Lepontier

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D Schwyz in dr Römerzyt mit dr Volchsstämm

D Lepontier (lat. Lepontii; agr. Ληπόντιοι, Lēpóntioi) sind e keltischi Stammgruppe gsii, wo voralem i de Alpe um de Gotthard glebt het, im Quellgibiet vom Tessin, Rotte und Rhii.[1] Im Süde hend si zwüschet em Langesee und em Comersee gsidlet.[2] Au im Eschetal mitem Vorort Oscella Lepontiorum (hüt: Domodossola) hend Lepontier glebt und zäme mit de Uberer, en Tailstamm vo de Lepontier im Goms,[3] de Simplonpass kontrolliert. De Volksname isch im Livinetal (Valle Leventina) im obere Tessin erhalte. Au Ortsnäme im westliche Bündnerland werdet uf da Volk zruggfüert. De keltisch Name bidütet »Uuswanderer«.[4]

Gschicht und Kultur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im 12. vorchristliche Joorhundert het sich südlich vo de Alpe entlang vom Fluss Tessin d Golaseccakultur uusbildet, wo i drai Gruppe glideret werde cha. En östlichi um Como, e westlichi um Golasecca i de Lombardai, wo de Kultur de Name ggee het, und e nördlichi Gruppe um Bellinzona und Giubiasco im Kanton Tessin. Um 700 v.Chr. het di nördlichi Gruppe afange iri Tote bigrabe statt verbrene und sich demit stärcher vo de andere zwoo Gruppe underschide. Spötestens ab dem redt me vo de Lepontier, obwoll de Name erst för Zitt um 150 v.Chr. zerstmol gnennt woren isch.

Ab 700 v.Chr. isch nöd nu d Körperbistattig ufchoo, sondern au d Dreeschiibe för d Keramik und au d Bronzeverarbaitig het starch zuegnoo. Noch 530 hend d Etrusker d Poebini afange kolonisiere und hend en starche kulturelle Iifluss uf d Lepontier uusgüebt. Noiji Produkt wie Wii und Öl us Griecheland sind Mode wore und d Lepontier hend au afange noch etruskischem Vorbild Schnabelchane herstelle und au d Schrift hends vo de Etrusker cheneglernt. D Lepontier hend e wichtigi Role im Alpehandel öberchoo und abem 5. Jh.v.Chr. sind lepontischi Bronzechübel (situlae) a verschidnige Orte entlang em Rhii glandet und au uf Dänemark choo. Anderersits isch ab denn Bernstai vo de Ostsee zu de Lepontier choo und isch zäme mit de ebefalls noije Glasperle för Schmuck bruucht wore.

Um 390 sind Gallier i Norditalie iigfale und sind zu Nochbuure vo de Lepontier wore, wo schnell d Latène-Kultur öbernoo hend. Nochdem d Römer um 225 v.Chr. d Gallier i de Poebini underworfe hend, hend d Waffegräber zuegnoo, e Zaiche vonere stärchere Militarisierig vo de Lepontier. Im 1.Jh.v.Chr. sind denn au römischi Produkt hüüfiger importiert wore.

Underem Chaiser Augustus sind as Folg vo de Alpefeldzüüg (25-15 v.Chr.) au d Lepontier is Römische Riich iglideret wore. D Aigehaite vo de lepontische Kultur het sich a gwüssne Ort bis is 3.Jh.n.Chr. chöne hebe, bsundrigs d Frauetracht isch lang konservativ blibe.

Lepontischi Sprooch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Lepontische isch die em früeste öberlifreti keltischi Sprooch. Si isch i drai Stufe öberliferet. S Altlepontische isch im 6. und 5. Joorhundert v.Chr. gschribe wore, Mittellepontisch im 4. und 3. und s Noilepontische vom 2. bis zum 1. Jh.v.Chr. D Inschrifte, me as hundert, findet me merhaitlich zwüschet em Langesee und Comersee. Gschribe wore isch es im Lugano-Alphabet, enere Variante vo de norditalische Schrifte. Di maiste Inschrifte sind uf Grabstai (lep. PALA) aabrocht wore, aber au anderi Objekt, vor alem Gfäss träget Inschrifte. E typischi Grabinschrift bistoot usem Name vom Tote im Dativ, gfolgt vom Word PALA »Grabstai«.

S Lepontische ghört zum p-Keltische (lep. -PE »und«; vgl. lat. -que), isch aber archaischer as s Gallische und s alti vorkeltische /p/ wo im Gallische verschwunde isch, werd im Lepontische mit /v/ widergee (lep. UVAMO »höchste« und de Stammname Uberi; gall. ver-) und d Endig luutet no /-m/ statt /-n/ (lep. UINOM »Wii«). Die alte silbische Sonore sind zu /em/ und /en/ wore, im Gallische aber zu /am/ und /an/. En Iifluss vom Etruskische isch d Bildig vom Vatername mitem Suffix /-al-/.

Biispil:

  • SLANIAI:UERKALAI:PALA - TISIUI:PIUOTIALUI:PALA »A de Slania, Tochter vom Uerkos, sin Grabstai. - Em Tisios, Soo vom Pivotios, sin Grabstai«. (Fundort: Davesco, Tessin)
  • LATUMARUI:SAPSUTAI:PE:UINOM:NAŠOM »för de Latumaros und d Sapsuta: Wii us Naxos« (Fundort: Ornavasso, Piemont)

Büecher[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Schweizerisches Landesmuseum: Die Lepontier; Zürich 2001. ISBN 3-908025-33-8
  • Der neue Pauly, Bd.4: »Golaseccakultur« und Bd.7: »Lepontii« & »Lepontisch«
  • Pierre-Yves Lambert: La langue Gauloise. (1994)

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Caesar: De bello gallico 4,10
  2. Strabo: Geographika 4,204
  3. Plinius: Naturalis historia 3,134f.
  4. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd.8: »Lepontier«