Augustin Bea

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dr Augustin Kardinal Bea im Ornat (1966)
Coat of arms of Augustin Bea.svg

Augustin Kardinal Bea SJ (* 28. Mai 1881 z’ Berringe bi Blumberg; † 16. November 1968 z’ Rom), Theologiiprofessor und römisch-katholische Kuriekardinal, isch maßgeblich am Zweite Vatikanische Konzil beteiliget gsi und gilt als Wegbereiter vo de Ökumene. Er het sich sowohl fer d Einheit vom Chrischtetum iigsetzt als au fer bessere Beziehunge zwische de katholische Kirche und em Judetum.

Si Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Kardinal Bea-Kapelle uf em Fürschteberg

Kindheit und Schuelziit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Augustin Bea isch anne 1881 im Dorf Berringe im hittige Schwarzwald-Baar-Kreis uff d’ Welt kumme. Sin Vatter isch en Zimmerma gsi. Bereits i de Volksschuel vo Riädberringe isch im Augustin si Hochbegabung uffgfalle, und de Pfarrer und de Lehrer hond doe, wa si hond kenne, zum dä Bue fördere. Noch de Volksschuel hond sin zerscht uff d’ "Lender'sche Heimschuel" gi Sasbach gschickt, später isch er gi Konstanz uff s’ Gymnasium und gi Raschtatt uff s’ Erzbischefflich Konvikt gange. Im Juni 1900 het er si Abitur mit Beschtnote gmacht.

Studium und Prieschterweihe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1900 hett de Augustin Bea a de Universität z’ Friiburg im Breisgau agfange Theologie studiere. Scho während em Studium isch er i de Jesuite-Orde iiträte, und am 25.8.1912 het er si Prieschterweihe gha. 1913 het er dann sin Doktor i Theologii gmacht und hinnedra no e Semeschter lang z’ Berlin Orientalischtik studiert, bevor er 1914 sin erschte Poschte als Superior vo de Jesuite-Residenz z’ Aachen aträte het.

Wissenschaftlichi Tätigkeit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Anne 1917 isch de Augustin Bea zum Professor fer alttestamentliche Exegese ernannt worre und het usserdem s Amt vome Studiepräfekt im Ignatiushuus z’ Valkeburg ibernomme. Anne 1924 isch er als Professor a di Päpstlich Universität Gregoriana beruefe worre, wo er en Lehrstuel fer biblischi Theologie iberko het. Vo 1930 bis 1949 isch er Rektor vom Päpstliche Bibelinschtitut gsi und het ab 1940 e Kommission fer die latiinisch Psalme-Ibersetzung gleitet. Diä Ibersetzung het s’ Bibelinschtitut im Ufftrag vom Papst Pius XII. bearbeitet, und de Bea het fer sini Arbet großi Anerkennung greägt.

Kirchlichi Laufbahn[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Augustin Bea isch Biichtvatter vom Papst Pius XII. gsi und het ab 1930 verschideni Ämter als Consultor innegha. Am 14. Dezember 1959 isch er Kardinal worre. 1960 het ihn de Papst Johannes XXIII. zum Präsident vom »Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen« gmacht, und im gliiche Johr het er ihn beufftragt zum e Erklärung iber die Beziehunge vo de Kirche zum Judetum vorbereite. 1962 isch er zum Bischof gweiht worre und si hond ihm e Titularbischtum gä.

Si Verdiänscht um d Ökumene[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ab 1962 isch de Kardinal Bea bim Zweite Vatikanische Konzil debei gsi. Us sinnere Arbet isch d Erklärung Nostra Aetate verre gange, wo di katholisch Kirch iren johrhundertealte Vorwurf drmit widerruefe het, dass d Jude „Gottesmörder“ seied. Au a de Entstehung vom Ökumene-Dekret Unitatis redintegratio und a de Erklärung über d Religionsfreiheit Dignitatis Humanae isch de Kardinal Bea maßgeblich beteiliget gsi. Bsunders am Herze gläge isch ihm d Uussehnung mit de Oschtkirche. I de letzschte Sitzung vom Konzil het er e Erklärung vom Papst Paul VI. vorgläse, daß d Bannbulle vo 1054 gege di Orthodoxe Chrischte uffghobe werd. Kurz bevor er 1968 gschtorbe isch, het mer ihn als Mitglied vo de Kongregation für die Evangelisierung der Völker beruefe.

Sit sim Tod het d Ökumene en Huufe Fortschritt gmacht. S Verdiänscht vom Kardinal Bea liit i de Pionieraarbet, wo er gleischtet het zum di johrhundertelang Trennung vo de Chrischte iberwinde.

Spure i sinere Heimat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Augustin Kardinal Bea isch die gröscht Persönlichkeit, wo s gleine Baaremer Dorf Riädberringe verre brocht het. Mer het e Stroß im Dorf noch ihm benannt, und si Elterehuus isch hitt e Museum, wo vil Fotos, Text und Urkunde zu sim Läbe usgschtellt sind. Im Museum het's aber au anderi Exponate wie zum Beischpiel e hebräisch-englische Bible mit eme prächtige Iiband, allerlei Ikone und Gwänder, und usserdem im Bea sin Kardinalshuet, si Bischofsmitra und anderi persönlichi Gegeschtänd.

Ehrunge[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Augustin Kardinal Bea isch etlichi mol zum Ehredoktor ernannt worre, under anderem vo de Universität Friiburg im Breisgau und de Universität Fribourg i de Schwiiz, wo er usserdem Ehresenator gsi isch. Er isch ordentliches Mitglied vo de Päpstliche Theologische Akademie in Rom, de Internationale Päpstliche Marianische Akademie in Rom und vo de Görresgsellschaft gsi, usserdem Ehremitglied i mehrere wisseschaftliche Gsellschafte.

Zu sine Orde und Uuszoechnunge gheret s Große Verdienstkreuz vo de Bundesrepublik Deutschland und de Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vo 1966 zemmet mit em Visser’t Hooft.

Bibliographie (Uuswahl)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Die neue lateinische Psalmenübersetzung. Ihr werden und ihr Geist, Freiburg i. Brsg. 1949.
  • Die Einheit der Christen, Probleme und Prinzipien, Hinweise und Mittel, Verwirklichungen und Aussichten, Freiburg i. Brsg. 1963.
  • Von Christus erfaßt, Meitingen/ Freising 1966.
  • Die Kirche und das jüdische Volk, Freiburg i. Brsg. 1966.
  • Der Weg zur Einheit nach dem Konzil, Freiburg i. Brsg. 1966.
  • Die Kirche und die Menschheit, Freiburg i. Brsg. 1967.
  • Der Ökumenismus im Konzil - Öffentliche Etappen eines überraschenden Weges, Freiburg i. Brsg. 1969.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Joseph Haydn. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Hamm 1975, Sp. 434-437.
  • E. M. Jung-Inglessis: Augustin Bea. Kardinal der Einheit. Recklinghausen 1962.
  • B. Leeming: Agostino Cardinal Bea. University of Notre Dame Press 1964.
  • Maria Buchmüller (Hrsg.): Augustin Kardinal Bea. Wegbereiter der Einheit. Gestalt, Weg und Wirken in Wort, Bild und Dokument aus Zeugnissen von Mitarbeitern und Weggenossen. Veröffentlicht unter dem Protektorat von Lorenz Kardinal Jaeger, Augsburg 1972.
  • Maria Lauber: Der Diplomat Gottes, in: Badische Zeitung vom 15. November 2008.
  • Stjepan Schmidt: Augustin Bea. Der Kardinal der Einheit, Styria-Verlag, Graz 1989.

Trivia[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ihm zu Ehre het mer e Sorte Epfel „Kardinal Bea“ tauft.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]