei Orientierigsschuele: s Burgschuelhuus, s Hebelschuelhuus und dr OS-Deil vom Wasserstelzeschuelhuus.

Gymnasium/Wiiterbildigsschuel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Rieche het zwar weder e Weiterbildigsschuel (WBS) non es Gymnasium uf em eigene Gmeindigebiet, allerdings befindet sich dr Schuelhuuskompläx Bäumlihof uf Basler Grund unmittelbar an dr Gränze zur Gmeind Rieche. D WBS duurt zwei Johr (8. und 9. Schueljohr), s Gymnasium fümf Johr (8. bis 13. Schueljohr) und isch in Schwerpunggtklasse iideilt. Am Bäumlihof-Gymnasium wärde die folgende Schwerpünggt abote: Physik und Awendige vo dr Mathematik, Latiinisch, Spanisch, Italiänisch, Muusig, Bildnerischs Gstalte, Biologii und Chemii.

Museene[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fondation Beyeler
Spiilzüügmuseum z Rieche

Fondation Beyeler[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Hauptardikel: Fondation Beyeler

S Basler Galeristenehebaar Hildy und Ernst Beyeler hai für ihri Kunstsammlig d Fondation Beyeler gründet und hai se 1997 für immer dr Öffentlichkeit zuegänglig gmacht im ene Museum wo vom Archidekt Renzo Piano z Riehen konzipiert worden isch. Näbe de Kunstwärk us em Bsitz vo de Beyelers – vorwiegend Bilder us dr klassische Modärn und ozeanischi Kunst – git s au regelmässig grossi Usstellige. So het zum Bispil s Künstlerehebaar Christo und Jeanne-Claude 1998 fast 200 Bäum vor em Gebäud verpackt.

Spiilzügmuseum[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Alte Wettsteihuus, wo us em 17. Johrhundert stammt, befindet sich s Spiilzüüg- Dorf- und Räbbaumuseum. Es beherbärgt e Sammlig vo europäischem Spiilzüüg vo allne Arte, vor allem aber Holzspiilware, Dittihüüser und -chuchene, Blächspiilzüüg, Blei- und Zinnfigure, Papiirtheater und Iisebahne.

Kunst Ruum Rieche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Kunst Ruum Rieche im ehemolige Landsitz „Berowergut“ isch s kommunale Usstelligsgebäud vo dr Gmeind Rieche und vo ihrer Kunstkommission. D Präsentatione, wo im Kunst Ruum Rieche sit 1998 stattfinde, si em ziitgenössische Kunstschaffe vo dr Region gwidmet.

Parkalage und Wald[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Landguet Bäumlihof

Z Rieehe git s e baar sehr grossi, guet pflägti Parkalage. Zu ihne zelle dr Wänkehof, wo s au e Riithalle git, dr Sarasinpark, dr Park vom Landguet Bäumlihof (au „Chlei Rieche“ gnennt) und d Wettstei-Aalag. Rieche isch vo dr Ostsiite vom Bettinger Wald und vo dr Westsiite vo de Langen Erle umge. Die Grüenzone si s au, wo s Wohne im Grüenen möglig mache, ohni dass me uf d Vordeile vo dr Stadt muess verzichte.

Nowiis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Bevölkerung nach Geschlecht, Heimat und Gemeinde (XLS, 73 kB). Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt. Abgerufen am 1. August 2014.
  2. L. Emil Iselin: Geschichte des Dorfes Riehen, Basel 1922

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Iselin, L. Emil: Geschichte des Dorfes Riehen. Festschrift zur Jubiläumsfeier der 400jährigen Zugehörigkeit Riehens zu Basel, Basel 1923.
  • Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner, Heft I, Riehen 1996; Heft II, Riehen 2000.
  • Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen, hg. vom Gemeinderat Riehen, 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl., Riehen 1988.
  • Reinhardt, Ursula: Riehen, Basel 1978 (Schweizer Kunstführer, Nr. 250).
  • Riehen, Geschichte eines Dorfes. Zur Feier der 450jährigen Zugehörigkeit Riehens zu Basel, 1522-1972, hg. vom Gemeinderat Riehen, Riehen 1972.
  • Schnyder, Arlette u.a.: Riehen. Ein Portrait. Basel 2010.
  • Thommen, Peter: Die Kirchenburg von Riehen. Materialhefte zur Archäologie in Basel 1993, Heft 5, Basel 1993.

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Riehen – Sammlig vo witere Multimediadateie


Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vu dere Version vum Artikel „Riehen“ vu de dütsche Wikipedia.

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