Pierre d'Ailly

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De Pierre d’Ailly

De Pierre d'Ailly (* 1350/51 z Compiègne; † 9. August 1420 z Avignon) isch en französischer Theolog, Bischof und Kardinal gsi. Hüfig wird er in de wüsseschaftliche Literatur au mit sim latinische Name Petrus de Alliaco oder mit sim dütsche Name Peter/Petrus vo Ailly gnennt. Er isch en Aahänger vom Konziliarismus gsi und het s Konzil vo Konschtanz massgeblich mit beiiflusst.

Sis Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Herkunft und Usbildig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Pierre d’Ailly isch im 1350i in ere aagsehene Bürgerfamilie z Compiègne uf d Wält cho. Ab em 1364i het er z Paris am Kolleg vo Navarra schtudiirt. Wi in dere Zit üblich, het er z erscht de Magischter in de frei Künscht und de Wüsseschaft gmacht. Im 1372 het er dann an de theologisch Fakultät schtudiirt. Im 1375 heter de baccalaureus sententiarius gmacht und en Kommentar zu de Sentenze vom Petrus Lombardus gschribe. D licentia docendi, s Rächt z unterrichte, het er im 1381 übercho und im gliiche Johr het er promoviirt und isch ab do Doktor vo de Theologii gsi.

Vo de Universität zum Bischofsamt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bim grosse Abendländische Schisma het d Universität, zumindescht d Franzose, de Clemens VII. aaerkannt und de Pierre isch uf Avignon gschickt worde, wo er em Clemens „d Unterwerfig vo de französische Nation vo de Universität“[1] het solle mitteile.
Bi de Suechi nach eme Wäg, mit dem me s Schisma chönnt überwinde, het sich d Pariser Universität am 20. Mai 1381 eischtimmig für d Iiberuefig vo eme Generalkonzil usgschproche und de Pierre d’Ailly het de Uftrag übercho, de damalig französisch Regent, de Ludwig von Anjou vo dem Wäg z überzüge. Des isch em nöd glunge, er het sogar müesse Paris verlah und het es Kanonikat z Noyon übernoh. In dere Zit het er sich intensiv mit de Frog vom Schisma usenandgsetzt und noch im 1381 e Schrift derzu usegäh, d Epistola diaboli Leviathan. Vermuetlich isch er de Erschti gsi, wo di drü mögliche Wäg ufzeigt het, mit dene s Schisma het chönne überwunde wärde: d via concilii (de Wäg über es Generalkonzil), d via compromissi (de Wäg über en Kompromiss) oder d via cessionis. Wo de Ludwig Frankriich verloh het, het de Pierre wider retour uf Paris chönne und isch im 1384i Rektor vom Kolleg vo Navarra worde. Im 1389 isch er dann Kanzler vo de Universität worde und Biichtvater vom französische König, em Karl VI.. De Nochfolger vom Papscht Clemens, de Benedikt XIII. het de Pierre d’Ailly dann am 2. April 1395 zum Bischof vo Le Puy-en-Velay gmacht. Numme öppe einehalb Johr schpöter, am 15. November 1396, het de Benedikt de Pierre zum Bischof vo Cambrai ernannt, obwohl de Herzog vo Burgund, de Philipp degäge gsi isch. Will Cambrai zum Riich ghört het, het de König Wenzel sini Investitur müesse gäh, wo am 3. April 1398 erfolgt isch. De Pierre d’ Ailly het sich dann vom 1399i bis ins 1402 us de Politik und de Diskussione um d Überwindig vom Schisma zrückzoge und het sich um sini Diözese kümmeret.

D Konzil vo Pisa und Koschtanz[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bim Konzil vo Pisa, wo im 1409 en erschte Aalauf gno orde-n-isch, ums Schisma z überwinde, het de Pierre zwar teilgnoh, aber kei grossi Rolle gschpilt. Me het derte de Alexander (V.) zum Papscht gwählt und ghofft so s Schisma z überwinde, will di Päpscht vo Rom und Avignon den Papscht nöd anerkennt hei und au poltisch vo verschidnige Herrscher unterschtützt worde sind, isch s Konzil vo Pisa en Fehlschlag gsi und d Chile het plötzlich drü konkuriirendi Päpscht gha. De Nachfolger vom Alexander isch dann de Johannes (XXIII.) worde, wo de Pierre d’Ailly im 1411i zum Kardinal ernannt het und im 1413i zum Legat für Dütschland und d Niderlande. Im November 1414 het dann s Konzil vo Konschtanz aagfange, bi dem de Pierre e herusragendi Schtellig gha het. Bi allne drü grosse Themene, wo s Konzil het welle löse, isch er massgeblich beteiliget gsi, an de causa unionis, de causa fidei und de causa reformationis. Er het massgeblich zum Schturz vom Johannes bitrait, het d Verhör vom Jan Hus gleitet und isch Mitglid vo de Reformkommission gsi, wo vom August 1415 bis zum Sommer 1417 taget hät. In dere Zit het er au sini wichtigschti Schrift veröffentlicht, s Tractatus super reformatione ecclesiae. De noi gwählti Papscht Martin V. het s Konzil im April 1418 beendet, d Frog vo de Refom vo de Chile, wo im Piere d’Ailly so wichtig isch gsi, isch nöd glöst worde. De Martin het de Pierre nach em Konzil zum päpschtliche Legat vo Frankriich ernannt, so isch de Pierre d’Ailly uf Avignon gange, wo-n-er am 9. Auguscht 1420 gschtorbe-n-isch.

Werch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Destructiones modorum significandi (vor 1400, au em Thomas Maulfelt zuegschribe)
  • Super libros metheororum: de impressionibus aeris (druckt ohni Ortsaagab 1504)
  • Quaestiones zur Sphaera mundi vom Johannes de Sacrobosco, druckt Paris 1468
  • Quaestiones super libros sententiarum cum quibusdam in fine adjunctis (druckt Straßburg 1490)
  • Tractatus de materia Concilii generalis (ca. 1403)
  • Tractatus vel capita agendorum in concilio generali de reformatione ecclesiae (ca. 1409)
  • Tractatus et sermones (druckt Straßburg 1490)
  • De Ecclesia, conciliis generalis et summi Ponitificis auctoritate (1416)
  • Imago mundi
  • Concordantiae astronomiae cum theologia necnon historicae veritatis narratione (druckt Augschburg 1490)
  • De quattuor gradibus scalae spiritualis

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Marguerite Chappuis: Le traité de Pièrre d’Ailly sur la Consolation de Boèce, Qu. 1. Amsterdam: Grüner, 1993 (= Bochumer Studien zur Philosophie, 20)
  • Olaf Pluta (Hg.): Die philosophische Psychologie des Peter von Ailly: ein Beitrag zur Geschichte der Philosophie des späten Mittelalters. (=Tractatus de anima). Amsterdam: Grüner 1987. (Bochumer Studien zur Philosophie; Bd. 6) ISBN 90-6032-275-4 * Klaus D. Dutz u. Peter Schmitter (Hg.): Fallstudien zur Historiographie der Linguistik: Heraklit, d’Ailly und Leibniz. 2., durchges. Aufl. Münster: Inst. für Allg. Sprachwiss. 1985. ISBN 3-89083-502-3
  • Bernard Guenée, Entre l’Église et l’État : quatre vies de prélats français de la fin du Moyen Âge, Paris, 1987
  • Gilbert Ouy: Le recueil epistolaire autographe de Pierre d’Ailly et les notes d’Italie de Jean de Montreuil, Cambrai 940, Vat. Reg. Lat. 689A, Vat. Reg. Lat. 1653. Amsterdam 1966 (= (Umbrae codicum occidentalium; 9)
  • Bernhard Meller: Studien zur Erkenntnislehre des Peter von Ailly. Beigefügt: Aillys Traktat de materia concilii generalis. Freiburg: Herder 1954. (Freiburger theologische Studien; 67)
  • Paul Tschackert: Peter von Ailli : Zur Geschichte des grossen abendländischen Schisma und der Reformconcilien von Pisa und Constanz. Gotha 1877, Ndr. Amsterdam 1968
  • Ansgar Frenken: PETRUS von Ailly. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 320–324.

Einzelnochwiis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Meller, S. 3., im Original uf dütsch

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]