Heinrich Bullinger

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Heinrich Bullinger

De Heinrich Bullinger (* 18. Juli 1504 z Bremgarte, Aargau; † 17. September 1575 z Züri) isch en Schwiizer Reformator gsi un het 44 Johr lang d Zürcher reformiert Chile gleitet. Er isch einer vo de wichtigschte Theologe i de Reformationszit gsi

Chilegschichtlichi Zitumständ[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Während em Bullinger sinere Studiezit het d Reformation aagfange un zu sine Läbzite sin vili, für d Reformation wichtigi Sache passirt: d Reformation z England, d Reformation z Gänf, wo de Johannes Calvin gmacht het, de Schmalkaldisch Chrieg, de Augsburger Religionsfride un d Bartholomäusnacht z Frankrich.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Heinrich Bullinger isch 1504 z Bremgarten uf d Wält cho. Sin Vater het au Heinrich Bullinger gheisse und het als katholische Pfarrer gschaffet. Mit de Muetter vom Heinrich het er im Konkubinat gläbt. Scho mit füf Johr het de Heinrich Bullinger d Lateinschuel bsuecht un spöter het er z Köln schtudiert. Scho während sinere Sudiezit het er sich de Reformation aagschlosse.

1523 isch er Lehrer im Zisterzienserchloschter z Kappel am Albis worde, wo er au em Philipp Melanchthon sini Abhandlige unterrichtet het. Sin Unterricht isch so guet gsi, dass net numme de Abt un alli Mönch dra teil gno hei, sondern au Lüt us de Umgebig vom Chloschter.

1528 isch de Heinrich Bullinger mit em Huldrych Zwingli zu eme Religionsgschpröch uf Bärn. Durch des Gschpröch het sich d Schtadt Bärn au für d Reformation entschide. Au s Chloschter Kappel isch reformirt worde un de Bullinger het zu sim Unterricht au d Predigte z Huuse am Albis, wo ganz i de Nöchi vom Chloschter ligt, übernoh.

1529 isch em Bullinger sin Vater z Bremgarte abgesetzt worde, weil er au für d Reformation isch gsi. Aber scho bald druf het de Heinrich Bullinger e Probepredigt z Bremgarte ghalte un d Lüt derte hei ihn zum Pfarrer vo sinere Heimatschtadt gwält. Noch im gliiche Johr het er d Anna Aldischweiler z Birmensdorf ghürate, wo vorher e Nonne im Chloschter Oetenbach z Züri isch gsi. Zäme hei si elf Chind gha. Alli Söhn vom Bullinger sin spöter Pfarrer worde.

Skulptur vom Bullinger am Grossmünschter

Wo de Zwingli bi de Schlacht bi Kappel im Johr 1531 gfalle isch, het Bremgarte zäme mit em ganze Freiamt wider müesse katholisch werde. So het de Bullinger un sini zwei Amtsbrüdere d Stadt müesse verloh. So isch er zäme mit sinere Frau Anna un zwei chline Chind als Flüchtling uf Züri cho, wo er scho am erschte Sunntig uf de Kanzel vom Grossmünster «eine Predigt herunterdonnerte, dass es vielen vorkam, Zwingli sei nicht tot, sondern gleich dem Phoenix wieder auferstanden» (Oswald Myconius).[1] Im Dezämber vom sälbe Johr isch de Bullinger, grad 27 Johr alt, zum Nachfolger vom Zwingli als Antistes vo de Zürcher Chile gwählt worde. Sini Wahl het er erscht ahgno, wo de Rot ihm versproche het, dass «frei, ungebunden und ohne Einschränkung» chönt Gottes Wort verkünde, au wenn daderbi Kritik a de Obrigkeit nötig sigi. Er het des Amt bhalte bis zu sim Tod 1575.

1536 het de Bullinger zämme mit em Oswald Myconius un em Leo Jud s erschti Helvetischi Bekenntnis gschribe. D Städt Züri, Bärn, Basel, Schaffhuse, St. Galle, Mühlhuuse un Biel hei des gmeinsam usegäh.

Nach sinere Wahl zum Antistes het de Bullinger d Schwiiz nüm verlah, aber durch Briefwächsel mit Lüt überal z Europa isch er gäng guet informiert gsi.

Zäme mit em Johannes Calvin het er de Consensus Tigurinus vo 1549 usgschaffet, wo zwüsche de Zwinglianer un de Calvinischte e Einigung i de Abigmahlsfrag brocht het. So het er chöne verhindere, dass es i de Schwiiz zwei reformatorischi Richtige ghä het.

1565 het de Bullinger durch e Pescht-Epidemie sini Frau un drü Töchtere verlore.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Fritz Blanke: Heinrich Bullinger: Vater der reformierten Kirche. Theologischer Verlag, Zürich 1990. ISBN 3-290-10079-0
  • Peter Opitz: Heinrich Bullinger als Theologe, eine Studie zu den "Dekaden". Theologischer Verlag, Zürich 2004. ISBN 3-290-17305-4
  • Emidio Campi / Peter Opitz (eds.): Heinrich Bullinger : life - thought - influence : Zurich, Aug. 25-29, 2004, International Congress Heinrich Bullinger (1504-1575). Theologischer Verlag, Zürich 2007. 2 Bände (1005 Seiten). ISBN 978-3-290-17387-6
  • Ulrich Gäbler, Erland Herkenrath: Heinrich Bullinger, 1504-1575: Gesammelte Aufsätze zum 400. Todestag. Theologischer Verlag, Zürich 1975. ISBN 3-290-14607-3
  • Robert Stupperich: Reformatorenlexikon. Verlag Max Mohn, Gütersloh 1984. ISBN 3-579-00123-X
  • Justus Heer, E. Egli: Bullinger, Heinrich. In: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE). 3. Auflage. Band 3, Hinrichs, Leipzig 1897, S. 536–549.
  • Rudolf Pfister: Bullinger, Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 12.
  • Fritz Büsser: Bullinger, Heinrich. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 7, de Gruyter, Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-008192-X, S. 375–387.
  • Johann Kaspar Mörikofer: Bullinger, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 513 f.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Heinrich Bullinger. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Hamm 1975, Sp. 809-811.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Heinrich Bullinger – Sammlig vo witere Multimediadateie

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Brief vom Oswald Myconius a de Simprecht Schenck vom 29. November 1531 (d. h. uugfähr e Woche nach dere Predigt), vgl. C[arl] Pestalozzi: Heinrich Bullinger. Elberfeld 1858, S. 72.
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