Issime

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Eischeme
Wappe
Eischeme (Italien)
Eischeme
Staat: Italie
Region: Aostatal
Koordinate 45° 41′ N, 7° 51′ O45.6833333333337.85956Koordinate: 45° 41′ 0″ N, 7° 51′ 0″ O
Hechi: 956 m s.l.m.
Flechi: 35 km²
Yywohner: 431 (31. Dez. 2011)[1]
Bevelkerigsdichti: 12 Yyw./km²
Poschtleitzahl: 11020
Vorwahl: 0125
ISTAT-Nummer: 007036
Demonym: issimesi oder issimois (ùf Toitschu Eischemeyra)
Schutzpatron: San Giacomo, Walserdütsch Sen Kiopuk

Eischeme (frz. Issime, frkprov. Eixima; im Idalieenisch wird normalerwyys di franzeesisch Version ibernùù) isch e Walserdoorf in dr idalieenische autonome Provinz Ougschtaal (dt. Aostatal). Eischeme lyd im e Sydedaal vùm Ougschtaal, im Walleschu (ital. Valle del Lys, frz. Vallée du Lys, dt. Lystal), wù d Liisu (frz. Lys) dùùrefliesd.

Eischeme lyd ùf 933 m NN. Noochbergmaine vù Eischeme sin Arnad, Brusson, Challand-Saint-Anselme, Challand-Saint-Victor, Fontainemore, Goabi, Lillianes, Perloz ùn Sagliano Micca.

Di 74 Gmaine in dr autonoome Region Ougschtaal sin in 8 Bäärggmainschafde (ital.Comunità Montana) zämegfasd. Eischeme ghèèrd zue dr Bäärggmainschafd Comunità Montana Walser Alta Valle del Lys (dt. Walsergemeinschaft Oberlystal). Dooderzue ghèère no Goabi, Greschonei en de Tache ùn Greschonei zer Chilchu..

Inhaltsverzeichnis

Wyyler[ändere]

Wie vyyli Gmaine in dr Alpe bschdood Eischeme us vyyle chlaine Wyyler.

Wyyler z Eischeme: Biouley (frz. Bioley), Di Zinnisili (frz. Ceresole), Tschendriun (frz. Champriond), Duarf oder Hauptort (frz. Chef-lieu), Tschentschiri (frz. Chincheré), Krecht (frz. Crest), Kruasi (frz. Crose), Künju (frz. Cugna), Funtrunkieeru (frz. Fontaineclaire), Gran Tschamp (frz. Grand Champ), Gran Proa (frz. Grand Praz), Nicke (frz. Nicche), Pioani (frz. Plane), Proa (frz. Praz), Preite (frz. Preit), Proasch (frz. Proasch), Ribulu (frz. Ribola), Rickard (frz. Riccard), Rickurt (frz. Riccourt), Z’uabra Rickurt (frz. Riccourt Dessus), Réivu (frz. Riva), Rolji (frz. Rollie), Zéngji (frz. Seingles), Z’uabra Zéngji (frz. Seingles Dessus), Stein (frz. Stein), Tuntelentsch (frz. Tontinel), Vetschus (frz. Vecchaus), San (frz. Zan).

Yywooner[ändere]

D Yywoonerzaal isch z Eischeme im 20. Jh. al mee zrùg gange.

Joor 1861 1871 1881 1901 1911 1921 1931 1936 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Yywooner z Eischeme 790 829 869 776 733 730 767 524 496 497 395 394 373 403 431

Walsersiidlig[ändere]

D Walser hän sich im Bied vù Eischeme am Aafang vùm 13. Jh. niidergloo. Dr èèrschd Beleeg fir di dydsch Schbrooch z Eischeme isch us em Joor 1239. In ere Uurkùnd wääre zwee "teutonici" vù Eischeme gnänd.

D Walserforschig nimd hid aa, as es im Geegesaz zue Greschonei z Eischeme ùn z Goabi scho vor dr Aasiidlig vù dr Walser e romaanischschbroochigi Bevelkerig gee hed (Zürrer 1999). Wääge däm isch Eischeme iber e baar Joorhùnderd zwaischbroochig gsii. S Frankoprovenzalisch isch z Eischeme èèrschd im 18. Jh. uusgschdoorbe.

Gschiichd[ändere]

Di italienische Siidwalsergmaine

Dr Grinder vùm Huus Savoyen, dr Humbert I mid dr wyse Händ, hed ane 1025 s Ougschtal as Leeche griegd. Mid Uusnaame vùn e baar Joor (1691, 1704-1706, 1798-1814 zue Franggryych) hed s Ougschtal derno zem Huus Savoyen ghèèrd bis ane 1946, d. h. bis dr ledschd idalieenisch Cheenig abdanggd ghaa hed. Wù s idalieenisch Cheenigryych ane 1861 grinded wooren isch, isch s Ougschtal zue dr Provinz Turin chùù. Ane 1927 isch s derno e aigeschdändigi Provinz woore. Im Faschismus isch di franzeesisch Schbrooch verbode woore ùn s hed e schdaarchi Idalienisierigsbolitik gee. Noch em Zwaide Wäldchrieg hed s Ouschtal ane 1948 e autonome Sonderstatus griegd.

Eischeme isch s èèrschd Mool gnänd woore in ere Uurkund us em Joor 1211 zäme mid dr Noochbergmai Greschonei: "in loco de Issima et Grassioneti".

Ane 1267 isch d Grùndhèrschafd ùfdaild woore im e Verdraag iber d Griichdsbarkaid: linggs vù dr Lys isch d Hèrschafd an d Hère vù Vallaise gange, räächds vù dr Lys an Groofe vù Chalant. Die Ùdfdailifg blybd bis zem Änd vù dr Feudalhèrschfd, waarschyyns bis ane 1774.

Bis ane 1952 hed Goabi zue dr Gmai Eischeme ghèèrd. Derwyylschd Goabi scho ane 1786 e aigeni Chilchegmai wooren isch, hän si di politisch Sälbschdändigkaid èèrschd nooch em Zwaide Wäldchrieg griegd.

Chilche[ändere]

d Chilche z Eischeme

Z Eischeme isch scho ane 1184 e aigenschdändigi Chilchegmai belaid. Zue dr Eischemer Chilchegmai hän au Goabi ùn Greschonei ghèèrd. Ab em Joor 1228 hed Eischeme zem Zeendebied vù dr Brobschdei S. Egidio vù Verres ghèèrd.

Greschonei hed isch ane 1502 vù dr Bfaargmai Eischeme gleesd. D Zueghèèrigkaid zue Eischeme wägsled no e baar Mool, èèrschd ane 1660 wird Greschonei ändgildig loos gleesd dùr dr Bischof vù Aosta.

Goabi isch ane 1786 e aigeschdändigi Chilchegmai woore.

Muurer[ändere]

D Eischemer hän schbeedeschdens im 17. Jh. aagfange im Sùmer as Muurer in andere Bied z schafe, dr èèrschd Noowyys schdamd us em Joor 1683. Derwyylschd d Duechhändler vù Greschonei in di dydschschbroochig Schwyz ùn ùf Siiddydschland gange sin, sin di Eischemer Muurer in s franzeesischschbroochig Savoyen, in di franzeesisch Schwyz ùn ùf Franggryych gange.

Bis zem Èèrschde Wäldchrieg sin d Eischemer Muurer nùme im Sùmer fùùrd gange, noch em Èèrschde Wäldchrieg sin vyyl derno ganz uusgwandered.

Verwaldig[ändere]

Dr Hoptma (ital. sindaco, dr Bùùrgemaischder) vù Eischeme isch syder em 21. Mai 2007 dr Christian Linty vvùn ere ùùabhängige Lischde (lista civica).

Dialekt[ändere]

d Ortstafle vo Eischeme
zwaisprochigi Weegwiiser z Eischeme

lueg dr Haubdartikel Eischemtöitschu

Eischemtöitschu isch dr hegschdalemanisch Dialäkt vù Eischeme. Au im Eischemtöitschu finded mer d Mèèrgmool vù dr Walserdialäkt:

  • Di ahd. vole Vokal sin au in ùùbetoonde Silbe no erhalde: machu (dt. machen).
  • Mhd. –rn erschyynd as –re, z. B. Huore (dt. Horn)
  • Mhd. –nk isch wie in andere südwalserische Dialäkt verschoobe zue –nch: :tringche (dt. trinken)
  • Mhd. –hs erschyynd as –ks, z. B. Fuks (dt. Fuchs)
  • German. s isch in vyyle Wèèrder palatalisierd zue sch, z. B. in dschi (dt. sie), ünsch (dt. uns)
  • Im Geegsaz zue dr andere hegschdalemanische Dialäkt sin mhd. ü, ö, üe im Eischemtöitschu nid endrùnded: Möisch (dt. Mäuse), Vüksch (dt. Füchse)
  • Eischemtöitschu sin ali mhd. Langvokal (î, iu, û, ê, oe, ô, ae, â) diphthongied: Hous (dt. Haus), Eisch (dt. Eis), Oabe (dt. Abend), Chiesch (dt. Käse).
  • Mhd. a ùn mhd. ë sin vor Liquid broche zue oa bzw. eä, z. B. in oalt (dt. alt) oder geärbe (dt. gerben). Die Brächige gid s au im Greschoneititsch.

Z Eischeme isch nie di dydsch Schrifdschbrooch bruuchd woore, bis in d 20er Joor isch Franzeesisch gschriibe woore, derno Idalieenisch. D Eischemer hän imer au chene Frankoprovenzalisch schwäze. Syder em 19 Jh. isch derno no s Piemontesisch ùn s Idalieenisch derzue chùù.

D Chilche ùn d Schuel sin bis in d 1920er Joor franzeesich gsii, derno isch s Idalieenisch ùfchùù. Dydsch isch in dr Chilche ùn dr Schuel nie bruuchd woore.

Dydsch wird in dr Schuel nume as Främdschbrooch ùnderrichded. Syder 1986 gid s in dr Schuel au Ùnderriichd in Eischemtöitschu.


Wievyyl vù dr Eischemer chene no Eischemtöitschu?

D Elisabetta Fazzini Giovannicci gid fir 1977/78 e Brozändsaz vù 76 % aa, wù no Eischemtöitschu schwäze.

Ane 1992 hed dr Peter Zürrer e Ùndersuechig gmachd z Eischeme. Vù insgsamd 363 Yywooner hän doo no 63,4 % chene Eischemtöitschu schwäze. Verschdande hän s 71,7 %. Au bi 6 bis 11-jèèrige Schieler hed er d Schbroochkompentänz ùndersuechd. Dooderbyy hed er feschdgschdeld, as 60,5 % vù dr Schieler no hän chene Eischemtöitschu schwäze ("gued" oder "e weng"). Verschdande hän vù dr Schieler s Eischemtöitschu no 76,9 % ("gued" oder "e weng"). Zem Verglyych: z Greschonei hän no dr glyych Ùndersuechig nùme no 14,6 % % vù dr Schieler chene s Greschoneiertitsch schwäze ùn no 46,3 % zmindeschd e weng verschdoo.

Dr Grùnd, wùrùm z Eischeme dr Dialäkt vyyl lääbiger isch wie in dr andere Siidwalse Gmaine, lyd doodrin, as d Eischemer scho syd Joorhùnderde e baar Schbrooche hän chene schwäze: mid Töitschu, Frankoprovenzalisch, Piemontesich, Franzeesich, Idalieenisch sin s hid fimf Schbrooche. Wääge däm wird s Eischemtöitschu nid esoo dùr s Idalieenisch as Schbrooch vù dr Medie verdrängd wie in andere Ord, wù bis am Aafang vùm 20. Jh. nùme dr dydsch Dialäkt gschwäzd wooren isch.

D Maria Concetta di Paolo, wù an dr idalieenische Università degli Studi Gabriele D'Annunzio z Pescara e Dissertation iber s Remalljertitschu schrybd, hed ane 1999 e Schtudie verefendligd, wù si d Dialäktkompetänz vù dr Siidwalser Gmaine din ùndersuechd hed. D Daate fir Eischeme sin ùfgnùù woore vùm Michele Musso.

Joor Yywooner Dialäkt aktiv Dialäkt passiv
1974 407 310 (76,2 %) -
1993 385 199 (51,7 %) 31 (8,1 %)
1996 676 186 (24,9 %) 37 (5,5 %)

Vù dääne 168 aktive Dialäktschprächer ane 1996 sin 52 iiber 65 gsii, 45 zwische 51 ùn 65, 36 zwische 36 ùn 50, 25 zwische 26 ùn 35 ùn 10 ùnder 26.

Vù dääne 37 passive Dialäktschprächer ane 1996 sin 3 iiber 65 gsii, 2 zwische 51 ùn 65, 5 zwische 36 ùn 50, 2 zwische 26 ùn 35 ùn 25 ùnder 26.

Ane 1982 isch s Walser Kulturzentrum/Centro Studi e Cultura Walser grinded woore, wù s kulturäl Èèrb vù dr Walser wil erhalde. Nääbe Uusschdelige sin vùm Kulturzentrum v. a. Biecher uusegee woore. S wichdigschd dervu isch s Eischemtöitschu-Wèèrderbuech. Des Wèèrderbuech isch vùm Kulturzentrum zäme mid em Greschoneititsch-Wèèrderbuech in ere Kassette uusegee woore, ùn baide sin zäme gratis an ali Huushald z Eischeme ùn z Greschonei verdaild woore.

Fueßnote[ändere]

  1. Statistiche demografiche ISTAT, 31. Dezember 2011.

Literatur[ändere]

  • Karl Bohnenberger: Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten. Verlag Huber, Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6)
  • Maria Concetta di Paolo: Inchiesta demografica e sociolinguistica. In: Studi alemannici I. Edizioni dell'Orso, Torino 1999: 175-222
  • Elisabetta Fazzini Giovannicci: Die alemannischen Dialekte im westlichen Norditalien. Ein Forschungsbericht.. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1978 (ZDL Beihefte 28)
  • D'Eischemtöitschu. Vocabolario Italiano - Töitschu. Gressoney St-Jean (Aosta). Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d'Aosta / Walser Kulturzentrum, 1988.
  • D'Eischemtöitschu. Vocabolario Töitschu - Italiano. Gressoney St-Jean (Aosta): Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d'Aosta / Walser Kulturzentrum, 1998
  • Hans Kreis: Die Walser. Ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen. Francke Verlag, Bern 1958
  • Paul Zinsli: Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien. Verlag Huber, Frauenfeld 1968
  • Paul Zinsli: Südwalser Namengut. Die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont.. Verlag Stämpfli & Cie AG, Bern 1984.
  • Peter Zürrer: Sprachinseldialekte. Walserdeutsch im Aostatal. Aarau 1999. (Reihe Sprachlandschaften 23)
  • Peter Zürrer: Sprachkontakt in Walser Dialekten. Gressoney und Issime im Aostatal (Italien) Franz Steiner Verlag, Wiesbaden/Stuttgart 2009 (ZDL Beihefte 137) ISBN 978-3-515-09358-3

Weblink[ändere]

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