Paracelsus

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Dr Paracelsus, vermuetlig

Dr Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus vo Hohenheim (1493-1541), bekannt as Paracelsus, isch än Arzt, Alchemist, Aschtrolog und Philosoph gsi.

Biografi[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Paracelsus isch 1493 z Egg bi Einsidle as Sohn vom enä Arzt uf d Welt ko. Er het z Basel afo Medizin schtudiere und isch denn während zwölf Johr dur Europa gwanderet. 1519 isch er z Wien Bakalaureus worde, und a baar Johr schböter het er in Ferrara dr Doktertitel übercho. 1524 isch er churz z Salzburg gsi, denn z Friburg im Brisgau und Strossburg, 1527 het er as Schdadtartzt z Basel gschafft und under anderem em Johann Froben siis Bei vor enerä Amputation grettet und im Erasmus vo Rotterdam ghulfe mit dr Gicht und mit Nierebroblem. An dr Uni het er uf Dütsch Vorträg gä und het sich vili Find under de Ärzt gmacht, won er sä as „Esel“ beschimpft het. Au mit de Apitheker het er sich verschdritte, wil er het welle wüsse, was si in d Medizine düen. Wo dr Froben am ä Schlag gschdorben isch, het män em d Schuld an siim Dod ge.[1] 1528 isch er vor em ä Grichtsverfahre in s Elsass gflüchtet und isch widr umezooge bis en 1541 dr Herzog vo Bayre uf Salzburg grüeft het. Dört isch er am 24. September 1541 gschtorbe.

Si Rolle in dr Medizin[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Theorii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Anschdatt vo dr draditionelle Lehr vo de Säft het dr Paracelsus si Biologii und Pathologii uf d Chemii ufbaut. Au d Rolle wo d Psyche im Chrankwerde aber au im Gsundsi spiilt het er erkennt. Aber siis Dänke isch immer no middelalterlig gsi. Er het fümf Gründ für s Chrankwärde underschiide: dr Iifluss vo de Schdärne, vo Gott, vom Schbirituelle, vo dr Konschditution und vo Gift.

Är het dänkt, ass dr Mensch us drei Elemänt beschdöndi: dr Seel, em Läbensgeischt und em Körper, dene het er Schwäfel, Quäcksilber und Salz gsait. D Behandlig het zum Ziil gha, s Gliichgwicht zwüsche de drei Elemänt widr härzschdelle.

Praxis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Öb si Theorii ihm ghulfe het, Chrankede besser z behandle, isch froglig. Aber er het Erfolg gha bi siine Patiente, und das het ihm d Findschaft vo de konventionelle Ärzt iibrocht. Är het neui Chrankheitsbilder diagnoschdiziert, d Behandlig vo Syphilis, Infizierig vo Wunde und Geischteschrankete wie Neurose und Psychose beschriibe.

Philosophi[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Paracelsus isch ä Neuplatoniker gsi. Er het dr Mensch as Mikrokosmos im Zentrum gseh, wo vom Makrokosmos, de Blanete, aber au vo schbirituelle Chreft und vo Gott beiiflusst wird.

Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zu Läbziite veröffentligt:

  • Vom Holz Guaico, 1529.
  • Vonn dem Bad Pfeffers in Oberschwytz gelegen, 1535.
  • Die große Wundarzney, Ulm, 1536 (Hans Varnier); Augsburg (Haynrich Stayner (=Steyner)), 1536; Frankfurt/ M. (Georg Raben/ Weygand Hanen), 1536.
  • Astronomia Magna, 1537.

Nach em Dod veröffentligt:

  • Wundt unnd Leibartznei. Frankfurt/ M., 1549 (Christian Egenolff); 1555 (Christian Egenolff); 1561 (Chr. Egenolff Erben).
  • Von der Wundartzney: Ph. Theophrasti von Hohenheim, beyder Artzney Doctoris, 4 Bücher. (Peter Perna), 1577.
  • Kleine Wundartzney. Basel (Peter Perna), 1579.
  • Opus Chirurgicum, Bodenstein, Basel, 1581.
  • d Huser Quarto Usgab (medizinischi und philosophischi Werk), Basel, 1589.
  • Chirurgischi Büecher und Schrifte (Huser), Basel, 1591 und 1605 (Zetzner).
  • Strossburg Usgab (medizinischi und philosophischi Werk), 1603.
  • Kleine Wund-Artzney. Strossburg (Ledertz) 1608.
  • Opera omnia medico-chemico-chirurgica, Genevae, Vol3, 1658.
  • Philosophia magna, tractus aliquot, Cöln, 1567.
  • Philosophiae et Medicinae utriusque compendium, Basel, 1568.
  • Liber de Nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dtv-Lexikon, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1970, Band 14, S.17

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Udo Benzenhöfer: Paracelsus. Rowohlt TB, Reinbek bei Hamburg, 3. Aufl. 2003; ISBN 3-499-50595-9.
  • Udo Benzenhöfer: Studien zum Frühwerk des Paracelsus im Bereich Medizin und Naturkunde. Klemm & Oelschläger, Münster 2005; ISBN 3-932577-91-4
  • Dietrich von Engelhardt: Paracelsus im Urteil der Naturwissenschaften und Medizin des 18. und 19. Jahrhunderts. Karl F. Haug Fachbuchverlag, Heidelberg 2001; ISBN 3-8304-5096-6
  • Heinrich Haeser: Lehrbuch der Geschichte der Medicin und der epidemischen Krankheiten. Druck und Verlag von Friedrich Mauke, Jena 1853
  • Sergius Golowin: Paracelsus - Mediziner - Heiler - Philosoph. Schirner Verlag Darmstadt, 1. Aufl. 2007; ISBN 978-3-89767-571-1.
  • Gunhild Pörksen: Philosophie der Großen und der Kleinen Welt. Aus der <Astronomia Magna> Schwabe Verlag, Basel, 2008; ISBN 978-3-7965-2511-7
  • Hugo Delff: Hohenheim, Philipp Theophrast von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 675–683.
  • Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Paracelsus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, S. 61–64.
  • Johannes Schaber: Paracelsus. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 1502–1528.
Belletristik
  • Erwin Guido Kolbenheyer: Paracelsus. 3 Bde., München 1927-1928.
  • Rosemarie Schuder: Paracelsus und Der Garten der Lüste. Rütten & Loening, Berlin 1976
  • Gerhard Eis: Zum deutschen Wortschatz des Paracelsus, Zeitschrift für deutsche Wortforschung, Neue Folge, 4 (1963), S. 146-152.

Fuessnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Bernard Jaffe, Crucibles: The Story of Chemistry, Courier Dover Publications 1976, S.14

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Paracelsus – Album mit witere Multimediadateie