Jürgen Hennig

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Jürgen Hennig (2010)

De Jürgen Klaus Hennig (* 5. März 1951 z Stuegert) isch en dütsche Chemiker und Medizinphysiker. Är giltet international als eine vo de Wägbereiter vo de Magnetresonanztomographie i de klinische Diagnostik. Är isch wüsseschaftliche Diräkter vo de Abteilig Röntgediagnostik und Chairman vom Magnetic Resonance Development and Application Centers a dr Universitätsklinik Friburg im Breisgau. Im Johr 2003 isch är mit em Max-Planck-Forschungspreis i dr Kategorie Biowüsseschaft / Medizin uszeichnet worde.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wüsseschaftlichi Laufbahn[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vo 1969 bis 1977 het dr Hennig in Stuegert, London, Münche und Friburg Chemie studiert. I de Johr 1977–1981 isch är wüsseschaftliche Agstellte am Institut für physikalischi Chemie ir Albert-Ludwigs-Universität Friburg gsi, wo är under de Leitig vom Herbert Zimmermann sini Doktorarbeit über NMR-Untersuechige zur intramolekulare Ustuschkinetik erarbeitet und verfasst het. [1] Während däre Zyt isch dr Hennig dur d’Inaugural-Vorläsig vo sim Betreuer Hans-Heinrich Limbach über d’Arbeite vom spötere Nobälpriesträger Paul Lauterbur s’erschte Mal mit dr Magnetresonanztomographie (MRT) in berüherig cho. [2]

Vo 1982 bis 1983 isch de Hennig als Post-Doc a dr Universität Züri agstellt gsi, wo är uf em Gebiet vo dr CIDNP-Spektroskopie g‘arbeitet het. Sini erschti eigeni NMR-Pulssequänz het är 1982 zur Mässig vo intramolekulare Ustuschprozäss entwicklet.[3] Während de Zyt in Züri het sich denn de Hennig dezue entschiede, in Zuekunft im Beriech vo de NMR-Methodeentwicklig z’arbeite und weniger im Beriech vo de Chemie.[2]

Sini Arbeit a dr Universitätsklinik Friburg het de Hennig de 1984 als wüsseschaftliche Agstellte i dr Abteilig Röntgediagnostik ufgnoh. Det het är, in änger Kooperation mit de Firma Bruker Medizintechnik GmbH, d’RARE-Methode entwicklet. [4] Schliesslich het är mit em Thema „Spezielli Ufnahmetechnike für d’Kärnspin-Tomographie“ im Johr 1989 a dr medizinische Fakultät vo dr Albert-Ludwigs-Universität Freiburg habilitiert.

Im Johr 1993 het de Hennig ä Professur a dr Universitätsklinik Friburg als Leiter vo de Arbeitsgruppe MR-Tomographie i dr Abteilig Röntgediagnostik becho. Zum Leiter vo de Sektion bildgäbendi und funktionelli Medizinphysik ir Abteilig Röntgediagnostik isch är 1998 ernannt worde. Im Johr 2001 isch de Hennig Forschigsdiräkter vo de Abteilig Röntgediagnostik worde. No im glieche Johr het är ar Uniklinik Freiburg s‘ Magnetic Resonance Development and Application Center (MRDAC) gründet. 2002 folgt e Kooptation a de Fakultät für Mathematik und Physik ar Albert-Ludwig-Universität Freiburg.

De Hennig isch 2004 uf e C4-Professur ar Uniklinik Friburg beruefe worde und isch sit denn wüsseschaftliche Diräkter vo de Abteilig Röntgediagnostik. Die vo ihm sit 1984 ufbauti und gfüerti Arbeitsgruppe zur Forschig und Entwicklig im Beriech vo de Magnetresonantztomographie isch bis ändi 2012 uf ca. 80 Mitarbeiter agwachse!

1999 isch de Hennig Präsidänt vo de International Society for Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM) gsi. Sit 2008 hät är e Gastprofessur am Wisconsin Institute for Medical Research vo de University of Wisconsin–Madison. Sit 2011 isch är Mitglied vo de Nationale Adakemie vo de Wüsseschafte Leopoldina.

Arbeite[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vom Hennig stammet zahlriechi fundamentali Bieträg zur Entwicklig vo de Magnetresonanztomographie (MRT).

Basierend uf de CPMG-Multiecho-Methode, het de Hennig 1984 d’RARE-Sequänz (Rapid Acquisition with Relaxation Enhancement) entwicklet. Dur sini Arbeit het d’Ufnahmeduur vom MRT massgeblich verchürzt wärde chöne, was en entscheidende Schritt für de Isatz i dr klinische Routine bedütet hät. Usserdäm erlaubt RARE de diagnostisch relevanti T2-Kontrast vom MRT z’stüre. D’RARE-Methode isch s’erschte Mal 1984 i de dütsche Fachzytschrift „Der Radiologe“ veröffentlicht worde. [5] En erschte Versuech für e internationali Publikation isch forerscht mal mit em Kommentar „die Methode isch scho usprobiert worde und funktioniert sowiso ned“ abglehnt worde.[2] Im Johr 1986 hets de mit de internationale Publikatione doch no klappet.[4][6] Zurzyt isch RARE eini vo de Standardmethode i dr medizinische MRT. D’RARE Methode isch ou under de Akronymen TSE (Turbo Spin Echo) und FSE (Fast Spin Echo) bekannt.

D' Hyperecho-Methode[7] isch 2001 vom Hennig veröffentlicht worde. Mit däre cha di spezifische Absorptionsrate (SAR) vonere RARE-Sequänz under fascht volständiger Bybhaltig vo dr Bildqualität dütlich reduziert wärde. Das isch bsunders für die medizinischi MRT Awändig bi höcher Flußdichti vom Hauptmagnetfeld vo Bedütig.

2008 veröffentlicht de Hennig es Konzept für Bildgebig vo nedlineare Magnetfäldgradiänte. [8] Durch das chan d’Bildauflösig im MRT vo de üssere Beriech vom Hirni erhöht wärde.

Us de Arbeite vom Hennig sind zahlriechi Patänt zu neue MR-Methode hervorgange.

Verbindige nach Asie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Johr 1985 isch de Hennig nach China greist, um in Guangzhou eine vo de erschte MR-Tomographe in China ufzbaue. Am 25. Dezämber 1985 isch dadurch s’erschte in China ufgnone MRT-Bild glunge.[2] Da druf isch är zu wietere MRT-Installatione nach China greist.

De Hennig isch sit 1993 Präsidänt vo de damals under sinere Beteiligung gründete European-Chinese Society for Clinical Magnetic Resonance. Är isch Ehremitglied vo de chinesische Radiologische Gsellschaft. De Hennig isch 2011 zum „Einstein-Professor“ vo de Chinesische Akademie vo de Wüsseschafte ernannt worde. 2010 het är de sogar ou no de Tsungming-Tu-Priis, di höchschti wüsseschaftlichi Uszeichnig vo Taiwan, verleiht becho.

Sit 2004 isch de Hennig Mitglied vo de Akademie vo de Wüsseschafte ir Republik Tatarstan. Usserdäm pflägt är Kooperatione mit Honkong, Südkorea und Singapur.

Uszeichnige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1992: European Magnetic Resonance Award [9]
  • 1993: Kernspintomographie-Preis 1993
  • 1994: Goldmedaille der Society of Magnetic Resonance [10]
  • 2003: Max-Planck-Forschungspreis in der Kategorie Biowissenschaften/Medizin
  • 2006: Albers-Schönberg-Medaille der Deutschen Röntgengesellschaft
  • 2010: Tsungming-Tu-Priis vom National Science Council, Taiwan

Zitat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

„Ich han chum s’Gfühl "erfinderisch" z’sie, ich ha nur das, was i über Spinphysik i minnere Zyt i de Physikalische Chemie glärnt ha, uf di vorligendi Fragestellig agwändet.“

( - Jürgen Hennig: in „How RARE came to China“[2] über d' Entwicklig vo de RARE-Sequenz)


„D’Wält (und bsunders d’Wält vom MRT) isch voll vo unmögliche Sache, wo’s id Würklichkeit gschafft händ.“

( - Jürgen Hennig: in „Ultra high field MR: useful instruments or toys for the boys?“[11])

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Einzelnachwys[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. J. Hennig: Physikalisch-chemische Untersuchungen des Vibrationstunneleffektes bei der intramolekularen Wasserstoffwanderung in Tetraarylporphinen. Freiburg 1980.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. Hennig: How RARE Came to China: Early Days of MRI. In: Encyclopedia of Magnetic Resonance. 2010, doi:10.1002/9780470034590.emrhp1025.
  3. J. Hennig, H. H. Limbach: Magnetization transfer in the rotating frame: A new simple kinetic tool for the determination of rate constants in the slow chemical exchange range. In: J Magn Reson. 49, Nr. 2, 1982, S. 322–328, doi:10.1016/0022-2364(82)90195-0.
  4. 4,0 4,1 J. Hennig, A. Nauerth, H. Friedburg: RARE imaging: A fast imaging method for clinical MR. In: Magn Reson Med. 3, Nr. 6, 1986, S. 823–833, doi:10.1002/mrm.1910030602.
  5. J. Hennig, A. Nauerth, H. Friedburg, D. Ratzel: Ein neues Schnellbildverfahren für die Kernspintomographie. In: Radiologe. 24, 1984, S. 579–580.
  6. J. Hennig, H. Friedburg, B. Strobel: Rapid nontomographic approach to MR myelography without contrast agents. In: J Comput Assist Tomogr. 10, Nr. 3, 1986, S. 375–378.
  7. J. Hennig, K. Scheffler: Hyperechoes. In: Magn Reson Med. 46, Nr. 1, 2001, S. 6–12, doi:10.1002/mrm.1153.
  8. J. Hennig, A. Welz, G. Schultz, J. Korvink, Z. Liu, O. Speck, M. Zaitsev: Parallel imaging in non-bijective, curvilinear magnetic field gradients: a concept study. In: Magn Reson Mater Phy. 21, 2008, S. 5–14, doi:10.1007/s10334-008-0105-7.
  9. Preisträger des European Magnetic Resonance Award
  10. Preisträger der International Society for Magnetic Resonance in Medicine
  11. J. Hennig: Ultra high field MR: useful instruments or toys for the boys?. In: Magn Reson Mater Phy. 21, 2008, S. 1–3, doi:10.1007/s10334-008-0109-3.
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vu dere Version vum Artikel „Jürgen_Hennig“ vu de dütsche Wikipedia.

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