Pseudonym

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E Psöidonüüm (griechisch ψευδώνυμος, -ον psevdónymos ‚Tarn-‘, ‚Deckname‘) isch e fingierte Name vom ene Urheeber vo Wärk zum si Identidäät z verschleijere, wo anstatt vom wirklige bürgerlige Naame brucht wird. Vo Künstlernääme (au Büüninääme), wie si z. B. Schauspiiler, Musiker oder Artiste bruuche, reedet mä vor allem denn, wenn au die reali Person vom Urheeber sälber e Däil vo dr künstlerische Darbietig isch.

D Gründ für zum e Psöidonüüm z bruuche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Es git e Hufe Gründ, wiso dass Lüt under eme Psöidonüüm gschafft häi:

  • Angst vor Verfolgig (Erich Kästner → Berthold Bürger; Mohammed Moulessehoul → Yasmina Khadra)
  • Taktischi Erwäägig bi Schurnaliste wo vil schriibe (Kurt Tucholsky → Theobald Tiger; Günther Stern → Günther Anders)
  • Angst vor Skandääl (Dominique Aury, äigentlig Anne Desclos → Pauline Réage)
  • Zum d Brivatsfääre schütze (Atze Schröder, wo au vor Gricht goot, wenn in de Medie si bürgerligi Naame erwäänt wird)
  • Wunsch noch Individualidäät und Originalidäät (Charles-Edouard Jeanneret-Gris → Le Corbusier)
  • Zum sich vom ene früenere Imidsch z distanziere (Puff Daddy → P. Diddy, bäides Psöidonüüm)
  • Verballhornige, wie mä sä im 16. Joorhundert immer wider cha beobachten, Luther → Luder oder dr dütsch Grammatiker Valentin Ickelsamer, wo au under de Nääme Zangsthamer oder Ickelschamer bekannt worde isch
  • Zum bestimmti, mäistens positivi Äigeschafte uszdrucke – Autore vo Chinderbüecher am Aafang vom 19. Joorhundert häi vilmol sonigi Nääme uuseglääse wie: August Lewald → Hans Kindermann, Jakob Glatz → Karl Heinrich Gutmann, Amanda Hoppe-Seyler → Tante Amanda, Heinrich Hoffmann (dr Verfasser vom Struwwelpeter → Reimerich Kinderlieb) oder au Ernst Hold, wo mä d Identidäät von em nid kennt.
  • S Vergnüege Lüt duurenander z bringe: Luther Blissett
  • Zum dr Naame intressanter z mache (Gustav Meyer → Gustav Meyrink).
  • Zum dr Naame äifacher z mache: (Klaus Nakszyński → Klaus Kinski).
  • Zum dr Naame chürzer mache: (Udo Jürgen Bockelmann → Udo Jürgens oder Peter Alexander Neumayer → Peter Alexander).
  • Dr Naame vo dr Mueter bruuche (Pablo Picasso → Pablo Ruiz)
  • Zum nid verwäggslet z wärde: (Michael John Douglas, dr Soon vom Kirk Douglas] → Michael Keaton, Nicholas Kim Coppola → Nicolas Cage, Diane Hall → Diane Keaton, James Stewart → Stewart Granger)
  • Zum d Berüemthäit vo öbber anderem usznütze: (Mary Carey, Dale Carnagey → Dale Carnegie).
  • Im 19. und früeje 20. Joorhundert häi Fraue vilmol under männlige Nääme veröffentligt: (Charlotte Brontë → Currer Bell, Amantine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil → George Sand, Mary Ann Evans → George Eliot, Sophie Andresen → S. Wörishöffer).
  • E spirituelle Naame zum d Distanz zum Wältlige z understriiche: Nonne und Mönch (zum Bischbil „Schwöster Claudia“, zum Däil au bi Yogaleerer).
  • E Spitznaame us dr Schuel usw. wo witer brucht wird: Max Stirner, Che oder Sting).

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Manfred Barthel: Lexikon der Pseudonyme. Über 1000 Künstler-, Tarn- u. Decknamen. Econ, Düsseldorf u. a. 1986, ISBN 3-430-11178-1.
  • Edwin Bormann: Die Kunst des Pseudonyms. 12 literarhistorisch-bibliographische Essays. Bormann, Leipzig 1901
  • Gerhard Dünnhaupt: Chronogramme und Kryptonyme. Geheime Schlüssel zur Datierung und Autorschaft der Werke des Polyhistors Johannes Praetorius. In: Philobiblon. 21, 1977, ISSN 0031-7969, 130–135.
  • Wilfrid Eymer: Eymers Pseudonymen-Lexikon. Realnamen und Pseudonyme in der deutschen Literatur. Kirschbaum, Bonn 1997, ISBN 3-7812-1399-4.
  • Felix Philipp Ingold, Zur Poetik des Pseudonyms, in: ders., Im Namen des Autors, Wilhelm Fink Verlag, München 2004, S. 263-299. ISBN 3-7705-3984-2.
  • Holger Scherer: Das Pseudonym. Kovač, Hamburg 2002, ISBN 3-8300-0699-3 (Studien zur Rechtswissenschaft 101), (Zugleich: Mainz, Univ., Diss. jur., 2002).
  • Hartmut Schöner, Kurt Stöber: Grundbuchrecht. 13. neubearbeitete Auflage. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51044-2 (Handbuch der Rechtspraxis 4).
  • Jörg Weigand: Pseudonyme. Ein Lexikon. Decknamen der Autoren deutschsprachiger erzählender Literatur. 2. verbesserte und erweiterte Auflage. Nomos, Baden-Baden 1994, ISBN 3-7890-3526-2.
  • Emil Weller: Lexicon Pseudonymorum. Wörterbuch der Pseudonymen aller Zeiten und Völker oder Verzeichnis jener Autoren, die sich falscher Namen bedienen. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Coppenrath, Regensburg 1886 (Reprographischer Nachdruck: Olms, Hildesheim u. a. 1963), (1. Aufl. 1856), ISBN 3-89349-244-5
  • Tilo Werner: Pseudonym. In: Gert Ueding (Hg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Darmstadt: WBG 1992ff., Bd. 10 (2011), Sp. 993-997.